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08.03.2018

50 Mrd. Euro weniger Umsatz: Fachkräftemangel bremst Mittelständler aus

Der Anteil der Unternehmen, die große Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften haben, hat sich seit 2015 von 16 Prozent auf aktuell 27 Prozent erhöht. Weitere 53 Prozent geben an, dass ihnen die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern „eher schwer“ fällt.

Der leergefegte Arbeitsmarkt macht nicht nur den Personalabteilungen zu schaffen – er kostet die Unternehmen insgesamt viel Geld. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Mittelständler beklagt Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels – 2016 waren es 49 Prozent. Insgesamt entgehen dem deutschen Mittelstand dadurch hochgerechnet 53,4 Milliarden Euro im Jahr.

Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden deutschlandweit 2.000 mittelständische Unternehmen mit mindestens 20 Millionen Euro und höchstens 1 Milliarde Euro Umsatz befragt.

Einstellungsplanung auf Rekordniveau

Dabei würden die Mittelständler am liebsten auf Rekordniveau neue Mitarbeiter einstellen: 36 Prozent planen, im ersten Halbjahr 2018 ihre Belegschaft aufzustocken – so viele wie noch nie seit Beginn der Befragung. Lediglich acht Prozent gehen davon aus, dass ihre Mitarbeiterzahl sinken wird.

Regional herrscht in Deutschland teilweise Vollbeschäftigung, gut ausgebildete Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber längst aussuchen. Gerade kleinere Mittelständler, die mit bekannten Großunternehmen um Arbeitskräfte konkurrieren, können dadurch oft Stellen nur mühsam oder gar nicht besetzen.“

Kraftfahrzeugbranche mit größten Schwierigkeiten

Gerade in der Kraftfahrzeugbranche und in Transport- und Bauunternehmen macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar: Neun von zehn Unternehmen dieser Branchen fällt es schwer, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. In 72 Prozent der Transport- und Verkehrsunternehmen führt dies bereits zu Umsatzeinbußen.

Auch 65 Prozent der Bauunternehmen und jeweils 58 Prozent der Betriebe aus dem Kraftfahrzeugbau und dem Maschinenbau klagen über Umsatzeinbußen. Die Branchen, die besonders stark von der guten konjunkturellen Entwicklung profitieren, haben auch besonders große Probleme, mit dem eigenen Wachstum Schritt zu halten.

Probleme in allen Bundesländern – in Brandenburg am gravierendsten

Probleme bei der Fachkräftesuche haben Unternehmen in ganz Deutschland – unabhängig vom Bundesland. So ist die Situation in Nordrhein-Westfalen unter allen Bundesländern die beste – allerdings klagen im bevölkerungsreichsten Bundesland immer noch fast drei Viertel der Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche.

Am schwersten tun sich allerdings Mittelständler in den ostdeutschen Bundesländern: 93 Prozent der Unternehmen in Brandenburg, 90 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt und 88 Prozent der Unternehmen in Thüringen berichten von Problemen bei der Fachkräfterekrutierung.

Das betrifft insbesondere die Produktion: Knapp über die Hälfte der Mittelständler lässt Stellen in diesem Bereich unbesetzt. Im Marketing oder Vertrieb müssen immerhin noch 23 Prozent der Unternehmen Stellen offen lassen.

Die Unternehmen setzten aber in erster Linie auf eher klassische Instrumente bei der Mitarbeitergewinnung: Ein Großteil – 59 Prozent – setzt am ehesten auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Werbung in Online- und Printmedien ist für 46 Prozent das bevorzugte Instrument und in den sozialen Medien sind 35 Prozent in erster Linie aktiv.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Ernst & Young

Weiterführende Information
Unternehmensinformation

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Flughafenstraße 61
DE 70622 Stuttgart
Tel.: 711 9881-0
Fax: 711 9881-550

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