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17.02.2020

EU-Behörden kontrollieren Online-Angebote

Die EU-Überwachungsbehörden für Chemikalienrecht haben den Start eines umfangreichen Überwachungsprojekts bekanntgegeben. Im Fokus stehen die Angebote von Online-Shops und Verkäufern auf Handelsplattformen wie Ebay und Amazon.

Die Behörden werden die Einhaltung von Kennzeichnungsvorschriften für Gefahrstoffe wie Reiniger, Klebstoffe und ähnliche Chemieprodukte prüfen. Zudem ist geplant, die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten in Produkten wie Spielzeug und Textilien zu kontrollieren. Hintergrund: Bei einem Pilotprojekt im Jahr 2017 waren 82 Prozent der Angebote nicht rechtskonform gemäß CLP-Verordnung.

Dekra Experten raten allen Betreibern von Online-Shops, ihre Angebotsinformationen, Kennzeichnung und Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten, zu überprüfen.

Kontrolleure fokussieren auf drei Themen

Die aktuellen Kontrollen haben drei Schwerpunkte:

1. Online-Angebote von Chemieprodukten wie Reinigern, Klebstoffen und Ähnlichem werden auf die korrekte Kennzeichnung gemäß Art. 48 der CLP-Verordnung geprüft. Hierbei ist es wichtig, dass der Abnehmer die volle Gefahrstoffkennzeichnung mit Piktogramm, Signalwort und H-Sätzen im Wortlaut zwingend sehen muss, bevor er den Artikel für den Kauf auswählt.

2. Die Überwachungsbehörden werden die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten gemäß REACH Anhang XVII in Erzeugnissen kontrollieren. Dies betrifft beispielsweise Grenzwerte für Azo-Farbstoffe in Textilien oder Phthalat-Weichmacher in Spielzeugen und Babyartikeln. Dazu werden die Behörden entsprechende Produkte kaufen und in Laboren untersuchen lassen.

3.Auch Online-Angebote für Biozidprodukte wie Desinfektionsmittel sollen daraufhin überprüft werden, ob die Vorgaben der EU-Biozidprodukteverordnung eingehalten werden. Verstöße, die im Rahmen dieses Überwachungsprojekts aufgedeckt werden, werden von den Behörden gemäß der nationalen Vorschriften sanktioniert. Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht können zu Geldbußen führen, Verstöße gegen Schadstoffgrenzwerte sogar zu Strafverfahren.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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