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04.04.2019

Bundeskabinett beschließt Pflicht-Register für Implantate

Implantate wie Prothesen und Herzschrittmacher sollen in Deutschland künftig zentral registriert werden, um mehr Qualität und Sicherheit für die Patienten zu erreichen. Das Bundeskabinett beschloss dafür den Aufbau einer verpflichtenden staatlichen Datenbank, die voraussichtlich 2021 mit den ersten erfassten Produkten starten soll.

Das Implantat-Register soll die Sicherheit und Information für Patienten verbessern und mehr Transparenz schaffen. Rufe nach einer schärferen Aufsicht waren unter anderem nach dem 2010 aufgeflogenen Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP laut geworden, bei denen jahrelang ein nicht zugelassenes Silikongel verwendet wurde.

Schon die vorige große Koalition hatte sich ein Register vorgenommen, es bis zur Bundestagswahl 2017 dann aber nicht mehr umgesetzt.

Krankenkassen zahlen künftig nur registrierte Implantate

Das künftige «Implantateregister Deutschland» soll beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) entstehen, das dem Gesundheitsministerium untersteht. Kliniken, Praxen und die Kassen müssen dann an diese Datenbank melden, wenn Patienten ein Implantat einoperiert wird - egal, ob gesetzlich oder privat versichert und auch bei Selbstzahlerleistungen wie Schönheits-OPs.

Hersteller von Implantaten müssen ihre Produkte künftig registrieren, sonst können die Kosten nicht mehr über die Kassen abgerechnet werden. Der Aufbau der Datenbank ist schrittweise geplant. Voraussichtlich ab Mitte 2021 sollen als erstes Hüftgelenk- und Knie-Endoprothesen erfasst werden, von denen im Jahr etwa 440 000 eingesetzt werden.

Transparenz soll zu besseren Ergebnissen zwingen

Auch die ungefähr 65 000 Eingriffe für Brustimplantate sollen schon zum Start registriert werden. Dann sollen nach und nach alle anderen Produkte folgen. Geregelt werden soll auch, wie Daten aus bestehenden freiwilligen Registern übernommen werden können. Generell soll beim Robert-Koch-Institut eine «Vertrauensstelle» eingerichtet werden, die personenbezogene Angaben zum Datenschutz verschlüsselt.

Anders als bisherige Datenbanken soll das staatliche Register 100 Prozent der Produkte erfassen. Erkennbar sein soll damit auch, welche Lebensdauer Implantate haben, ob es womöglich Muster bei bestimmtem Komplikationen gibt oder manche Kliniken öfter Probleme haben.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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