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11.01.2019

Das Geschäft mit den guten Vorsätzen

Nach den üppigen Festessen zu Weihnachten und den feuchtfröhlichen Partys zu Silvester boomt im neuen Jahr das Geschäft mit den guten Vorsätzen. Kein Wunder, schließlich ist der Jahresbeginn die Zeit der guten Vorsätze.

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab kürzlich, dass immerhin 57 Prozent der Bundesbürger im neuen Jahr mehr Sport treiben wollen. Jeder Zweite (49 Prozent) will sich gesünder ernähren. Gut jeder Dritte will abnehmen. Und gerade für den Einzelhandel kommt das schlechte Gewissen der Verbraucher gerade recht.

Einzelhandel braucht Kaufanreize

«Januar und Februar sind traditionell schwierige Monate für den Einzelhandel. Denn nach dem Fest sitzt das Geld nicht mehr so locker. Der Handel muss deshalb neue Anreize schaffen, um die Kunden anzulocken», erklärt der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf.

Die Themen Gesundheit und Fitness seien dafür geradezu ideal. Denn nach dem vielen Essen zu Weihnachten gehe es jetzt darum, durch gute Ernährung rechtzeitig wieder in Form zu kommen, um im Sommerurlaub am Strand eine gute Figur zu machen. Wer dabei helfe, könne die Konsumdelle zum Jahresbeginn zumindest abschwächen und die Kundenbindung deutlich verbessern.

Ernährung und Fitness sind jetzt Trumpf

Die Handelsketten sind deshalb nur allzu gerne bereit, beim Kampf gegen die angefressenen Pfunde Hilfestellung zu leisten. Discounter rufen zum Jahresanfang.zum Durchhalten auf. Bei der Einhaltung der guten Vorsätze wollen sie helfen - etwa mit Rezepten für Superfood-Porridge oder Gemüsenudeln mit Linsenbolognese.

Und natürlich gibt es dazu im Laden und Online-Shop nicht nur die passenden Lebensmittel, sondern auch die notwendige Sportausrüstung bis hin zum Ellipsentrainer.

Ostern ist wieder Schluss mit Fasten

Einen Haken hat die Sache allerdings - für Verbraucher und für den Handel. Die guten Vorsätze halten oft nicht lange an. Der Forsa-Umfrage zufolge gelang es im vergangenen Jahr nur jedem zweiten Verbraucher, seine guten Vorsätze vier Monate und länger durchzuhalten. Das dürfte in diesem Jahr kaum anders sein.

Für den Marketing-Experten Fassnacht steht deshalb fest, das das Ende der Fitness-Fixierung in der Handelswerbung schon absehbar ist:
«Spätestens zu Ostern wird uns der Handel dann wieder nahelegen, uns doch selber wieder einmal mit gutem Essen zu verwöhnen.»

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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