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10.07.2018

Krankenhauskeime: Todesfälle wegen mangelhafter Qualitätsstandards?

In Berlins Krankenhäusern sind in den vergangenen Jahren nach offiziellen Zahlen 534 Menschen an sogenannten Krankenhauskeimen gestorben. Seit 2009 gab es insgesamt rund 3500 meldepflichtige Infektionen, wie aus einer Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Florian Graf hervorgeht.

Die Keime kommen nicht nur aus dem Krankenhaus, sondern gelangen auch von außen dorthin. Besucher und Mitarbeiter tragen diese am Körper, ohne zu erkranken. Erst bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem - wie manchen Krankenhauspatienten - lösen sie schwere Infektionen aus. Keime, gegen die mehrere Antibiotika nichts mehr ausrichten können, werden multiresistente Erreger genannt.

Qualitätsstandards für Krankenhäuser gefordert

Medien hatten zuvor darüber berichtet. Graf fordert einheitliche Qualitätsstandards bei der Bekämpfung von Krankenhauskeimen in allen Berliner Kliniken sowie engmaschige Kontrollen. «Davon ist Berlin leider im Moment noch weit entfernt», so der Abgeordnete.

Die Gesundheitsverwaltung arbeitet derzeit mit verschiedenen Akteuren an einem Aktionsplan zur Krankenhaushygiene. Er soll laut Sprecher Christoph Lang Ende des Jahres fertig sein. Die Bekämpfung vermeidbarer Krankenhausinfektionen habe bei Senatorin Dilek Kolat (SPD) hohe Priorität.

Berlin nur Spitze des Eisbergs

Aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz sind die Zahlen aus Berlin «nur die Spitze des Eisberges». «Es ist deutschlandweit von 30
000 Toten pro Jahr auszugehen», sagte Vorstand Eugen Brysch.

Am häufigsten infizierten sich die Patienten mit dem Keim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Von 2352 Betroffenen starben 198 Patienten. Der Keim kann Hautentzündungen wie Geschwüre, Wundinfektionen und Entzündungen einzelner Organe verursachen. Deutlich weniger Infektionen gab es zwar mit dem Darmkeim Clostridium difficile (964), jedoch deutlich mehr Todesfälle (327).

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

10 Kommentare
  • 16.07.2018 von Wie Standards entstehen

    Es gibt Standards in der Lebensmittelindustrie und in der Automobilindustrie - und dennoch sind diese beiden Bereiche nicht frei von Skandalen. Herr Graf schafft hier Öffentlichkeit für ein sehr wichtiges Thema. Es werden Lösungen gefunden werden und diese werden dann zukünftig der Mindeststandard werden. Interessierte gibt es genügende: die KH selbst wegen ihres Rufes, deren Träger, die Krankenkassen und die Patientinnen selbst. Auch die Presse spielt eine große Rolle, in dem sie gut recherchierte und zusammengetragene Informationen veröffentlicht - nicht einfach nur Pressemeldungen einzelner Organe rezitiert.

  • 16.07.2018 von Standards und eine entsprechende Kultur bzw. Grundhaltung des Personals

    Standards sind notwendig. Es gibt Krankenhäuser, die nach der Entlassung von Patienten deren Betten komplett mit Gestell, Matratze usw. in einer Reinigungsanlage reinigen, in anderen KH’s werden gerade mal nur die Bettbezüge gewechselt. Die einen putzen täglich das WC, andere nur wöchentlich. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzten. Hier bedarf es eines verpflichtenden Standards für die gesamte Branche, welcher den größtmöglichen Schutz des Patienten sicherstellt.
    Damit der Standard lebt, bedarf es aber einer entsprechenden Kultur, vorgelebt von den höchsten Führungskräften bis hinunter in die untersten Hierarchieebenen. Und dies ist die weitaus größere Herausforderung. Hier muss die Branche lernen von Unternehmen die die Philosophie von Total Quality Management leben.

  • 16.07.2018 von nicht die ISO verhindert Krankenhauskeime sondern Maßnahmen

    Eine Norm kann immer "nur" Mindestanforderungen und ein System vorgeben und die Erfüllung wird mit einem Zertifikat für eine Organisation bestätigt.
    Deshalb glaube ich, dass nur gezielte Maßnahmen auf bestimmte Keime sinnvoll sind.
    Ich würde erwarten, dass das Bewusstsein bzgl. Keimen bei Beschäftigten im KH in der Zwischenzeit ausreichend ausgeprägt ist. Möglicherweise liegt eine große "Keimfracht" bei Patienten und Besuchern - und die sind meist nicht "zertifiziert" ;-)

  • 14.07.2018 von Regeln ohne Kontrolle und Sanktionen sind Unsinn

    Was nützt eine Zertifizierung, egal in welcher Branche, wenn es keine wirksame Kontrolle und Sanktionierung seitens des Gesetzgebers gibt? Wieso kann es in der Automobilindustrie möglich sein, dass EU-Richtlinien mehr als 10 Jahre nicht umgesetzt werden? Es gibt meiner Erfahrung nach schlichtweg keine funktionierende Kontrollinstanz in Deutschland, die diese Funktion ernst nimmt und sich nicht einseitig der Wirtschaftsförderung nahezu um jeden Preis verschrieben sieht. Gleiches im Gesundheitswesen einzuführen bedeutet doch auch nur, dem Verbraucher/Patienten mit viel Geld Sand in die Augen zu streuen. Neue Regeln ohne ernsthafte Kontrollen und spürbare Sanktionen brauchen wir wirklich nicht noch mehr!

