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11.01.2017

IATF 16949: Zulieferer der Automobilindustrie sind jetzt gefordert

Erklärtes Ziel des neuen Automotive Standards IATF 16949 ist es, Produkte noch sicherer und zuverlässiger zu machen, Kundenanforderungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen und schließlich Prozesse und Dokumentation zu verbessern. Vor allem die Zulieferer der Autohersteller müssen nun Änderungen im neuen Standard identifizieren und die neuen Forderungen umsetzen.

Wie die ISO/TS 16949 baut auch die IATF 16949 auf der ISO 9001 auf. Sie enthält jedoch Zusatzanforderungen, die für die Automobilindustrie spezifisch sind. Sie integriert gängige Branchenpraktiken, die bisher in kundenspezifischen Anforderungen festgelegt wurden. Unternehmen, die dem Standard entsprechen wollen, müssen auch die Forderungen der ISO 9001 erfüllen. Das Software- und Beratungshaus Qumsult hat die wesentlichen Änderungen zusammengestellt:

Schwerpunkt Risikominderung

Die IATF 16949 fügt spezifische risikobezogene Anforderungen hinzu, die aus Best Practices der Branche abgeleitet wurden. Ziel ist, Fehler bei der Entwicklung neuer Programme zu verhindern und geplante Aktivitäten umzusetzen.

Risikobasiertes Denken muss im Unternehmen etabliert werden. Für das Top-Management ergeben sich daraus folgende Aufgaben:
• Notfallplanung durchführen,
• Prozesseigentümer identifizieren und unterstützen,
• Am Eskalationsprozess im Zusammenhang mit der Produktsicherheit teilnehmen,
• Gewährleisten, dass Ziele und Qualitätsziele der Kunden erreicht werden,
• Initiativen zur Unternehmensverantwortung umsetzen, Compliance Management (Verhaltenskodex für Mitarbeiter,
Umgang mit Whistle blowing, Strategien gegen Korruption).

Mehr Verantwortung in der Lieferkette

Die Organisation ist für alle Konformitäten verantwortlich und muss alle anwendbaren Anforderungen in der Lieferkette bis zum Herstellungsort herunterbrechen, d.h. sie muss die gesamte Lieferkette im Blick behalten.

Kundenanforderung versus kundenspezifische Anforderungen

Um Klarheit zu schaffen, definiert der neue Standard Kundenanforderungen als alle vom Kunden vorgegebenen Forderungen. Dies können z.B. technische, kaufmännische, produkt- und herstellungsbezogene Anforderungen (Verpackungshandbücher, Richtlinien für den Herstellungsprozess) sowie allgemeine Geschäftsbedingungen sein.

Kundenspezifische Anforderungen sind dagegen Interpretationen oder ergänzende Anforderungen im Zusammenhang mit bestimmten Kapiteln der IATF 16949, wie z.B. Fertigungsmöglichkeiten, Gewährleistungsmanagement, vorübergehende Änderung der Prozesskontrollen, Kontrollplan oder Methoden zur Problemlösung.

Eigenes Kapitel zur Produktsicherheit

Völlig neu ist ein Abschnitt zur Produktsicherheit. Dokumentierte Prozesse müssen nun sowohl für das Management von sicherheitsrelevanten Produkten als auch von deren Fertigungsprozessen eingerichtet werden. Unternehmen müssen (soweit dies für sie zutrifft):
• eine besondere Zulassung von Kontrollplänen und FMEAs einrichten,
• erforderliche Schulungen für Beschäftigte ermitteln und durchführen, die an produktsicherheitsbezogenen Produkten und deren Herstellungsprozessen beteiligt sind,
• Anforderungen in Bezug auf die Produktsicherheit innerhalb der gesamten Lieferkette
umsetzen, einschließlich kundenspezifischer Quellen.

Schwerpunkt Gewährleistungsmanagement

Wenn ein Unternehmen für seine Produkte eine Garantie gewähren muss, so muss das Verfahren zum Verwalten der Garantie alle anwendbaren kundenspezifischen Anforderungen und Gewährleistungen zuordnen und integrieren.

Produkte mit Software

Für Produkte mit eingebetteter Software gelten neue Anforderungen an Produktvalidierung,
Garantie und Fehlerbehebung.

Neue Forderungen an Auditoren

Neue Anforderungen gelten auch für interne und Second-Party Auditoren:
- Unternehmen müssen die Kompetenz interner Auditoren prüfen und dies dokumentieren.
- Bei der Ausbildung interner Auditoren muss gewährleistet sein, dass der Trainer die neuen Anforderungen vermitteln kann, auch dies muss dokumentiert werden.
- Organisationen müssen die Kompetenz der second-party Auditoren dokumentieren; die Second-party-Auditoren müssen kundenspezifische Anforderungen beurteilen können.
- Es gelten Mindestforderungen an die Kompetenz von Auditoren.
- Evtl. vorhandene Wissenslücken müssen im Rahmen von Schulungen geschlossen werden.

Enger Zeitrahmen

Der Übergang soll im Rahmen des regulären Auditzyklus der ISO/TS 16949 erfolgen. Ab 1. Oktober 2017 müssen alle Audits gemäß dem neuen Standard durchgeführt werden. Die Umstellung auf IATF 16949 muss bis 14. September 2018 abgeschlossen sein.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Qumsult

Weiterführende Information
2 Kommentare
  • 16.01.2017 von Nicht sehr hilfreich

    Die Automotive-Ergänzungen in der IATF 16949 spiegeln ganz klar die Auffassung der Automobilhersteller wieder, dass man den Lieferanten vorschreiben muss, wie etwas getan werden muss, weil man ihnen sonst nicht trauen kann. Was sollen die langen Aufzählungen z.B. von Eingaben für die Managementbewertung, die unzähligen (19?) Forderungen für "dokumentierte Verfahren"? Audits werden dadurch wieder zur Erbsenzählerei und man vergisst aus Zeitmangel zu beurteilen, was wirklich wichtig ist, namlich die Einstellung zur Qualität in den Köpfen.
    Außerdem fehlen Definitionen, z.B. was ein "sicherheitsrelevantes Teil" ist. Wie soll ich diese ermitteln, wenn ich keine genaue Definition habe?
    Das größte Manko ist der enge Zeitrahmen. Zumindest für die IATF 16949-Zusatzanforderungen wäre ein Jahr mehr Implementierungszeit sehr hilfreich.

  • 13.01.2017 von Risikomanagement keine Illusion!

    Aber immer umfangreicher und intensiver, um für eine Organisation das "Vertretbare Risiko" zu finden. Normenforderungen ja, aber Wechselwirkungen zu Wirtschaft, Politik, Kunden machen es immer schwieriger, die rote Linie für die eigene Organisation zu finden bzw. zu fixieren. Eine neue und flexible Herausforderung für das Management.

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