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04.09.2015

Frauen im Chefsessel unverträglicher als männliche Kollegen

An Deutschlands Führungsspitzen gelangen vor allem Frauen, die ihre männlichen Kollegen in Sachen Unverträglichkeit noch übertreffen und ihnen in Punkto Machtwillen und Selbstdarstellung in nichts nachstehen. Diesen Schluss scheint eine Studie der Universität Hohenheim und der German Graduate School of Management and Law, Heilbronn, nahezulegen. Außerdem zahlen Frauen auf dem Weg zum Gipfel einen höheren Preis.

„Anders als allgemein vermutet, sind weibliche Führungskräfte was die Kommunikation und einen weicheren Führungsstil betrifft keine Bereicherung für die Unternehmen“, so das Fazit von Prof. Dr. Marion Büttgen vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Hohenheim. Gemeinsam mit Christian Mai von der German Graduate School of Management and Law in Heilbronn leitete sie die Studie und wertete die Daten aus.

Die Expertin geht noch weiter: Frauen in Führungspositionen seien sogar noch weniger verträglich als Männer. „Die Studie hat gezeigt, dass Frauen in einer höheren Position dazu neigen, ihren Willen um jeden Preis durchzusetzen, auch wenn sie dafür mit ihren Kollegen einen Streit anzetteln müssen“, sagt Büttgen.

Zwar könne man nicht sagen, dass alle weiblichen Führungskräfte narzisstische, rücksichtslose und männliche Charaktereigenschaften besitzen, betont Büttgen. „Aber genau diese Eigenschaften scheinen nützlich zu sein, wenn man an die Spitze will. Vorausgesetzt, die Frauen wollen den oftmals schweren und steinigen Weg auch gehen“ so die Professorin.

Dazu scheinen viele Frauen jedoch nicht bereit zu sein. Ein Grund: „Frauen müssen hier oftmals größere Opfer bringen als Männer – vor allem was Familie betrifft“, sagt Büttgen. Denn während die männlichen Kollegen in Führungspositionen trotzdem eine Familie haben, ist bei Frauen häufiger festzustellen, dass sie für die Karriere auf eine eigene Familie verzichten, vielleicht auch verzichten müssen. Zumindest ist festzustellen, dass weibliche Führungskräfte häufiger als ihre männlichen Kollegen nicht liiert und kinderlos sind.

An der repräsentativen Studie nahmen 500 Führungskräfte aus ganz Deutschland teil, darunter 200 Frauen. Die Befragung mit Online-Fragebögen fand von September bis November 2014 statt.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

  • 04.09.2015 von Weibliche Mitarbeiter

    Nach meiner Erfahrung haben sich gemischte, aus weiblichen und männlichen Mitgliedern bestehende Teams bestens bewährt. Führungsstil hat mehr mit Stil und Charakter und wenig mit Geschlecht zu tun. Ob eine Frauenquote dabei hilft wird die Zukunft beweisen.

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