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05.09.2019

Kriminelle Mitarbeiter verursachen hohen Versicherungsschaden

Kriminelle Beschäftigte richten in den eigenen Betrieben einer neuen Untersuchung zufolge deutlich mehr Schaden an als externe Täter. Kriminelle Mitarbeiter und Vertraute im Umfeld von Unternehmen haben demnach im vergangenen Jahr mit Wirtschaftsstraftaten einen Versicherungsschaden von 225 Millionen Euro verursacht.

Beschäftigte sind dabei für rund drei Viertel dieser Summe verantwortlich, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin mit. Insgesamt registrierte der Verband 2400 solcher Fälle, in denen sogenannte Vertrauensschadenversicherungen eingesprungen sind.

Die Täter seien in der Regel männlich, schon länger bei den Unternehmen angestellt und häufig in Führungspositionen tätig. Bei den Betrugsmaschen seien der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Von Diebstahl, Bestechung, Preisabsprachen oder Schwarzgeld sei alles dabei, sagte Rüdiger Kirsch, Vorsitzender des GDV.

Externe Betrüger richten weniger Schaden an

Im Schnitt brächten kriminelle Kollegen ihre Arbeitgeber um knapp
115 000 Euro, bevor sie aufflögen. «Externe Betrüger kommen im Schnitt gerade mal auf die Hälfte dieser Summe.» Die Dunkelziffer der unentdeckten Taten und der dadurch verursachte wirtschaftliche Schaden sei indes deutlich höher. «Die Prognosen gehen in die Milliarden.»

Betroffen seien alle Branchen und Unternehmen in jeder Größe, besonders aber der Mittelstand und im kleineren Umfang solche Betriebe, die viel mit Bargeld zu tun hätten, sagte der auf interne Wirtschaftskriminalität spezialisierte Rechtsanwalt Jesko Trahms.
«Man hat dort eine enge Unternehmenskultur und man vertraut sich untereinander», sagte er.

Compliance könnte gegen interne Täter wirken

Nur rund jeder fünfte Täter sucht der Analyse zufolge gezielt nach Möglichkeiten für das kriminelle Treiben. Alle übrigen seien Gelegenheitstäter. Aber: «Wer die Hemmschwelle einmal überschritten hat, der hört erst auf, wenn er erwischt wird», sagte Trahms.

Um sich dagegen abzusichern, ist aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände eine funktionierende Compliance Organisation in Unternehmen erforderlich. «Das ist die Basis, damit kriminelle Handlungen von Unternehmen von Beschäftigten verhindert oder frühzeitig aufgedeckt werden können», hieß es.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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