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30.07.2019

Cyber-Bankraub: Größter Datenklau in der US-Geschichte

Ein massiver Datenklau bei der US-Bank Capital One ist offenbar noch einmal glimpflich verlaufen. Die Hackerin hat die erbeuteten Daten wohl nicht weitervertrieben, die Sicherheitslücke wurde zügig geschlossen. Betroffen waren rund 100 Millionen Kunden.

Die inzwischen von der Bundespolizei FBI festgenommene Frau verschaffte sich Zugang zu den Daten von Kreditkartenanträgen und existierenden Kreditkarten, wie die Bank am Montagabend (Ortszeit) mitteilte. Demnach waren in den USA Daten von rund 100 Millionen Menschen betroffen, zudem von sechs Millionen Kunden in Kanada. Es seien aber keine Kreditkartennummern oder persönliche Log-in-Daten ausgespäht worden, hieß es weiter.

Täterin war Software-Entwicklerin

Nach Informationen der New York Times war die mutmaßliche Täterin eine Software-Entwicklerin aus Seattle, die zuvor bei Amazon Web Services, dem Cloud-Dienstleister der Bank, arbeitete. Das FBI habe ihre digitalen Spuren in sozialen Netzwerken zurückverfolgen und sie schließlich festnehmen können. Wie Capital One betont, habe die entdeckte Schwachstelle jedoch nicht speziell an der Cloud-Umgebung gelegen.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei es unwahrscheinlich, dass die Hackerin die erbeuteten Daten weiterverbreitet oder betrügerisch eingesetzt habe, erklärte Capital One. Die Daten aus den Jahren 2005 bis 2019 umfassten unter anderem die Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten von Kreditkartenkunden und Antragstellern. Zum Teil seien auch Informationen zur Kreditwürdigkeit, dem Verfügungslimit der Karten und Transaktionen in den Besitz der Hackerin gekommen, hieß es weiter.

Mangelhafte Firewall erlaubte Eindringen

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg handelte es sich bei der Schwachstelle um eine falsch konfigurierte Firewall - «eines der grundlegendsten digitalen Sicherheitswerkzeuge». Die Panne werde Capital One im Lauf des Jahres etwa 100 bis 150 Millionen Dollar (bis zu 135 Mio Euro) kosten, vor allem für Rechtskosten, Benachrichtigungen von Kunden und Umstellung der Technik.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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