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15.03.2017

Losgröße 1: Maschinenbau setzt auf individualisierte Fertigung

Vorreiter beim Thema Losgröße 1 ist der Maschinen- und Anlagebau. Hier streben bereits zwei Drittel der Unternehmen nach mehr Individualisierung. Das sind Ergebnisse des Deutschen Industrie 4.0 Index.

Dass der Maschinen- und Anlagebau vorangeht, ist für Experten keine Überraschung: Die Branche zeichnet sich traditionell durch vergleichsweise niedrige Stückzahlen und die Anpassung nach Kundenanforderung aus. Industrie 4.0 hebt dieses Prinzip auf eine ganz neue Stufe: von der kundenseitigen Konfiguration im elektronischen Front End bis zur Auslieferung eines fertigen individuellen Produkts. Aber auch andere Branchen wie die Elektroindustrie ziehen nach.

So erfolgreich einzelne Unternehmen mit der Losgröße 1 bereits sind: In gewachsenen Betrieben bestehen vielerorts digitale Brüche, Schnittstellen also, über die Maschinen nicht autark kommunizieren können. Erst eine durchgängig homogene IT-Infrastruktur von Administration über Fertigungsroboter bis hin zum Produkt ermöglicht wirtschaftliche Individualisierungsstrategien, weiß Thomas Rohrbach, Geschäftsführer von Staufen Digital Workx.

Deutschland wieder attraktiver Standort?

Ein Nebeneffekt der digitalen Transformation: Hochlohnstandorte könnten wieder attraktiver werden. Nach Einschätzung der Studienteilnehmer wird der Mensch in zehn Jahren nur noch zu 40 Prozent an der Wertschöpfung beteiligt sein, der Großteil entfällt also auf Maschinen. Durch den sinkenden Anteil der Lohnkosten an den Gesamtkosten könnten Unternehmen – auch vor dem Hintergrund ortsnaher, agiler Supply Chains – den Produktionsstandort Deutschland wieder für sich entdecken. Daran glauben immerhin 78 Prozent der für den Deutschen Industrie 4.0 Index Befragten.

Wandelnde Berufsbilder

Trotz weiterer Automatisierung und zunehmend autarken Maschinen – ohne Menschen wird es in der Industrie auch in Zukunft nicht gehen. Berufsbilder allerdings wandeln sich. “Auch der ‘einfache Arbeiter’ muss Prozesskompetenz erwerben und zum Spezialisten seines Arbeitsplatzes werden”, ist Thomas Rohrbach überzeugt. “Gleichzeitig müssen Führungskräfte digitale Kompetenz erwerben und einen kooperativeren Führungsstil entwickeln, um Innovationspotenziale der Beschäftigten freizusetzen.“

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Staufen

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