  • 14.07.2018 von Krankenhauskeime

    Zertifizierungen und Standards bringen nur mit einer veränderten Haltung etwas. Das QMS der Automobilindustrie ist eines der am meisten regulierten Systeme, und trotzdem konnten die Manipulationen an den Dieselfahrzeugen geschehen. Das System ist nur so gut, wie die Fühungskräfte, die im Unternehmen wirken.

  • 13.07.2018 von Führen wir den höchsten Q-Level im Gesundheitswesen ein?

    Es muss selbstverständlich sein, dass wir gerade im Gesundheitswesen den höchst möglichen Level an System und Methoden zur Absicherung der Qualität haben. Es ist sehr wichtig, dass Menschen bestmöglich untersucht, behandelt und rehabilitiert werden.
    Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wenn wir zum Beispiel in einer Produktion von Komponenten für die Autoindustrie systematischer unterwegs sind wie im Gesundheitswesen. Ich habe selber vor einigen Wochen erleben müssen, wie schlecht die Reaktivität in einem Krankenhaus ist, wenn z.B. Noroviren auftreten.
    Ich meine, dass wir die besten Praktiker in Sachen Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung losschicken müssen, um die besten Standards einzuführen, und dafür sorgen, dass diese wirksam aufrechterhalten werden.
    Es stellt sich mir die Frage, ob das auf freiwilliger Basis zu realisieren ist? In der Automobilindustrie reicht z.B. ISO 9001 auch nicht. Ohne den Druck der OEMs würden viele Lieferanten nicht mal ISO 9001 haben. Brauchen wir aus genau dem gleichen Grund im Gesundheitswesen den denkbar stärksten Forderer für das beste System? Wer könnte diese Rolle übernehmen?
    Ich wünsche uns eine Q-Revolution im Gesundheitswesen!

  • 13.07.2018 von Zertfikat schafft Qualität?

    Maßgeblicher Faktor für die Qualität in Krankenhäusern ist zu geringer Personalstand, dadurch überlastete Mitarbeiter und Ärzte, die in Schichten arbeiten, die für Arbeiter am Fliessband schlicht verboten wären.
    Wenn ein Qualitätsmanagement Prozesse aufsetzt, die mit diesen Umständen umzugehen versuchen, anstatt sie abzuschaffen, kann eine Zertifizierung diese Prozesse nur entweder ablehnen oder nicht stattfinden. Ich stimme dem Vorredner zu: "Zertifikate bringen nichts für den Patienten, sondern lediglich Einnahmen für den Zertifizierer." Die Probleme liegen woanders.

  • 13.07.2018 von Zertifikate als Bestätigung eines QM-Prozesses

    Selbstverständlich können verbindliche, gesetzlich geregelte und auf ISO-Normen basierende Qualitätsmanagementsprozesse auch im Gesundheitswesen die Qualität verbessern. Nicht das Zertifikat steht dabei im Vordergrund, sondern der QM-Prozess, in dem alle Mitarbeiter erkennen, welche Rolle sie spielen und welche Folgen ihr Versagen haben kann. Das öffentlich/gesetzlich geregelte Zertifikat steht dabei erst am Ende des Prozesses. Mit Phantasie-Zertifikaten, wie sie auch schon anzutreffen sind, ist nur unkontrollierten Geschäftemachern gedient.

  • 13.07.2018 von Multiresistente Keime im Krankenhaus

    Es ist zwingend erforderlich, den Missbrauch der Antibiotiker in der Landwirtschaft, zu beenden. Zusätzlich sind die Hygienemaßnahmen in den Krankenhäuser durch die Amtsärzte zu prüfen und ggf. mit entsprechenden Sanktionen durchzusetzen. Alte und bekannte Methoden, sowie die Forschung nach in der Vergangenheit sehr erfolgreich eingesetzten Mischungen und Stoffen ist vorzuschreiben. Dieses dient einfach auch dem Arbeitsschutz der Menschen im Krankenhaus. Alles andere ist nicht zielführend.

  • 13.07.2018 von Zertifikate im Gesundheitswesen

    Zertifikate bringen nichts für den Patienten, sondern lediglich Einnahmen für den Zertifizierer. Nur die Definition und Einführung verbindlicher Hygienestandards mit konsequenten externen Qualitätskontrollen haben einen Nutzen. Das schließt jedoch auch ein, dass auf der Grundlage definierter Hygienestandards ein internes Qualitätsmanagement erforderlich ist.

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