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05.11.2018

Bundeswehr kämpft mit Qualitätsproblemen

Selbst bei nagelneuen Panzern, Kampfjets und Hubschraubern der Bundeswehr lässt die Einsatzbereitschaft zu wünschen übrigen. Von den 97 im Jahr 2017 an die Truppe ausgelieferten Exemplaren fünf wichtiger Hauptwaffensysteme konnten nach einer Aufstellung des Verteidigungsministeriums nur 38 genutzt werden (39 Prozent). Ziel der Bundeswehr ist es, 70 Prozent ihrer Waffensysteme für den Einsatz bereit zu halten.

Dem Ministerium machen vor allem das Transportflugzeug A400M und der Schützenpanzer Puma Sorgen. Hier sei die Qualität bei Auslieferung «weiterhin steigerungsfähig», heißt es in einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Peter Tauber auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Hier sehen wir nach wie vor die Industrie in der Pflicht, die vereinbarten Leistungen schnellstmöglich zu erfüllen.»

Von den 71 im vergangenen Jahr ausgelieferten Puma-Panzern sind 27 einsatzbereit, von den acht A400M die Hälfte. Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) räumte beim Besuch eines Nato-Großmanövers in Norwegen ein, dass es hier Nachbesserungsbedarf gebe. «Da wissen wir, dass es gewisse Mängel gibt», sagte sie. Es sei dennoch wichtig, dass die Waffensysteme schon da seien, um Training und Ausbildung zu ermöglichen.

Einsatzbereitschaft nicht gesichert

Aber auch bei den neuen Hubschraubern sieht es düster aus: Von sieben Tiger-Kampfhubschraubern aus dem Jahr 2017 sind zwei einsatzbereit, von sieben NH90-Transporthubschraubern sind es vier. Von den vier neuen Eurofighter-Kampfjets konnte zum Stichtag nur einer genutzt werden, weil neue Hauptrechner eingebaut werden mussten. Laut von der Leyen können inzwischen aber alle vier wieder genutzt werden.

Die Einsatzbereitschaft bei den neuen Hubschraubern, Kampfjets und Schützenpanzern liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller gut 5000 Exemplare der 53 Hauptwaffensysteme, die der Bundeswehr zur Verfügung stehen. Bei den Eurofightern wird die Einsatzbereitschaft in dem Bericht mit 48 Prozent angegeben, beim Puma-Panzer mit 43 Prozent, beim A400M mit 38 Prozent, beim NH90 mit 35 Prozent und beim Tiger mit 31 Prozent.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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