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22.01.2019

Cyber-Angriffe: Risikobewusstsein von Führungskräften sinkt

Die Möglichkeiten zum Schutz vor Cyber-Gefahren werden nicht komplett ausgeschöpft. Die Stärkung der Unternehmensresilienz schützt am wirksamsten vor gravierenden Schäden.

Cyber-Angriffe sind omnipräsent: Das zeigt auch der aktuelle Hacker-Angriff auf deutsche Politiker, Prominente und Journalisten. Doch die Besorgnis scheint sich in Grenzen zu halten: Wie der zweite Teil des Deloitte Cyber Security Report zeigt, ist das Risikobewusstsein in den Führungsetagen von Unternehmen gegenüber 2017 gesunken.

60 Prozent der Befragten gaben in der aktuellen Untersuchung an, dass Hackerangriffe bei ihnen keine besonders großen Schäden anrichten würden. 2017 waren es noch 54 Prozent, 2016 46 Prozent. Aufgrund des geringen Risikobewusstseins von Geschäftsleitungen werden auch nicht alle Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr ausgeschöpft.

Mehr Angriffe – gesunkenes Risikobewusstsein

Die Ergebnisse des zweiten Teils zeigen, dass 93 Prozent der Befragten bereits einmal Opfer von Cyberattacken geworden sind. 21 Prozent gaben wöchentliche, 25 Prozent sogar tägliche Angriffe an.

Die Hälfte der Führungskräfte erklärte zwar, dass ihr Unternehmen nur selten oder nie angegriffen wird, allerdings geht ein Drittel davon aus, dass Angriffe auf ihr Unternehmen unbemerkt bleiben.

Mehr Angst vor Reparaturkosten als vor Image- und Know-how-Verlust

Geht es um eine allgemeine Einschätzung der Gefahren, ist der Know-how-Diebstahl für zwei Drittel der Führungskräfte aus der Wirtschaft die größte Bedrohung.

Steht jedoch das eigene Unternehmen im Fokus, sind für 43 Prozent die Kosten für eine Schadensbehebung der schwerwiegendste Faktor. Die Angst vor Image und Reputationsschäden steigt: 25 Prozent sehen hier ein großes Risiko.

Staatliche Unterstützung gewünscht

Wie bereits der erste Teil der Studie zeigte, haben viele Unternehmenslenker ein eher begrenztes Vertrauen in staatliche Schutzmaßnahmen. Vorrangig sieht die Wirtschaft sich selbst in der Pflicht.

So geben die Unternehmen immer mehr für die IT-Sicherheit aus, 45 Prozent sogar erheblich mehr – insbesondere die größeren Firmen. Die Spanne reicht dabei von einem Fünftel bis „nur“ zu einem Zehntel der gesamten IT-Aufwendungen.

58 Prozent der Unternehmenslenker glauben jedoch, dass der Staat wirkungsvoll bei der Abwehr von Cyberangriffen unterstützen kann – und fordern dies auch ein.

Sicherheit: Viele Einzelmaßnahmen

Gleichzeitig ergab die Umfrage, dass fast alle Unternehmen ihre IT-Netzwerke in verschiedensten Formen rund um die Uhr im Blick haben.

87 Prozent prüfen regelmäßig die Zugriffsrechte ihrer Mitarbeiter, 81 Prozent führen Schwachstellenanalysen durch. Aber nur 61 Prozent stellen ihre wertvollsten Informationsressourcen unter besondere Beobachtung und überprüfen regelmäßig, ob die zum Schutz der wichtigsten Assets getroffenen Maßnahmen ausreichen.

Gerade einmal 14 Prozent initiieren Planspiele zur Simulation von Cyber-Angriffen, wie War Gaming oder Red Teaming.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Deloitte

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