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28.01.2019

Handwerk: Comeback der Meisterpflicht?

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks will die Meisterpflicht wieder einführen, doch die Monopolkommission hält dagegen: Ein Meisterzwang sei kein Garant für hohe Qualität und würde außerdem den Fachkräftemangel verschärfen.

Die Monopolkommission hat sich gegen eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen ausgesprochen. Eine Ausweitung des Meisterzwangs dürfte zu einem deutlichen Rückgang der Betriebsgründungen in zulassungsfreien Gewerken führen, heißt es in einem neuen Bericht, den das unabhängige Beratergremium der Regierung am Donnerstag vorlegte.

Marktregulierung durch Meisterpflicht

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hatte kürzlich auf eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen gepocht und vor Marktverzerrungen gewarnt. Eine Wiedereinführung der Meisterpflicht in bisher zulassungsfreien Gewerken werde zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit und fairen Marktbedingungen führen. Seit der Deregulierung seien im Handwerk Zigtausende Solo-Selbstständige dazugekommen.

Starker Wettbewerb gefährdet Betriebsstabilität

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Handwerksberufen die Meisterpflicht weggefallen, darunter in Berufen wie Rollladen- und Jalousienbauer, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Gold- und Silberschmied, Orgelbauer oder Musikinstrumentenhersteller.

Laut Monopolkommission führte dies zu einem Gründungsboom. Allerdings sei feststellbar, dass es in den zulassungsfreien Gewerken eine geringere Stabilität der Betriebe gebe. Dies liege auch an der höheren Wettbewerbsintensität, wie es im Bericht heißt.

Meisterzwang würde Kundenfreiheit schmälern

Die Kunden profitierten derzeit von der stärkeren qualitativen Differenzierung handwerklicher Leistungen. Das bedeutet, sie könnten selbst entscheiden, für welche Arbeit sie einen teureren Meisterbetrieb engagierten und einen günstigeren Anbieter.

Meister noch kein Garant für Qualität

Ein Meisterzwang sei nach Ansicht der Monopolkommission aus mehreren Gründen kein geeignetes Instrument dafür, eine hohe Qualität zu sichern. Zwar werde sichergestellt, dass die Betriebsinhaber eine formal höhere Qualifikation aufwiesen. In der Praxis aber würden viele Arbeiten von Gesellen und Lehrlingen und nicht von den Betriebsinhabern beziehungsweise Meistern ausgeführt. Auch dürfte eine einmalig absolvierte Meisterprüfung nicht zur dauerhaften Qualitätssicherung ausreichen.

Zudem dürfte sich der Fachkräftemangel in einigen Handwerksberufen im Falle einer Rückkehr zur Meisterpflicht eher noch verschärfen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

11 Kommentare
  • 02.02.2019 von Wiedereinführung der meisterpflicht

    In meinem langen Leben habe ich schon viele Handwerksbetriebe beauftragt. Mit dem Handwerksmeister habe ich im Vorfeld oder nach dem Auftrag meistens Kontakt gehabt. Die Arbeiten haben Gesellen, Lehrlinge und angelernte Kräfte ausgeführt. In einem Fall, da gab es den Mindestlohn noch nicht, wurden mir 34 € pro Stunde in Rechnung gestellt. Ein beteiligter Mitarbeiter, der dabei in den Stundensatz mit einbezogen wurde, bekam 6 €. Letztendlich war ich mit der Arbeit zufrieden, nicht mit der Rechnung. Qualität wird durch den Kunden bewertet. Er entscheidet, ob seine Erwartungen nicht erfüllt, erfüllt oder sogar übererfüllt wurden. Das Handwerk lebt letztendlich von der Empfehlung und Weiterempfehlung der Kunden.
    M.E. ist es ein Problem in Deutschland, dass immer eine ganze Anzahl von Personen mitverdient, die gar nicht an der Wertschöpfung beteiligt sind. Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Kassenärztliche Vereinigungen und so weiter. Von der althergebrachten Behördenorganisation mit Regeln und Traditionen aus der Zeit der Kaiser und Fürsten ganz zu schweigen. Dabei wird eine Vielzahl von Regeln aufgestellt, nach dem Motto: Regeln schaffen Ordnung und Ordnung schafft Sicherheit. Bleibt jedoch die Frage: Sicherheit für wen?

  • 01.02.2019 von Schon die Argumente zur Abschaffung waren fragwürdig

    Ich bin auch für die Wiedereinführung der Meisterprflicht dort, wo sie abgeschafft wurde. Ein Argument der Politik zur Abschaffung lautete, dass bestimmte Gewerke nicht sicherheitsrelevant seien und die Meisterpflicht dort also unnötig sei. Das heißt im Umkehrschluss, dass man dann dort aber Pfusch zulassen wollte, denn sonst hätte man die Meisterpflicht auch ganz abschaffen können. Außerdem handelte es sich in gewisser Weise um eine Enteignung der Meister, die ihre jahrelange Ausbildung selbst finanzierten und sich nun im Wettbewerb mit ungelernten Kräften befinden, die ihre Ausbildung nicht rezufinanzieren brauchen.

