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14.06.2018

Junge Talente verlieren Vertrauen in Deutschlands digitale Zukunft

Der Deloitte Millennial Survey 2018 zeigt eine durchwachsene bis wolkige Stimmung bei jungen Talenten: Zum einen vermisst die Hälfte der Befragen gesellschaftliche Verantwortung bei Unternehmen. Zum anderen sind sie skeptisch, was die digitale Transformation in Deutschland betrifft.

Im Jahr 2018 präsentieren sich die Vertreter beider Generationen so pessimistisch wie zuletzt vor über vier Jahren. Das gilt auch und gerade mit Blick auf die digitale Transformation und Industrie 4.0: Hier sehen sich die Befragten die maßgeblichen Organisationen aus Wirtschaft und Gesellschaft und auch sich selbst schlecht gerüstet. In punkto Umwelt, soziale Verantwortung, Diversität und Inklusion stellen die Studienteilnehmer den Unternehmensführungen zudem ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus.

Loyalität zum Arbeitgeber nimmt ab

Das hat Konsequenzen: Wie der Deloitte Millennial Survey 2018 mit über 400 deutschen Vertretern der Generationen Y und Z zeigt, ist die Loyalität und damit die geplante Verweildauer bei einem Unternehmen sichtbar gesunken. Wer die Talente halten will, sollte vor allem auf Engagement und Flexibilität setzen.
Fast zwei Drittel der internationalen Teilnehmer wollen ihr Unternehmen binnen zweier Jahre verlassen, nur 12 Prozent wollen länger bleiben. Die Loyalität hat damit spürbar abgenommen.

Anders in Deutschland: Hier wollen 32 Prozent gehen, 37 Prozent wollen bleiben. Maßgebliche Kriterien sind neben der Entlohnung eine positive Unternehmenskultur (64%) – und Flexibilität (58%).

Unternehmen erfüllen gesellschaftlichen Auftrag nicht

Auch international spiegelt sich diese Skepsis: Drei Viertel bemängeln, dass sich die Unternehmen nur auf ihren eigenen Vorteil konzentrieren, “nur“ 47 bzw. 48 Prozent sehen ein gesellschaftliches Engagement sowie ethisch motiviertes Handeln, während fast zwei Drittel das einzige faktische Unternehmensziel im Geldverdienen ausmachen.

Industrie 4.0: auch Soft Skills müssen gefördert werden

Die vierte industrielle Revolution erfordert von allen Beteiligten eine hohe Veränderungsbereitschaft und dezidierte Vorbereitungen. Dabei fühlen sich bei den internationalen Teilnehmern nur 36 Prozent der Millennials und 29 Prozent der Gen Z-Vertreter gut vorbereitet.

Bemerkenswert: Je besser die allgemeine Qualifikation, desto größer die Skepsis. Deutschland steht geringfügig besser da: Hier fühlen sich immerhin 37 Prozent gut von ihren Unternehmen für die kommenden Veränderungen präpariert. Kritik wird dabei insbesondere bei der Förderung der so genannten „Soft Skills“ durch das Management laut.

Umwelt und Jobs ganz oben auf der Liste

In Deutschland erwarten um die 40 Prozent der Befragten von ihren Arbeitgebern ein verstärktes Umweltengagement, neue Jobs sowie eine Verbesserung der allgemeinen Situation der Belegschaft. Immer noch ein Drittel oder mehr wünscht sich mehr Anstrengungen der Wirtschaft in der Bildung sowie die Entwicklung neuer Produkte und Services mit weit reichender Wirkung. Erfüllt sieht diese Erwartungen aber nur gerade ein Viertel – in punkto Umwelt sind es sogar nur 16 Prozent.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Deloitte

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