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08.01.2021

WEF: Deutschland bei Zukunftsfähigkeit kaum mehr als Mittelmaß

Das WEF fordert die Transformation zu gerechteren Gesellschaften. Es sieht Deutschland nur halbwegs auf dem richtigen Weg.

Nicht sehr glanzvoll schlägt sich Deutschland in einer Analyse des Weltwirtschaftsforums (WEF) zur Zukunftsfähigkeit von rund drei Dutzend Ländern. Einzig in der Kategorie "Arbeitsrecht und sozialer Schutz für neue Bedürfnisse der Arbeitskräfte" ist Deutschland unter den Besten, in diesem Fall hinter Dänemark auf Platz 2, wie aus dem neuen WEF-Wettbewerbsbericht hervorgeht.

© WEF

Die besten Noten bekommen nordische Länder: Finnland und Dänemark sind in den elf Kategorien je viermal auf einem der drei ersten Plätze, Schweden dreimal. Deutschland liegt in allen Kategorien mehr oder weniger knapp über dem Mittelwert der 37 untersuchten Volkswirtschaften. Griechenland, Südafrika, Russland und die Türkei sind mehrmals unter den Schlusslichtern. Über alle elf Kategorien lässt Deutschland unter anderem Frankreich, Österreich, die Schweiz und die USA hinter sich, wird aber etwa von China, Finnland, den Niederlanden und Neuseeland überholt.

Starke Institutionen, progressivere Besteuerung, grünere Wirtschaft

Zu den Kategorien gehören unter anderem starke Institutionen, die das Vertrauen der Bürger genießen, Initiativen für progressivere Besteuerung, für eine grünere Wirtschaft, mehr Altenpflege, bessere Lehrangebote für digitale Kenntnisse und kritisches Denken in Schulen und Universitäten oder Anreize für langfristige Investitionen statt das Maximieren kurzfristiger Profite.

Das WEF betont aber, dass die Auswertung "mit Vorsicht zu genießen" sei, denn in vielen Kategorien sei die Datenlage nicht ausreichend. Gerade in der Gesamtbetrachtung werde eine Schwäche in einer der Kategorien durch ein gutes Ergebnis in einer anderen übertüncht. "Um die Transformation zu schaffen, müssen die Länder aber darauf zielen, alle elf Kategorien gleichermaßen anzugehen."

Schwerpunkt auf Strategien zur Zukunftssicherung

Wegen der Corona-Pandemie hat die Stiftung aus Cologny bei Genf nicht wie sonst jedes Jahr die Innovationsfähigkeit, Finanzsysteme oder die Infrastruktur von mehr als 130 Ländern beurteilt. Ausnahmsweise legte sie den Schwerpunkt auf Strategien zur Zukunftssicherung.

Die Krise habe Schwachstellen aufgedeckt und gezeigt, dass die digitale Transformation der Volkswirtschaften noch dringender sei als gedacht. Dazu gehörten unter anderem bessere Internet- und Stromversorgung, bessere Umschulungsangebote und bessere digitale Behördendienstleistungen. Ebenso müssten Steuersysteme reformiert werden, die die Schere zwischen arm und reich immer größer werden lassen, und es seien Maßnahmen gegen die Marktkonzentration in den Händen weniger großer Firmen nötig. Kleinere Unternehmen brauchten Unterstützung, ohne "Zombie-Firmen" künstlich am Leben zu erhalten.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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