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03.09.2018

EU-weite Pflichten für Textilproduzenten

Textilhersteller sollen nach dem Willen der Grünen auf dem europäischen Markt künftig gesetzlich zu Standards für Löhne und Arbeitsschutz verpflichtet werden.

„Rein nationale oder nur auf Freiwilligkeit beruhende Maßnahmen, wie das 2014 gegründete Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller, stoßen in einem globalen Textilmarkt an ihre Grenzen“, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Sie hat gemeinsam mit Ex-Verbraucherschutzministerin und Parteikollegin Renate Künast Myanmar besucht, um sich dort über den Textilsektor zu informieren.

„International existierende Regeln zum Schutz der Beschäftigten nutzen nichts, wenn Kontrolle und klare Verantwortlichkeit fehlen", kritisierte Göring-Eckardt. „Die schlechten Arbeitsbedingungen, unter denen die Näherinnen vor Ort nach wie vor leiden, sind auch ein Ergebnis des mangelnden politischen Willens auf europäischer Seite.“

Qualitäts- und Prozesskontrollen seien entlang der Lieferketten inzwischen Standard. Daher sei es unglaubwürdig, wenn Unternehmen die Überprüfung von Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen zurückwiesen.

Gegen Lohn-Dumping und gesundheitliche Ausbeutung

Die Einblicke in dem südostasiatischen Land hätten ihr gezeigt, dass es gesetzlich verpflichtende Regeln für die Textilproduzenten, die auf dem europäischen Markt verkaufen, brauche, um im Kampf gegen Lohn-Dumping und gesundheitliche Ausbeutung voranzukommen, sagte sie.

Es brauche eine europäische Initiative, die Textilunternehmen gesetzlich verpflichtet, offenzulegen, wie sie die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Liefer- und Produktionskette einhielten.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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