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12.10.2017

Änderungen bei EMAS III: Unternehmen müssen jetzt handeln

Die Norm für Umweltmanagementsysteme DIN EN ISO 14001 wurde 2015 überarbeitet, wodurch auch EMAS III angepasst werden musste. Mit der Verordnung (EU) 2017/1505 bleiben EMAS und ISO 14001:2015 kompatibel. Unternehmen, die nach EMAS validiert sind, müssen dementsprechend Änderungen identifizieren und umsetzen.

Für die erstmalige Bestandsaufnahme (Umweltprüfung) und Bewertung der Umweltaspekte müssen gemäß der geänderten EMAS „relevante Umweltzustände“ betrachtet werden:

  • Kllima,
  • Luft- und Wasserqualität,
  • Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen,
  • biologische Vielfalt (Biodiversität)

Interne und externe Themen können ausdrücklich auch kulturelle, soziale und politische Aspekte oder strategische Ausrichtung, Kultur und Fähigkeiten sein.

Kontext rückt in den Vordergrund

In Analogie zur ISO 14001:2015 müssen Unternehmen nun Kontext der Organisation sowie interessierte Parteien mit deren Erfordernissen und Erwartungen bestimmen, also beispielsweise von Kunden, Lieferanten, Beschäftigten, Anwohnern oder Vereinen. Risiken und Chancen müssen betrachtet werden.

Außerdem gewinnt der Lebensweg an Bedeutung: Er muss beim Bewerten der Umweltaspekte von Tätigkeiten, Produkten und Dienstleistungen berücksichtigt werden. Und das Bewerten von indirekten Umweltaspekten beschränkt sich nicht mehr auf das bloße Verringern negativer Umweltauswirkungen; auch ein möglicher Nutzen für die Umwelt soll betrachtet werden.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von ISO und EMAS

Als Anforderungen an das Umweltmanagementsystem werden die Abschnitte 4 bis 10 der ISO 14001:2015 übernommen. Beide Systeme – EMAS und ISO – sollen dadurch kompatibel sein. Diejenigen Anforderungen, die über die Umweltmanagement-Norm hinausgehen, werden aufgelistet. Beibehalten werden vor allem:

  • Rechtskonformität als Zertifizierungsvoraussetzung,
  • Verbesserung der tatsächlichen Umweltleistung,
  • erweiterte Mitarbeiterbeteiligung,
  • Pflicht zur externen Berichterstattung in Form einer Umwelterklärung.

Nach ISO 14001:2015 ist die Pflicht zur Benennung einer/ eines Managementbeauftragten entfallen, bei EMAS bleibt dagegen diese Pflicht bestehen. Der Managementbeauftragte ist also auch weiterhin wichtiger Ansprechpartner im Unternehmen. Organisationen müssen angeben, wie sie ihre gesetzten Ziele und Maßnahmen erreichen und ihre bindenden Verpflichtungen einhalten können. Auch die interne Berichterstattung gegenüber der Geschäftsleitung gewinnt an Bedeutung.

Wann eine Fristverlängerung möglich ist

Für die Umstellung auf die geänderte EMAS, die bis zum 14. September 2018 vollzogen sein muss, gelten folgende Fristen:
Unternehmen, bei denen eine Begutachtung vor dem 14. März 2018 ansteht, können den Termin – in Abstimmung mit dem Umweltgutachter und der zuständigen Registrierungsstelle – um sechs Monate verlängern. Für eine Begutachtung nach dem 14. März 2018 gelten dann die Bestimmungen der neuen Version. Erstmalige Begutachtungen richten sich dagegen grundsätzlich nach der geänderten Verordnung.

Sonderfall: kleine und mittlere Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können Sonderregelungen vereinbart werden: Sind sie vor dem 18. September 2017 registriert worden und nehmen sie die Ausnahmeregelung des Artikel 7 der EMAS-Verordnung in Anspruch, so steht eine Re-Validierung nur alle zwei Jahre an. Die Registrierung kann so bis zum 17. September 2019 Bestand haben.

Neue Möglichkeiten in der Umweltberichterstattung

Es wurden bereits die Anhänge I bis III der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 überarbeitet. Änderungen des Anhang IV „Umweltberichterstattung“ werden folgen. Die geplanten Änderungen dieses Anhanngs sollen ermöglichen, dass die Berichterstattung besser an die Gegebenheiten der Organisation angepasst und die Umwelterklärung auch für andere Zwecke genutzt werden kann.

Sie kann dann weitere Umweltinformationen enthalten, die über die Anforderungen von EMAS hinausgehen; auch diese werden dann vom Umweltgutachter validiert. Die Umwelterklärung kann in andere Berichte integriert werden, z.B. in den Nachhaltigkeitsbericht. Bedingung dabei ist, dass sie eindeutig identifizierbar ist.

Neue Kennzahlen für Biodiversität

Die Kernindikatoren Biodiversität, Energie und Emissionen werden überarbeitet. Der bisherige Indikator für Biodiversität soll sich zukünftig zusammensetzen aus:

  • Gesamtflächenverbrauch,
  • versiegelte Fläche,
  • naturnaher Fläche vor Ort, aber auch abseits des Standortes

Bei den relevanten indirekten Umweltaspekten soll künftig auch mit Kernindikatoren oder geeigneten andere Indikatoren gearbeitet werden. Soweit Mengenangaben nicht möglich sind, soll qualitativ berichtet werden.

Ergänzend zur Novelle der EMAS-Verordnung wird auch das Nutzerhandbuch angepasst: Für Unternehmen mit mehreren oder vielen gleichartigen Standorten sollen bestimmte Multi-Site-Registrierungen möglich sein. Diese Regelungen werden jedoch auf ausgewählte Branchen mit geringen Umweltauswirkungen beschränkt sein.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

QUMsult

Weiterführende Information
  • 15.02.2016

    EMAS und die neue ISO 14001

    Der Umweltgutachterausschuss (UGA) hat die Auswirkungen der Änderungen der neuen ISO 14001:2015 im Rahmen der EMAS-Verordnung bewertet und in einem kostenlosen Infoblatt zusammengestellt.   mehr

Unternehmensinformation

Qumsult GmbH & Co. KG

Eisenbahnstr. 41
DE 79098 Freiburg
Tel.: 0761 29286-0
Fax: 0761 29286-77

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