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17.04.2018

E-Auto-Produktion fordert die Zulieferer

Mehr als acht von zehn Unternehmen aus der Automobilindustrie betrachten die Verbesserung von Prozessen und Organisationsstrukturen als erfolgsentscheidend, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Staufen zeigt.

Die Umstellung auf Elektromobilität ist mit Herausforderungen verbunden, die mit den etablierten Abläufen nicht zu stemmen sind. Im Blickpunkt bei den OEMs steht derzeit vor allem die Integration in die bestehenden Produktionssysteme. Während VW auf eigene Produktionsstätten für Elektrofahrzeuge setzt, stellen fast alle anderen Hersteller derzeit ihre großen Produktionswerke um. Die E-Autos sollen mit Hybrid-, Benzin- und Dieselmodellen zusammen vom Band laufen.

Die Integration werde zu einer weiteren Zunahme an Komplexität führen, sagen die Berater. Alle Module und Systeme, aus denen ein Auto besteht, müssen für sämtliche Modelle Just-in-Time am Band bereitstehen. Elektroautos benötigen nicht nur andere Antriebe und Batterien, sondern beispielsweise auch eine andere Heizung oder Klimaanlage. Der bereits sehr stattliche Variantenbaum erhält dadurch weitere Äste – aus Vielfalt drohe Unübersichtlichkeit zu werden.

Herausforderungen in der Lieferkette

Porsche setzt daher in Zuffenhausen auf variable Taktlängen und eine flexible Produktionslinie. Bei sensiblen Tätigkeiten kann das neue Transportsystem anhalten und danach schneller an darauffolgende Stationen fahren.

Gravierende Probleme wie bei Tesla werden die deutschen Automobilhersteller aber nicht haben. Sie hätten jahrzehntelange Erfahrung und seien extrem stark in Produktionsplanung und Prozessmanagement, meinen die Berater. Doch sie dürften sich nicht nur darauf konzentrieren, ihre eigenen Fabriken fit zu machen. Viel schwieriger sei es, die Zulieferer auf die automobile Zukunft vorzubereiten. Denn wenn es in der Supply Chain hakt, stehen auch bei den OEMs die Bänder still.

Am Ende der Wertschöpfungskette liegen Potenziale

Wie anfällig die Supply Chain ist, zeigt sich am Beispiel der Heizung: Elektroautos benötigen eine elektrische Heizung, da der Verbrennungsmotor als Wärmequelle entfällt. Die aber wird bisher nur in sehr geringen Stückzahlen produziert. Künftig könnten aus mittelständischen Heizungs-Zulieferern daher Großserienhersteller werden, die über hohes technologisches Know-how verfügen müssen.

Eine Wärmepumpe und ihre Steuerung in Elektroautos sind High-Tech-Komponenten, die beispielsweise im Stau auf der Autobahn ihren Modus wechseln müssen. Nur so reicht die Akku-Kapazität und die Fahrzeuge können ihr angepeiltes Ziel erreichen. Diese Transformation schaffen Zulieferer nicht alleine, meinen die Berater von Staufen. Umso wichtiger sei es, dass die Hersteller ihre Lieferanten intensiv begleiten und auch am Ende der Wertschöpfungskette eingreifen. Nur dann könnten die Herausforderungen der neuen Automobilwelt erfolgreich bewältigt und das E-Auto zum Massenprodukt werden.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Staufen

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