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28.08.2013

Gehen Sie den Ursachen von Arbeitsunfällen auf den Grund!

Eckehard Bauer, Prokurist bei Quality Austria und unter anderem als Produktmanager für Sicherheit verantwortlich, betont: "Jeder Arbeitsunfall ist ein Arbeitsunfall zu viel. Das Ziel der innerbetrieblichen Maßnahmen zur Unfallverhinderung stellt einen unfallfreien Betrieb als Ziel aller Maßnahmen in den Mittelpunkt. Dieses Ziel kann jedoch nur mit den vereinten Kräften aller Personen in einem Unternehmen erreicht werden." Speziell das Thema "Meldung von Beinaheunfällen" sei eine permanente Herausforderung. "Wer gibt schon gerne zu, dass er oder sie etwas falsch gemacht hat oder ungeschickt war", so Bauer.

Rechtliche Hintergründe

Arbeitnehmer müssen nach dem österreichischen ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) jeden Arbeitsunfall und jedes Ereignis, das beinahe zu einem Unfall geführt hätte, unverzüglich den zuständigen Vorgesetzten oder den sonst dafür zuständigen Personen melden.

Zu den Pflichten der Arbeitnehmer heißt es im ASchG§15(5): "Arbeitnehmer haben jeden Arbeitsunfall, jedes Ereignis, das beinahe zu einem Unfall geführt hätte, und jede von ihnen festgestellte ernste und unmittelbare Gefahr für Sicherheit oder Gesundheit sowie jeden an den Schutzsystemen festgestellten Defekt unverzüglich den zuständigen Vorgesetzten oder den sonst dafür zuständigen Personen zu melden."

Außerdem müssen Arbeitnehmer laut ASchG § 14 (6) "nach Unfällen oder Ereignissen, die beinahe zu einem Unfall geführt hätten", unterwiesen werden, "sofern dies zur Verhütung weiterer Unfälle nützlich erscheint".

Erfolgsfaktoren

Die Wichtigkeit, an dieses Wissen über Beinaheunfälle, unsichere Handlungen und Zustände zu gelangen, bildet die Basis für Maßnahmen zur Verhinderung von Unfällen. Die Motivation zur Meldung von Beinaheunfällen, unsicheren Handlungen und unsicheren Zuständen liegt im Bewusstsein der Mitarbeiter und in der (Fehler-)Kultur im Unternehmen.

Die Analyse von Beinaheunfällen stellt ein sehr wirksames Werkzeug zur Verhinderung von Unfällen dar. Da auf einen Arbeitsunfall mit Arbeitszeitausfall eine Vielzahl von Beinaheunfällen kommt, ist ein vorbeugendes Handeln nach Beinaheunfällen besonders wichtig.

(Quelle: Fotolia)

(Quelle: Fotolia)

Unfallpyramide

In der sogenannten Unfallpyramide der Austrian Nearmiss Association (ANMA) haben tödliche Unfälle in der Regel eine statistische Vorgeschichte. 30000 unsichere Handlungen oder unsichere Zustände führen dazu, dass 3000-mal Erste Hilfe geleistet werden muss. Daraus ergeben sich mitunter 300 medizinische Behandlungen, die wiederum zu 30 Unfällen mit Ausfallzeiten führen. Am Ende stehen 3 tödliche Unfälle. Das bedeutet, dass jede unsichere Handlung, die erkannt und in Zukunft vermieden werden kann, dazu führt, dass seltener ernsthafte Ereignisse eintreten werden.

Ein weiterer wesentlicher Punkt neben der Meldung von Beinaheunfällen, unsicheren Handlungen und unsicheren Zuständen ist die Ermittlung der Unfallursache. Wenn aus Unkenntnis der tatsächlichen Unfallursache Maßnahmen abgeleitet werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich wieder Unfälle ereignen, da die Unfallursache nach wie vor besteht. Dies bedeutet, dass Zeit und Geld zur Beseitigung der Unfallursachen falsch investiert wurden und Menschen wieder zu Schaden kommen können.

Klassische QM-Instrumente

Auch klassische Instrumente aus dem Qualitätsmanagement können zur systematischen Unfalluntersuchung herangezogen werden. Im Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2008 sind in den Kapiteln 8.5.2. "Korrekturmaßnahmen" und 8.5.3. "Vorbeugemaßnahmen" die wesentlichen Eckpfeiler einer Unfalluntersuchung genannt:

  • Bewertung;
  • Ermittlung der potenziellen oder tatsächlichen Ursache(n) von Unfällen: klassische Methoden (zum Beispiel 5W-Fragen), Ursache-Wirkungs-Diagramm, Root Cause Analyses;
  • Beurteilung des Handlungsbedarfs;
  • Ermittlung und Verwirklichung der erforderlichen Maßnahmen;
  • Aufzeichnung der Ergebnisse der ergriffenen Maßnahmen;
  • Bewertung der ergriffenen Maßnahmen: Haben die Maßnahmen gegriffen? Haben die Maßnahmen etwas Positives bewirkt? Ist das Ereignis nicht mehr aufgetreten?

Praktisches Beispiel

Ein Mitarbeiter führt über einen längeren Zeitraum Schweißarbeiten auf einer Leiter in drei Meter Höhe durch. Die Leiter rutscht nach einiger Zeit weg, und der Arbeiter stürzt von der Leiter. Bei der Unfalluntersuchung wurde ermittelt, dass die Standsicherheit der Leiter verbessert werden muss.

Diese ermittelte Ursache ist nur bedingt richtig, da die Hauptursache nicht genannt ist: Eine Leiter ist eine Aufstiegshilfe und kein Ersatz für ein Arbeitspodest bzw. Gerüst. In diesem Fall ist es wichtig, das Bewusstsein der Mitarbeiter zur Verwendung von Podesten oder Gerüsten zu stärken.

Zur Bewusstseinsbildung kann der YouTube-Film "The Cost of Accidents" sehr hilfreich sein.

Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH
Eckehard Bauer, MSc
Prokurist Business Development Qualitäts-, Risiko- und Sicherheitsmanagement, Business Continuity
eckehard.bauer@qualityaustria.com

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