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11.04.2018

Gefahrstoffe müssen gemanagt werden

Den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gemischen regelt im Wesentlichen die Gefahrstoffverordnung. Wichtige Prozesse im Gefahrstoffmanagement sind Beschaffen, Freigeben, Verwenden, Lagern und Entsorgen. Unternehmen müssen demnach Gefährdungen identifizieren und geeignete Maßnahmen festlegen und umsetzen.

Gefahrstoffverzeichnis

Grundsätzlich muss ein Gefahrstoffverzeichnis bzw. Gefahrstoffkataster erstellt werden, es enthält alle im Unternehmen verwendeten Gefahrstoffe. Neben Bezeichnung des Gefahrstoffs, Einstufung oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften und den im Betrieb verwendeten Mengen müssen auch die Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können, dokumentiert werden.

Nach CLP-Verordnung werden Gefahrstoffe 28 Gefahrenklassen zugeordnet, diese sind wiederum in Gefahrenkategorien unterteilt und beschreiben die Schwere der Gefahr. Das Signalwort „Gefahr“ steht für ernsthaftere, „Achtung“ dagegen für weniger schwerwiegende Gefahrenkategorien. Gefahrenpiktogramme sowie H- und P-Sätze charakterisieren mögliche Gefährdungen und geben Hinweise zum sicheren Umgang.

Informationen dazu liefert das Sicherheitsdatenblatt, das der Lieferant zur Verfügung stellen muss. Es empfiehlt sich, ca. alle 2 Jahre ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt anzufordern und Änderungen im Gefahrstoffverzeichnis zu erfassen.

Beschaffen, Beurteilen und Freigeben

Vor der Aufnahme von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Soll ein neuer Stoff im Unternehmen eingesetzt werden, müssen vorab mögliche Gefährdungen beurteilt und erforderliche Maßnahmen betrachtet werden. Handelt es sich um einen Gefahrstoff, so muss auch geprüft werden, ob ein anderer – nicht oder weniger gefährdender - Stoff eingesetzt werden kann (Substitution). Auch die Substitutionsprüfung muss dokumentiert werden, es empfiehlt sich eine Dokumentation im Gefahrstoffverzeichnis. Erst danach kann die Freigabe erfolgen, der Gefahrstoff darf dann im Unternehmen verwendet werden.

Betriebsanweisung, Unterweisen, Verwenden

Mitarbeiter müssen vor Aufnahme der Beschäftigung und danach mindestens jährlich, Jugendliche mindestens halbjährlich, unterwiesen werden. Betriebsanweisungen bilden die Grundlage für die Unterweisung über auftretende Gefährdungen und entsprechende Schutzmaßnahmen. Sie müssen den Beschäftigten in schriftlicher Form zugänglich sein, Informationen liefert auch hier das Sicherheitsdatenblatt.

Lagern

Die Lagerklasse eines Gefahrstoffs gibt Auskunft darüber, unter welchen Bedingungen der Stoff gelagert werden muss. Es muss u.a. berücksichtigt werden, ob ein Zusammenlagerungsverbot besteht, Mengenschwellen zu beachten sind oder bestimmte Temperaturen eingehalten werden müssen. Nur wenn Vorgaben und Hinweise eingehalten werden, kann eine sichere Lagerung gewährleistet werden: Brand, Explosionen oder andere unerwünschte Reaktionen können verhindert werden, Stoffeigenschaften bleiben unverändert.

Entsorgen

Und schließlich sind Unternehmer in der Pflicht, dass Gefahrstoffe bzw. leere Behälter mit anhaftenden Resten vorschriftsmäßig entsorgt werden. Hinweise zur Entsorgung und ggf. den Abfallschlüssel nach Abfallverzeichnisverordnung (AVV) liefert ebenfalls das Sicherheitsdatenblatt.

Was tun?

Arbeitgeber müssen u.a. dafür sorgen, dass:
• für alle verwendeten Gefahrstoffe aktuelle Sicherheitsdatenblätter mit Einstufung und
Kennzeichnung nach CLP-Verordnung vorliegen.
• die Gefährdungsbeurteilung nach § 6 GefStoffV durchgeführt und dokumentiert wird.
• eine Substitutionsprüfung erfolgt und dokumentiert wird.
• Betriebsanweisungen auf der Grundlage der Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt
erstellt und aktualisiert werden.
• Unterweisungen auf der Grundlage aktueller Betriebsanweisungen erfolgen.
• grundsätzlich ein Verzeichnis der verwendeten Gefahrstoffe (Gefahrstoffverzeichnis, -kataster) erstellt und aktualisiert wird.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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