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23.05.2016

QM in der Luftfahrt: Neuauflage der EN 9100

Weltweit stark vernetzte Zulieferketten, innovative Produktionsverfahren und komplexe Produktionsbedingungen gilt es, qualitätsgesichert zu steuern, um Lieferengpässe und Schäden zu vermeiden. Die bevorstehende Neuauflage der QM-Norm für die Luftfahrt, EN 9100, reagiert auf das veränderte Marktumfeld.

Die Neuauflage der ISO 9001:2015 hat Folgen für die Normenreihe EN 9100, nach der das Qualitätsmanagement der Luftfahrtindustrie ausgerichtet ist.

High Level Structure

Wesentliches Merkmal der Revision der zugrundeliegenden ISO 9001:2015 ist die Einführung einer übergeordneten Grundstruktur (High Level Structure) in zehn Norm-Abschnitten. Nach dieser Struktur sind alle neu aufgelegten ISO-Standards aufgebaut, um die Integration und Kompatibilität mit anderen Managementsystemen zu vereinfachen. Die Folgen für die Luftfahrt sind unter anderem Anpassungen beim Wissensmanagement sowie beim Risikomanagement mit Regelungen für den Umgang mit gefälschten Bauteilen oder zur Vermeidung von mitunter folgenschweren Fremdkörpern in der Produktion.

Risikomanagement im Fokus

Ein besonderes Augenmerk legt die Norm beispielsweise auf Fremdkörper, die Schäden an Flugzeugen verursachen können, sogenannte Foreign Object Damage (FOD). Durch immer leistungsfähigere Triebwerke steigt die Gefahr, dass durch große Luftmengen selbst kleinste Fremdkörper in die Triebwerke eingesaugt werden und dort Schäden verursachen können. Um dies zu vermeiden, verlangt die Norm Präventionsmaßnahmen, um in allen Produktions- und Reparaturbereichen das Bewusstsein der Beschäftigten für eine hohe Arbeitsdisziplin zu schärfen, Gefahren für Fremdkörper zu erkennen und zu beseitigen.

Nicht gereinigte Arbeitsplätze, falsche Arbeitskleidung oder Produktionsrückstände in Bauteilen können zu kostenintensiven Schäden, Lieferverzögerungen oder sogar zu Unfällen führen“, erläutert der Experte von DEKRA Certification. Die neue übergeordnete Struktur ist ein Meilenstein für die Praxis, da eine hohe Kompatibilität mit anderen QM-Systemen geschaffen wurde. „Außerdem erstrecken sich Risikoanalysen künftig über die gesamte Organisation eines Luftfahrtunternehmens und seine Interaktion mit dem Markt.“

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

DEKRA

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