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10.03.2020

CO2: Autohersteller müssen mit Milliardenstrafen rechnen

Zehn Autoherstellern drohen einer Studie zufolge nächstes Jahr EU-Strafen von insgesamt 3,3 Milliarden Euro wegen zu hoher CO2-Werte. Kurzfristige Maßnahmen wie Rabatte für ihre elektrifizierten oder besonders sparsamen Autos könnten das kaum noch abfedern, erklärten die Branchenexperten der Unternehmensberatung Deloitte in München.

Vergangenes Jahr stießen Neuwagen im EU-Schnitt 108 Gramm CO2 je Kilometer aus. Seit Januar schreibt die EU zum Klimaschutz einen Höchstwert von 95 Gramm vor. Große, schwere Autos dürfen etwas mehr ausstoßen.

Dieses Jahr können die Hersteller die fünf Prozent ihrer Flotte mit den schlechtesten Werten bei der Berechnung noch außen vor lassen - aber 2021 wird es ernst. Für jedes Gramm über dem Grenzwert werden 95 Euro fällig - für jedes verkaufte Auto. Bis 2030 senkt die EU den Grenzwert schrittweise weiter auf 59 Gramm.

Anteil von Hybrid- und E-Autos noch zu gering

Der Anteil der Plug-in-Hybride und Elektro-Autos an den Neuzulassungen dürfte im laufenden Jahr auf 11 Prozent steigen und bis 2026 auf 34 Prozent, heißt es in der Deloitte-Studie. Der Anteil der SUV-Fahrzeuge soll auf 41 Prozent zulegen - und 40 Prozent dieser Stadtgeländewagen seien dann mit Plug-in-Hybrid- oder E-Antrieb unterwegs, aber nur 32 Prozent der anderen Autos.

«Die Gewinnmargen bei den großen SUVs sind hoch», erklärte Deloitte-Branchenexperte Thomas Schiller. Mit elektrifizierten SUVs könnten die Hersteller praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

E-Autos brauchen weiterhin Zuschüsse

Die Autohersteller hätten mit den CO2-Vorgaben noch Jahre zu kämpfen: Damit einhergehende Profitabilitätseinbußen seien nur bedingt abwendbar.

Schiller sagte: «Die Autohersteller haben heute die Wahl, ob sie hohe CO2-Strafen an die EU zahlen oder E-Autos zu Preisen verkaufen, bei denen sie wenig bis nichts verdienen. E-Autos werden noch in den nächsten Jahren ein Zuschussgeschäft sein.» Das ändere sich erst, wenn sie auf hohe Stückzahlen kommen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Deloitte / dpa

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