  • 01.02.2019 von Meisterbrief als Eintrittskarte für Handwerksbetriebe

    Ein klares ja zu einer Meisterpflicht als Qualifikation zum Führen eines Handwerksbetriebes!
    Viele sogenannte Handwerksbetriebe bestehen mittlerweile oft ausschließlich aus ungelernten Kräften, die keinerlei fachliche Qualifikationen und Eignung für ihr Handwerk mitbringen...wer, wenn nicht ein Meister, soll diesen Leuten ein Mindestmaß an Wissen vermitteln?
    Die damalige Entscheidung ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung, unser Bildungs- und Ausbildungsniveau immer weiter abzusenken. Das betrifft im übrigen nicht nur das Handwerk sondern auch unser Schul- bzw. Hochschulsystem.

  • 01.02.2019 von Meisterprüfung und NQR

    Die Meisterprüfung ist bei uns in Österreich auf Level 6 im NQR eingestuft. Damit soll die Ausbildung europaweit dargestellt und vergleichbar gemacht werden. Auf der selben Ebene ist zum Beispiel die Ingeneurausbildung. Betriebe mit Meisterausbildung haben sehr wohl eine höhere Qualität aufzuweisen, und das obwohl nicht jeder Meister selbst Hand anlegt. Wird nämlich der Geselle und der Lehrling vom Meister geschult, ausgebildet und überwacht so kann man von einem höheren und abgesicherten Qualitätslevel ausgehen als wenn jemand mit keiner oder nur geringer Grundausbildung, ohne Qualitätssicherung, Arbeiten ausführt. Die duale Ausbildung bis hin zum Meister sollte deshalb wieder verstärkt gefordert werden.

  • 01.02.2019 von Zurück zur dualen Ausbildung

    Leider hat mir erst kürzlich ein Dachdecker mit Meisterprüfung als Einmannbetrieb eine sehr schlechte Arbeit abliefern wollen. Ich betrachte dies als Ausreißer. Ich bin grundsätzlich für die duale Ausbildung und bedauere, dass in zahlreichen Berufen die Meisterausbildung entfiel. Wir sind uns offensichtlich dieses Alleinstellungsmerkmals gar nicht voll bewußt, eine Ausbildung um die uns andere Länder beneiden. Laien gibt es überall genug.

  • 01.02.2019 von Schwarz-/Weißdenken

    Vielleicht findet sich ja ein Kompromiss. Soweit ich mich noch erinnere ist die Prüfung zur Meisterin in 4 Teile zerlegt (Fachtheorie/Meisterstück/Ausbildungseignung/Betriebsführung). Wo genau ist nur der Mangel? Evtl. lässt sich durch eine Initiative innerhalb weniger Jahre hier mit gezielter Förderung etwas erreichen?

  • 01.02.2019 von Meisterzwang bringt dem Kunden Qualitätssicherheit

    Die meisten Kunden gehen meiner Meinung nach immer noch davon aus, das der beauftragte Handwerker einen Meisterbrief hat. Leider wird dieses Kriterium zu wenig herausgestellt und die Enttäuschung über eine schlechte Arbeit kommt zum Schluss.

  • 01.02.2019 von Der Meisterbrief als Garant für QUALITÄT

    Ich kann nur mitteilen das ich als selbstständiger Meister im Tischlerhandwerk und Qualitätsmanager genau auf die QUALITÄT der Produkte und Projekte achte.
    Ich denke ich spreche auch für viele meiner Kollegen die wie ich die harte Meisterschule besucht haben, in erster Linie um sich später selbstständig zu machen.
    Um in Ihren eigenen Betrieben ob alleine oder mit Mitarbeitern dem Kunden eine fachlich gute Arbeit und hohe Qualität ab zu liefern. Es war immer so und wird auch weiter so sein, das eine gute Qualifikation und Fachwissen auch der Qualität des Produktes zu gute kommt.

  • 01.02.2019 von Meisterpflicht sichert qualifizierten Nachwuchs

    Vordergründig mag es so sein, dass die Meisterpflicht keine Qualität garantiert, ebenso wenig wie eine Zertifizierung nach DIN EN ISO ff. Wie sieht es aber in einigen Jahren mit der Qualifikation der dann agierenden Fachkräfte aus? Wer bildet in diesen Berufe denn dann noch aus? Die vielfach gelobte "Duale Ausbildung", unser Exportschlager, läuft dann ins Leere. Also wenn Nachhaltigkeit gewünscht wird, dann brauchen wir wohl zukünftig Meister in Ihrem Fach bzw. Ihrem Gewerk.

  • 01.02.2019 von Meisterbrief ist ein Garant für Nachhaltigkeit

    Mir sind einige dieser Einmannbetriebe ohne Qualifikation bekannt, da herrscht das Prinzip "von der Hand in den Mund" und am Ende steht dann die Altersarmut. Das bringt weder die Kunden weiter (oft genug wird gepfuscht), noch die Gesellschaft, noch die Freiberufler selbst. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat es m.E. sehr gut auf den Punkt gebracht.

  • 01.02.2019 von Ist der Führerschein Garant für gute Fahrweise?

    Es fand irgendwann eine "Sensibilisierung" statt; so auch bei der Meisterausbildung.
    WAS Menschen daraus machen .....

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