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26.09.2018

Der Industrie mangelt es an einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie

Digitale Vorreiter wachsen rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb und sind bis zu 30 Prozent profitabler. Trotzdem erreichen bislang nur etwa 5 Prozent aller Unternehmen weltweit ihre digitalen Ziele, so eine Studie von Bain & Company.

Die zu langsame Umsetzung von Digitalisierungsprojekten ist nur ein Grund dafür. Häufig investieren Unternehmen in einzelne Leuchtturmprojekte statt in eine systematische, ganzheitliche Digitalstrategie.

„Industrieunternehmen sollten 2 bis 5 Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren“, rät Dr. Jörg Gnamm, Bain-Partner und Co-Autor der Studie. Und er erklärt: „Die Investitionen zahlen sich aus. Denn digitale Vorreiter wachsen nicht nur rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb, sondern sind auch bis zu 30 Prozent profitabler.“ Selbst in der IT, deren Bedeutung durch die Digitalisierung noch einmal zunimmt, sinken die Komplexitätskosten um durchschnittlich 20 Prozent.

Digitalisierung betrifft Geschäftsmodelle

Die Geschäftsmodelle von Industrieunternehmen werden auf sämtlichen Ebenen erschüttert. Durch digitales Direktmarketing und soziale Medien ergeben sich neue Kontaktmöglichkeiten und Angebotsformen, aber auch Servicealternativen.

Der Kundenkontakt gestaltet sich dadurch nicht nur einfacher und kostengünstiger, sondern auch individueller und werthaltiger. Produkte selbst werden ebenfalls zunehmend digital, während gegenwärtige Haupteinnahmequellen unter Druck geraten.

Prozesse müssen angepasst werden

Digitalisierung ist die Anwendung von digitalen Technologien und Werkzeugen in sämtlichen Prozessen des Unternehmens. Deshalb sind bei einer digitalen Transformation folgende Maßnahmen unverzichtbar:

  • Interne Wertschöpfungsprozesse optimieren hinsichtlich Durchlaufzeiten, Qualität und Kosten
  • Kundeninteraktionsprozesse und Schnittstellen neu gestalten durch die nahtlose Integration aller Kommunikationskanäle (Omnikanal-Ansatz)
  • Produkt- und Serviceangebot erweitern durch datenbasierte Anwendungen, die einen klaren Mehrwert für den Kunden bedeuten und dadurch neue Erlösquellen erschließen
  • Neue Geschäftsmodelle entwickeln, etwa IoT-Plattformen, die durch softwarebasierte Anwendungen neue Wachstumschancen eröffnen

Digitale Roadmap zur Orientierung

Soll die digitale Transformation gelingen, müssen alle Stakeholder die Strategie kennen und verstehen. Dabei gilt es, sowohl die Zukunft der Branche als auch die Ziele des Unternehmens klar zu formulieren, anschließend die Maßnahmen und Investitionen zu priorisieren sowie Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Investoren zu überzeugen.

Dies sollte in eine digitale Roadmap mit konkreten Projektzielen und Meilensteinen münden, in ein digitales Betriebsmodell sowie in ein Programm zur Entwicklung einer digitalen Unternehmenskultur.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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