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20.11.2018

Blockchain hat in Deutschland Startschwierigkeiten

„Rund um die Blockchain gibt es weltweit viele Pilotprojekte, aber noch wenig Vorzeigbares oder Alltagstaugliches. Wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen, kann Deutschland ganz vorne dabei sein“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Davor muss aber noch einiges passieren, zeigt das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern.

Sechs von zehn Unternehmen haben sich generell überhaupt noch nicht mit dem Thema Blockchain beschäftigt. Gerade mal jedes achte Unternehmen sieht sich selbst dem Thema gegenüber aufgeschlossen. Jedes Elfte (9 Prozent) ist kritisch und ablehnend eingestellt.

Kaum Praxiseinsatz der Blockchain

Entsprechend zögerlich sind die Unternehmen auch beim Praxis-Einsatz der Technologie. Neun von zehn Unternehmen haben noch nicht einmal darüber nachgedacht, ob und wie Blockchain genutzt werden könnte. Gerade einmal 2 Prozent diskutieren aktuell den Einsatz, 4 Prozent sind in der Planungs- oder Testphase und bei weiteren 2 Prozent laufen bereits Projekte.

Aufgeschlossenheit wächst mit Unternehmensgröße

Bei den Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten sieht das Bild etwas anders aus. Mehr als die Hälfte hat sich bereits mit dem Blockchain-Einsatz befasst: Jedes Neunte diskutiert darüber, jedes Vierte ist in der Planungs- oder Testphase. Und immerhin 17 Prozent geben an, dass bereits Projekte laufen.

Das sind die größten Blockchain-Bremsen

Die große Mehrheit der Unternehmen verzichtet bislang vollständig auf Blockchain-Projekte, weil sie derzeit keinen praktischen Anwendungsfall, sogenannte Use- oder Business Cases, sehen. Ebenso viele geben an, dass es dafür an qualifiziertem Personal fehlt.

Jeweils 7 von 10 Unternehmen beklagen rechtliche Unsicherheit und fehlende Standardisierung rund um Blockchain. Zwei Drittel nennen Anforderungen an den Datenschutz und an die IT-Sicherheit als Hemmnisse.

Sechs von zehn sagen, dass die Blockchain-Technologie noch nicht ausgereift sei, jedes dritte Unternehmen hält die Investitionskosten für zu hoch.

Chancen der Blockchain

Das größte Potenzial für die Blockchain sehen sieben von zehn Unternehmen beim Einsatz als dezentrale Handelsplattform oder dezentrales Transaktionssystem. Ein Beispiel dafür sind Kryptowährungen wie Bitcoin.

Jene Unternehmen, die Blockchain bereits nutzen, darüber diskutieren oder den Einsatz planen, haben große Erwartungen an die Technologie. Praktisch alle gehen davon aus, bestehende Produkte oder Dienstleistungen anpassen zu können. Acht von zehn wollen so gänzlich neue Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und zwei Drittel geben an, dass sie dank Blockchain neue Geschäftsmodelle entwickeln können.

Blockchain als Qualitätsgarant?

Rund zwei Drittel nennen die Möglichkeit, die Aktivitäten aller Partner einer Wertschöpfungskette nachvollziehbar zu gestalten. So lässt sich feststellen, ob das Ersatzteil wirklich vom Original-Hersteller stammt oder das Fleisch in der Kühltheke tatsächlich vom Bio-Rind.

Rund die Hälfte der Unternehmen geht davon aus, dass mit Blockchain die sichere und transparente Übertragung von Nachweisen über Eigentumsrechte möglich wird. Damit ließe sich etwa der Kaufvertrag über die Immobilie manipulationssicher auf einer Blockchain speichern, sodass kein Notar mehr erforderlich wäre.

Start-ups bleiben bei Partnerschaften außen vor

Den Weg in die Blockchain-Welt will nur eine Minderheit alleine beschreiten. Rund zwei Drittel gehen die Implementierung der Blockchain mit Partnern an. Jedes vierte Unternehmen tauscht sich in Branchen- oder Interessenverbänden aus oder hat ein IT-Beratungsunternehmen an Bord.

Jeweils 12 Prozent kooperieren mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder ihren eigenen Zulieferern, nur 3 Prozent mit Wettbewerbern. Gerade einmal 8 Prozent arbeiten rund um die Blockchain mit Startups zusammen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Bitkom

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