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08.10.2020

FAA-Chef fliegt Boeings 737 Max

Wiederzulassung auf «Zielgerade»

Boeing kommt bei der angestrebten Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max voran. Am Mittwoch absolvierte Steve Dickson, der Chef der US-Luftfahrtbehörde FAA, einen Testflug mit dem Krisenjet. «Wir sind auf der Zielgeraden», sagte Dickson bei einer Pressekonferenz nach der erfolgreichen Landung in Seattle. Als Pilot sei es wichtig für ihn, sich selbst von der Sicherheit der Maschine zu überzeugen.

© Fotolia/Thomas Söllner

© Fotolia/Thomas Söllner

Der FAA-Chef betonte jedoch, dass die Wiederzulassung noch nicht abgeschlossen sei und noch einige weitere Schritte nötig seien, bevor die 737 Max wieder in Betrieb genommen werden könne.

Der «Administrator's Flight» des FAA-Chefs ist vor allem von symbolischer Bedeutung. Der Flug ist aber durchaus eine wichtige Hürde für Boeing, um eine neue Betriebserlaubnis für das wegen zwei Abstürzen mit 346 Toten seit März 2019 mit Startverboten belegte Flugzeugmodell zu bekommen.

Dickson - der als Pilot unter anderem lange für Delta Air Lines unterwegs war - hatte stets betont, dass er kein grünes Licht für die 737 Max geben werde, bevor er sie selbst geflogen sei. Mit dem Flug und dem Pilotentraining am Flugsimulator zeigte sich Dickson zufrieden. «Mir hat gefallen, was ich gesehen habe.» Das bedeute aber nicht, dass nicht noch mehr Arbeit nötig sei.

Fehlerbehebung bei Steuerungssoftware zieht sich hin

Als Hauptursache der 737-Max-Abstürze vom Oktober 2018 und März 2019 gilt eine fehlerhafte Steuerungssoftware. Boeing wollte die Probleme eigentlich längst behoben haben, stattdessen kamen jedoch neue Mängel hinzu. Dem Konzern wird vorgeworfen, die 737 Max im Wettbewerb mit Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben.

Die FAA hatte ihre heiße Testphase zur Wiederzulassung des Jets bereits Anfang Juli abgeschlossen. Die Behörde steht wegen der Unglücke selbst heftig unter Druck. Kritiker werfen ihr vor, sie habe bei der ursprünglichen Zertifizierung die Augen zugedrückt und sich von Boeing an der Nase herumführen lassen.
FAA-Chef Dickson ist erst seit August 2019 im Amt.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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