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09.04.2019

Kommt der Meisterbrief zurück?

Eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen rückt näher. Eine Arbeitsgruppe der Koalitionsfraktionen Union und SPD verständigte sich auf Eckpunkte für eine Änderung der Handwerksordnung. Der Meisterbrief im Handwerk sei die «beste Garantie» für Qualitätsarbeit, Verbraucherschutz und Leistungsfähigkeit, heißt es in dem Papier.

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Berufen die Meisterpflicht weggefallen, etwa für Rolladen- und Jalousienbauer, Gold- und Silberschmiede oder Fliesenleger. Mit der Reform der Handwerksordnung wollte die Bundesregierung damals einfachere Tätigkeiten für Selbstständige öffnen.

Die Koalitionsfraktionen wollen nun, dass alle diese Gewerke sowie die Sozialpartner Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten sollen. Auf Basis dieser Konsultationsergebnisse soll in der Sommerpause ein Gesetzentwurf erarbeitet werden, der im Herbst im Bundestag beraten werden kann. «Wir möchten, dass das Gesetz zum 1.1.2020 in Kraft treten kann», heißt es in dem Eckpunkte-Papier.

Für bessere Ausbildung und mehr Innovation

Ziele bei der Wiedereinführung der Meisterpflicht im Rahmen von europa- und verfassungsrechtlichen Vorgaben sei es, die Leistungsfähigkeit sowie wettbewerbsfähige betrieblicher Strukturen im Handwerk zu stärken, heißt es. Die Ausbildungsqualität solle gewährleistet sein, die Innovationsfähigkeit gesichert werden.

Bei der Rückkehr von Gewerken in die Meisterpflicht solle sichergestellt werden, dass bestehende Betriebe in diesen Gewerken, die nicht über einen Meisterbrief verfügen, dauerhaft Bestandsschutz genießen.

Gegen Solo-Selbstständige und mindere Qualität

Der Zentralverband des Handwerks drängt seit langem auf eine Rückkehr zur Meisterpflicht. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hatte vor Marktverzerrungen gewarnt. «Wir können nicht jeden wild drauflos arbeiten lassen», hatte er gesagt.

Eine Wiedereinführung der Meisterpflicht in bisher zulassungsfreien Gewerken werde zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit und fairen Marktbedingungen führen. Im Handwerk gebe es eine zunehmend Zahl von Solo-Selbstständigen, dies führe zu massiven Problemen etwa bei der Qualität.

Die Monopolkommission dagegen hatte gewarnt, eine Ausweitung des «Meisterzwangs» dürfte zu einem deutlichen Rückgang der Betriebsgründungen in zulassungsfreien Gewerken führen. Die Kunden profitierten derzeit von der «stärkeren qualitativen Differenzierung» handwerklicher Leistungen. Das bedeutet, sie könnten selbst entscheiden, für welche Arbeit sie einen teureren Meisterbetrieb engagierten oder einen günstigeren Anbieter.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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