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02.11.2018

Automatisierung gefährdet Arbeitsplätze älterer Mitarbeiter

Die zunehmende Automatisierung gefährdet die Arbeitsplätze älterer Arbeitnehmer. Gleichzeitig fehlen in den überalterten Gesellschaften junge Nachwuchskräfte. Das zeigt eine Studie, die die Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Mercer für das Global Risk Center der Marsh & McLennan Companies durchgeführt haben. Um trotz dieses soziodemografischen Trends ausreichend Fachkräfte zu gewinnen, müssen Unternehmen ältere Arbeitnehmer als Chance begreifen und in Fortbildung und Job-Redesign investieren.

Die Kombination einer alternden Weltbevölkerung mit der zunehmenden Automatisierung in der Arbeitswelt wird erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben – insbesondere in einigen asiatischen Ländern, in denen gering qualifizierte Arbeitskräfte im Alter von 50 bis 64 Jahren einen immer größeren Anteil der Erwerbsbevölkerung darstellen. Bis 2025 laufen in China 76 Prozent, in Thailand 69 Prozent der älteren Arbeitnehmer Gefahr, aufgrund der Automatisierung nicht mehr am Arbeitsmarkt teilhaben zu können.

Mehr als die Hälfte der Job in Gefahr

Doch auch in europäischen Ländern wie Deutschland oder Italien drohen Jobs wegzubrechen, die mit älteren Arbeitnehmern besetzt sind. Obwohl in Deutschland viele ausgebildete Fachkräfte arbeiten, deren Arbeitsplätze in der Regel schwer zu automatisieren sind, drohen hierzulande 57 Prozent der von älteren Mitarbeitern besetzten Stellen wegzufallen. Das ist das Ergebnis der Studie „The Twin Threats of Aging and Automation“ des Global Risk Center von Marsh & McLennan Companies.

Im Rahmen der Studie haben Experten von Oliver Wyman und Mercer untersucht, wie sich die Automatisierung auf ältere Arbeitnehmer in 15 ausgewählten Staaten in Europa, Asien und Amerika auswirkt. Neben Industriestruktur und Ausbildungssystem hängt das Automatisierungsrisiko für ältere Menschen auch von der Gestaltung der Sozial- sowie der Finanzierungssysteme ab.

Weitreichende Folgen für die Gesellschaft

Gerade in Kombination mit einer alternden Bevölkerung hat die Automatisierung weitreichende Folgen: Es bestehe die Gefahr, dass die Älteren von der Wirtschaft von morgen ausgeschlossen werden – auch dann, wenn sie bereit und in der Lage sind, eine sinnvolle Arbeit zu leisten.

Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass die Automatisierung das Leben der älteren Arbeitnehmer auch in Österreich stark beeinflussen könnte – das Verdrängungsrisiko liegt hier bei 54 Prozent. Die Schweiz schneidet im deutschsprachigen Ländervergleich mit 49 Prozent Risiko am besten ab. Die niedrigsten Risikowerte weltweit weisen Australien mit 42 Prozent und Kanada mit 47 Prozent auf – für diese Länder ergibt sich auch die niedrigste Überalterungsquote.

Ältere Arbeitnehmer als Chance sehen

Steigende Lebenserwartungen und sinkende Geburtenraten führen in vielen Volkswirtschaften dazu, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft. So geht die UNO davon aus, dass in Deutschland der Anteil der zur Verfügung stehenden Menschen im erwerbsfähigen Alter an der Gesamtbevölkerung zwischen 2015 und 2030 um mehr als sechs Prozent abnimmt.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Mercer

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