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05.11.2019

Digitalisierung hat kein Streichpotenzial

Entscheider im deutschsprachigen Raum setzen den Rotstift nicht an der Digitalisierung an. Sie haben erkannt, dass die digitale Transformation ihr Unternehmen auch künftig in der Erfolgsspur hält. Dies sind Ergebnisse der Studie Digital Value 2019, für die Horváth & Partners 300 Führungskräfte befragt hat.

Die Wirtschaft sieht den Konjunkturknick kommen: Acht von zehn Unternehmen haben in den vergangenen sechs Monaten Zeichen einer konjunkturellen Abkühlung wahrgenommen. Knapp ein Drittel erkennt einen erhöhten Preisdruck, ein Viertel registriert sinkende Auftragseingänge, ebenso viele verzeichnen geringere Umsätze.

Sparprogramme zur Kostensenkung und Einstellungsstopps – so begegnet jede vierte Führungskraft der konjunkturellen Abkühlung. Rund ein Fünftel der befragten Entscheider kürzt die Investitionen insgesamt oder streicht Projekte allgemein. Etwas mehr als jedes sechste Unternehmen würde Entlassungen ins Auge fassen. Nur weniger als jede sechste Führungskraft will Digitalisierungsprojekte einfrieren oder Investitionen in die Digitalisierung verringern.

Neue Strategien und Geschäftsmodelle gesucht

Unter dem Eindruck der sich eintrübenden Aussichten arbeiten die Unternehmen bereits an ihrer Strategie, um die konjunkturelle Delle zu überstehen. Die Firmen stellen sich auf erhebliche Umwälzungen in den kommenden fünf Jahren ein, wie die Studie belegt. 85 Prozent der befragten Manager rechnen damit, dass sich die Dominanz der globalen Internet- und Technologiekonzerne auf weitere Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft ausdehnen wird.

Eine ähnlich große Mehrheit erwartet, dass es weitere größere Marktkonsolidierungen geben wird. Durch den digitalen Fortschritt werden bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle überholt. Dass klassische Geschäftsfelder massiv beeinflusst oder gar wegbrechen werden, haben 82 Prozent der Firmenlenker erkannt, 76 Prozent sehen sich in ihrer Branche sogar mit Disruption konfrontiert.

Digitalisierung als Chance überwiegt

Für die Zukunft verbinden viele Manager konkrete Chancen mit dem digitalen Wandel: Jeweils rund ein Drittel der Entscheider meint, digitale Lösungen hätten das Potenzial, die Produktivität und Kosteneffizienz des Unternehmens zu steigern. 28 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten Verbesserungen in der Prozessqualität z.B. durch weniger Störungen, 27 Prozent eine Beschleunigung der Prozesszeiten.

Angesichts des hohen Stellenwerts der Digitalisierung in den Unternehmen und der damit verbundenen finanziellen Aufwendungen ist diese Annahme durchaus realistisch: Im Durchschnitt sind mehr als ein Drittel der Investitionen mit der Digitalisierung verbunden.

Die wesentlichen Studienergebnisse zeigt eine Infografik Digital Value 2019

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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