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06.11.2018

CSR-Richtlinie: Unternehmen setzen neue Berichtspflicht unterschiedlich um

Die großen deutschen börsennotierten Unternehmen setzen die neue gesetzliche Vorgabe, im Rahmen der jährlichen Pflichtberichterstattung auch über nichtfinanzielle Belange zu informieren, höchst unterschiedlich um. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Der Studie zufolge berichten manche Unternehmen bereits so ausführlich über Aspekte der sogenannten „Corporate Social Responsibility“ (CSR), dass die entsprechenden Informationen bis zu 100 Seiten füllen. Dagegen kommen andere Unternehmen mit weniger als zehn Seiten aus – und eines sogar mit nur zwei Seiten.

Eigenständiger Bericht in kleineren Unternehmen

Ein weiteres Beispiel für die auffallend großen Diskrepanzen: Während sich bereits 22% der Dax-Konzerne die Mühe machen, den CSR-Bericht vollständig in den traditionellen Lagebericht zu integrieren, gehen nur 4% der MDax-Unternehmen und kein einziges SDax- oder TecDax-Mitglied diesen anspruchsvollen Weg. Stattdessen handeln 46% der TecDax-Unternehmen die nichtfinanziellen Belange in einem eigenständigen Bericht ab.

Die im Fachjargon „CSR-RLUG“ genannten neuen Regeln verpflichten große, kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie große Banken und Versicherer dazu, für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2017 eine nichtfinanzielle Erklärung zu erstellen.

Vielfalt durchaus gewünscht

Die festgestellte Vielfalt in der CSR-Berichterstattung sei dabei per se gar nicht negativ zu sehen, so Petra Justenhoven, PwC-Partnerin und Leiterin des Bereichs Assurance. Schließlich räumt der Gesetzgeber den Unternehmen gewisse Wahlrechte bewusst ein.

Der Grund sei unter anderem, weil er einerseits den Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, auf ihrer bestehenden freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung aufzubauen und andererseits auf die Mitglieder kleinerer Indizes kein unverhältnismäßig großer Aufwand zukommen sollte.

Spiegel des Unternehmens

Die große Spanne im Berichtsumfang liegt auch darin begründet, dass der gesetzlich geforderte Bericht ein Transparenzbericht ist. Wer bereits zahlreiche nichtfinanzielle Aspekte mit entsprechenden Kennzahlen unterlegt, kann deutlich mehr berichten als jemand, der Nachhaltigkeit bislang noch nicht in die Unternehmensführung eingebunden hat. Insofern ist die Diversität in der Berichterstattung vor allem auch ein Spiegel dessen, was intern im Unternehmen passiert.

Abgesehen von den teils großen Abweichungen beklagt die Studie zumindest in einzelnen Fällen auch die Qualität der CSR-Berichte. Ihnen mangele es an einer nachvollziehbaren Struktur und inhaltlicher Prägnanz.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

PwC

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