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29.01.2018

Compliance-Bewusstsein lässt nach

Zwar sind Großunternehmen laut dem aktuellen Compliance-Index gut beim Thema Compliance aufgestellt, allerdings haben die jüngsten Compliance-Skandale das Bewusstsein des Managements für diese Themen offenbar noch nicht hinreichend gestärkt.

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich der CMS Compliance-Index auf einem hohen Wert von 67,1 von möglichen 100 Zählern stabilisiert. Der Index gibt an, wie stark Compliance in Großunternehmen implementiert ist.
Während 2015 rund 28 Prozent der Unternehmen über eine eigene Compliance-Abteilung verfügten, sind es aktuell vier von zehn Unternehmen.

Diese Entwicklung wirkt sich auch auf andere Abteilungen aus: Insgesamt nehmen entsprechend weniger Mitarbeiter aus der Rechtsabteilung, dem Controlling und Risikomanagement Compliance-Aufgaben wahr. Eine Verbesserung ist auch bei der Ausstattung und Organisation der Abteilungen zu verzeichnen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen haben ihre personellen und finanziellen Ressourcen der Compliance-Abteilungen erhöht.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen, branchenübergreifenden Studie „CMS Compliance-Barometer“, die von der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland in 2017 zum dritten Mal erhoben wurde.

Defizite im Compliance-Bewusstsein des Managements

Während sich in Ausstattung und Infrastruktur der Compliance-Abteilungen eine positive Entwicklung abzeichnet, fühlt sich nur in etwa die Hälfte der Verantwortlichen gut gegen Compliance-Risiken gewappnet.

Auch die Bereitschaft des Managements, Compliance-Themen zu unterstützen und voranzutreiben, hat aus Sicht der Compliance-Beauftragten in den letzten drei Jahren abgenommen und ist von 79 Prozent in 2015 auf nun 71 Prozent gesunken.

Compliance-Arbeit wird professioneller

Die wichtigste Aufgabe von Compliance-Verantwortlichen in Unternehmen ist aktuell der Aufbau von Compliance-Prozessen und den dazugehörigen Richtlinien. Wie bereits in den vergangenen Jahren verfügen gut acht von zehn befragten Unternehmen (83 Prozent) aktuell über Compliance-Verhaltensrichtlinien (Code of Conduct). Gleichzeitig bauen Unternehmen zunehmend ihre Schulungsaktivitäten aus, bei denen die Verhaltensanforderungen vermittelt werden.

Ein weiteres Anzeichen für die ansteigende Professionalisierung der Compliance-Abteilungen ist, dass neben den Hauptaufgaben der Compliance-Verantwortlichen das Risikomanagement an Bedeutung gewinnt. Jede vierte Compliance-Abteilung ist heute in Unternehmen auch für das Risikomanagement zuständig.

Kartelle und Geldwäsche werden als Compliance-Risiken unterschätzt

Als größte Compliance-Risiken gelten bei den Studienteilnehmern nach wie vor der Datenschutz, Korruption und Haftungsfragen, während kartellrechtliche Fragen und Geldwäschethemen bei den Unternehmen weiterhin eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Hier werden relevante Risiken noch häufig unterschätzt. Die größten externen Herausforderungen in der Zukunft sehen Compliance-Officer in der zunehmenden gesetzlichen Regulierung sowie in diversen Spezialthemen, wie etwa der wachsenden Bedeutung des Datenschutzes und des Außenwirtschaftsrechts sowie Anforderungen an die Geldwäscheprävention. Dies gilt insbesondere für Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

CMS Compliance Index

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