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14.01.2019

Qualitätsprobleme bei Regierungsflugzeugen gefährden Deutschlands Image

Die Pannen der Flugzeuge der Bundesregierung haben eine "enorm negative Symbolwirkung für das High-Tech-Land Deutschland", kritisiert der CSU-Politiker Gerd Müller. Müller hatte diese Woche wegen eines technischen Problems mit einer Regierungsmaschine einen geplanten Besuch in Namibia in letzter Minute absagen müssen und seinen Aufenthalt in Sambia mehrfach verlängert.

"Wenn Kabinettsmitglieder nicht flugfähig sind und innerhalb von drei Tagen ein Ventil nicht zu reparieren ist, dann kann das in Sambia niemand glauben", sagte Gerd Müller in einem Telefongespräch mit der Deutschen Presseagentur. Er könne mit der Verzögerung leben, es sei jedoch schwierig, gleichzeitig für die als Marke Made in Germany bekannten Qualitätsstandards zu werben.

Rückkehr des Politikers wegen Flugchaos verzögert

Müllers zweistrahlige Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr konnte am Montag in Malawi wegen eines defekten Ventils nicht starten. Der Minister und seine Delegation nutzten einen Linienflug, um nach Sambia zu kommen. Die geplanten Termine in Namibia waren jedoch mit kommerziellen Flügen nicht mehr wahrzunehmen.

Müller verlängerte daraufhin seinen Aufenthalt in Sambia. Inzwischen flogen Techniker aus Deutschland nach Malawi, am Mittwoch fehlte jedoch noch ein Ersatzteil. Die Rückreise ist nun für Freitag geplant. Ursprünglich hätte Müllers Reise im südlichen Afrika am Mittwochabend in Namibia enden sollen.

Auch Bundeskanzlerin und Finanzminister waren von Flugpannen betroffen

Erst Ende November hatte Kanzlerin Angela Merkel ihren Flug zum G20-Gipfel in Argentinien wegen eines schweren technischen Defekts am Kanzler-Airbus "Konrad Adenauer" unterbrechen müssen. Sie wich schließlich auf einen Linienflug aus und kam erst mit erheblicher Verspätung bei dem Gipfeltreffen in Buenos Aires an.

Zudem hatte es schon im Oktober eine größere Panne mit dem Airbus gegeben: Nagetiere hatten die Maschine während eines Stopps in Indonesien lahmgelegt und Finanzminister Olaf Scholz zu einer über 20-stündigen Rückreise per Linienflug gezwungen. Mäuse oder Ratten waren in den geparkten Airbus gelangt und hatten wichtige Kabel angeknabbert.

Verteidigungsministerin betont Flugbereitschaft

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte die Flugbereitschaft nach der schweren Panne des Airbus der Bundeskanzlerin im November in Schutz genommen. Die Ausfallquote bei Regierungsflügen liege bei nur zwei Prozent. Die Flugbereitschaft sei damit statistisch gesehen sehr zuverlässig, erklärte die CDU-Politikerin.

Zur Flugbereitschaft gehören nach Angaben der Luftwaffe 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier. Ein Großteil der Maschinen wurde in den Jahren 2010 und 2011 für insgesamt mehr als 600 Millionen Euro erworben. Die modernisierte Flotte soll unter anderem Regierungsmitglieder auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken befördern.

Dem gegenüber stehen allerdings die Probleme der Bundeswehr mit ihren Flug- und Fahrzeugen, die vergangenes Jahr publik wurden.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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