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23.01.2018

Davos: Industrie 4.0 gefährdet Jobs von Frauen

Industrie 4.0 gefährdet laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) vor allem Arbeitsplätze von Frauen. Von den 1,4 Millionen Jobs, die bis 2024 allein in den USA vom digitalen Wandel der Arbeitswelt bedroht würden, werde die Mehrheit (57 Prozent) von Frauen ausgeübt, teilte das WEF am Montag vor Beginn seiner Jahrestagung in Davos mit.

Die Jahrestagung, die an diesem Dienstag in den Schweizer Alpen beginnt, legt in diesem Jahr auch mit Blick auf die #MeToo-Debatte einen besonderen Fokus auf Frauenrechte.

Entgegen bisheriger Annahmen seien Frauen mit Jobs als Sekretärinnen oder Verwaltungsangestellte gefährdeter als ihre männlichen Kollegen, die etwa als Schichtarbeiter angestellt seien, so das WEF. Zudem gebe es für Frauen deutlich weniger Möglichkeiten, ihren Arbeitsplatz zu wechseln, als für Männer.

Umschulungen dringend notwendig

Auch deshalb ruft das WEF, das den Bericht zusammen mit der Unternehmensberatung Boston Consulting Group erstellt hat, zu einer besseren Ausbildung auf. Mit einer Umschulung hätten 95 Prozent der Arbeitnehmer, deren Jobs durch die nächste industrielle Revolution am meisten gefährdet sind, gute Aussichten auf bessere und höher bezahlte Arbeit. Ohne Umschulung seien es gerade mal 2 Prozent.

Industrie 4.0 bedeutet den massiven Einzug von Software, etwa zur vollautomatischen Steuerung und Vernetzung von Maschinen. Experten befürchten, dass dadurch besonders viele einfache Arbeiten wegfallen.

Unternehmer sollen in Mitarbeiter investieren

Allein von der Bereitschaft von Wirtschaftslenkern und Spitzenpolitikern hänge es nun ab, in Umschulungen zu investieren, die Arbeitnehmern eine Brücke in neue Jobs böten, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab. «Der Bericht zeigt, dass diese Investitionen sowohl für Unternehmen als auch für die Wirtschaft hohe Gewinne abwerfen.»

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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