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24.07.2018

Impfstoff-Skandal in China: Chefin von Herstellerfirma festgenommen

Wie das Unternehmen Changsheng Life Sciences am Dienstag an der Shenzhener Börse mitteilte, nahmen Polizisten die Vorstandsvorsitzende Gao Junfang und fünf weitere Mitarbeiter in Gewahrsam.

Zu dem Skandal, von dem Hunderttausende Kinder betroffen seien könnten, drangen in den letzten Tagen immer mehr Details an die
Öffentlichkeit: So hat das Unternehmen aus der nordostchinesischen Stadt Changchun laut Arzneimittel-Aufsichtsbehörde unter anderem Unterlagen gefälscht, in denen es um die Herstellung und die Qualitätskontrolle der Impfstoffe geht.

Kinder besonders stark betroffen

Auch sollen Changsheng und andere Firmen minderwertige Kombi-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten in Umlauf gebracht haben. Allein im Oktober 2017 seien laut chinesischer Staatsmedien 650 000 unwirksame Impfstoffe auf den Markt gekommen, die vor allem Kindern verabreicht werden. In einer Provinz sei der Stoff im staatlichen Impfprogramm mehr 215 184 Kindern ab drei Monaten injiziert worden.

Skandale mit fehlerhaften Medikamenten oder Nahrungsmitteln haben in China eine starke politische Sprengkraft, besonders, wenn Kinder betroffen sind. Es gibt ohnehin wenig Vertrauen in die Aufsichtsbehörden. Auch werden Berichte in den Staatsmedien zensiert und geben selten ein volles Bild der Lage.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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