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16.03.2020

App und E-Rezepte: Patienten bereit für die digitale Sprechstunde

Laut einer Studie von PriceWaterhouseCoopers stehen die deutschen Versicherten E-Health aufgeschlossen gegenüber. Drei Viertel begrüßen die App auf Rezept. Großes Manko scheint aber die Datensicherheit zu sein.

Das Image der Gesundheitswirtschaft in Deutschland hat Kratzer bekommen: Lediglich die Hälfte der Bürger zählt das deutsche Gesundheitssystem aktuell zu den drei besten der Welt, während 2016 noch fast zwei Drittel der Top-3-Bewertung zustimmten. Gerade in der Zielgruppe der Versicherten über 35 Jahre ist die Skepsis in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen.

Der wichtigste Kritikpunkt betrifft die ärztliche Behandlung: Mediziner nehmen sich zu wenig Zeit für ihre Patienten, bemängeln 40 Prozent der Deutschen. Das sind zentrale Ergebnisse des „Healthcare-Barometers 2020“, einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung kommt gut an

Das sieht die Mehrheit der Bürger in Deutschland ähnlich: Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen vorantreiben soll, verbinden sie hohe Erwartungen. So begrüßen die Versicherten, dass der Innovationsfonds bis zum Jahr 2024 mit 200 Millionen jährlich verlängert wird (80 Prozent), dass Verwaltungsprozesse digitalisiert werden (77 Prozent) und es Gesundheits-Apps auf Rezept gibt (74 Prozent).

76 Prozent würden das elektronische Rezept nutzen, 54 Prozent sind gegenüber der Videosprechstunde aufgeschlossen und 70 Prozent bestätigen, dass die Gesundheits-App auf Rezept eine gute Orientierung darüber gibt, welche Anwendungen einen wirklichen Nutzen haben. Die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Arbeitgeber begrüßen sogar 87 Prozent.

Sorge um die Sicherheit von Daten

Allerdings sehen die Bürger durchaus auch die Kehrseite der digitalen Kommunikation zwischen Arzt und Patient – sie machen sich Gedanken um die Nutzung ihrer persönlichen Daten. 93 Prozent fordern daher, dass Informationen nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung der Versicherten weitergegeben werden sollten, und 77 Prozent fürchten, dass ihre Daten an kommerzielle Anbieter übermittelt werden könnten.

Hohe Zufriedenheit mit der eigenen Krankenkasse

Auch wenn die Unzufriedenheit der Bürger mit dem deutschen Gesundheitswesen steigt – das Vertrauen in die eigene Krankenkasse ist davon unberührt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zufriedenheit der Versicherten sogar leicht gestiegen: von 86 auf 88 Prozent. Acht von zehn Studienteilnehmern bestätigen, dass sie alle Leistungen bekommen, die für eine gute medizinische Versorgung notwendig sind. Dabei gibt es allerdings einen deutlichen Unterschied zwischen privat und gesetzlich Versicherten: 90 versus 79 Prozent.

Krankenhäuser: die Empfehlung des Arztes zählt am meisten

Relativ zufrieden sind die Deutschen auch mit ihrer Krankenhauslandschaft. Immerhin jeder zweite Bundesbürger schätzt die Versorgung in deutschen Kliniken als gut oder sehr gut ein. Auffällig ist, dass Frauen kritischer auf Krankenhäuser blicken – gute Noten geben nur 44 Prozent der weiblichen Patienten gegenüber 58 Prozent der männlichen.

Bei der Wahl des richtigen Krankenhauses ist der Hausarzt der wichtigste Ansprechpartner (55 Prozent), gefolgt von Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis (40 Prozent). Überraschenderweise folgen gerade die Digital Natives, die 18- bis 34-Jährigen, am meisten dem Rat der Freunde (51 Prozent). Bewertungsseiten im Netz und die Homepage der Klinik spielen bei dieser Zielgruppe nur eine untergeordnete Rolle (33 bzw. 34 Prozent).

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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