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01.10.2018

Qualität 4.0: Kultur hinkt Technik hinterher

Wie organisiert man ein Unternehmen so zeitgemäß, dass seine Strukturen, Prozesse und vor allem die Kultur überhaupt mit dem technischen Fortschritt mithalten können? Und welche Rolle spielt dabei der Qualitätsmanager - heute und in Zukunft? Um diese zentralen Fragen drehte sich die diesjährige VDMA-Tagung "Qualität trifft Industrie 4.0" am 27. September 2018 in Oberursel bei Frankfurt.

Gefühlt wurden in Oberursel mehr Fragen gestellt als beantwortet - was treffend die Situation vieler Unternehmen in der Industrie 4.0 widerspiegelt. Denn es gibt an vielen Stellen derzeit mehr Fragen als belastbare Antworten, vor allem in den Bereichen, wo disruptive Ansätze der Industrie 4.0 auf klassische Maximen des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung treffen.

Unternehmen als sozio-technische Systeme

Das Vortragsprogramm der Tagung zeigt: An technischen Möglichkeiten für Qualität 4.0 mangelt es bereits heute nicht. Die größte Herausforderung besteht darin, sie sinnvoll in die Prozesslandschaft eines Unternehmens einzubinden - beziehungsweise, die Prozesse an die Digitalisierung anzupassen. Um es mit den Worten mehrerer Referenten auszudrücken: In der Industrie 4.0 werden Unternehmen zu komplexen sozio-technischen Systemen.

Mehr Qualität trotz oder wegen Big Data?

Prof. Robert Schmitt präsentierte Ansätze des WZL an der RWTH Aachen, in welchen Szenarien sich bereits heute Big Data und Data Analytics anwenden lassen. Besonders interessant werden die neuen Möglichkeiten der Qualitätsvorhersage beispielsweise im Zusammenhang mit der statistischen Prozessregelung (SPC).

Die Crux dabei ist, dass Daten nicht gleich Daten sind. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen strukturierten Daten aus direkten Messungen von Qualitätsmerkmalen und unstrukturierten Daten (sog. Dark Data). Diese können aus unterschiedlichsten Quellen - sogar Social Media - stammen und daher sehr heterogen sein. Sowohl technisch als auch organisatorisch müssen also sehr unterschiedliche Daten so konsolidiert und ausgewertet werden, dass sich daraus qualitätsrelevante Informationen über ein Produkt oder einen Prozess extrahieren lassen.

Dieses Clustern von Daten und Informationen ist manuell bereits heute angesichts der gewaltigen Datenmengen nicht mehr zu leisten. Genau an dieser Stelle eröffnen sich aber Anwendungsszenarien für Künstliche Intelligenz in der Qualitätssicherung.

Zwischen Innovationsdruck und Überregulierung

Wird der Qualitätsmanager der Zukunft also in erster Linie ein Data Scientist sein? Ganz so einfach ist es nicht, zeigten die Vorträge von Dr. Benedikt Sommerhoff (Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V.) und Dr. Wolfgang Bea (Siemens Schweiz AG). Beide Vorträge hatten den Menschen im Fokus - und die Art wie Menschen in Zukunft in Unternehmen organisiert sein müssen, um weiterhin Qualität zu.schaffen

Bereits heute wirken auf Unternehmen zwei gegensätzliche Kräfte. Einerseits stehen sie unter hohem Innovationsdruck, um in Zeiten der Disruption weiterhin überlebensfähig zu bleiben. Andererseits neigen besonders große Unternehmen heute noch stark zur Überregulierung, um immer komplexeren Qualitäts-, aber auch Compliance-Ansprüchen gerecht zu werden.Für die Mitarbeiter nicht immer ganz einfach, wie Dr. Sommerhoff bemerkt: "Überregulierung steigert den Druck zum Regelbruch."

Mensch 1.0 in der Arbeitswelt 4.0

Es ist plausibel, dass die Überformalisierung eine menschliche Reaktion auf eine unsichere VUKA-Welt ist - schließlich gibt es, wie Sommerhoff sagte, noch keinen "Menschen 4.0." Das ist ein zentraler Faktor, der beispielsweise die erfolgreiche Einführung agiler Strukturen und Methoden behindert.

"Vielleicht müssen wir als Qualitäter lernen, Unsicherheiten zuzulassen", sagte Prof. Robert Schmitt . Im Kontext seines Vortrags waren damit Vorhersagen auf Basis von Big Data gemeint - auf einer Meta-Ebene ist dies aber auch das Fazit der Veranstaltung.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Weiterführende Information
  • Nutzen, was schon da ist!
    QZ 07/2018, Seite 12 - 13

    Nutzen, was schon da ist!

    Auch im Projektmanagement muss es nicht immer das Next Big Thing sein

    Entwicklungsteams stehen naturgemäß unter hohem Innovationsdruck. Dazu kommen zunehmende Compliance-Anforderungen durch neue Qualitäts- und...   mehr

    2 Kommentare
  • 24.04.2018

    Deutsche Wirtschaft sieht sich agiler als sie handelt

    Den Umbruch zu einer agilen Organisation mit schnellen, flexiblen Entscheidungswegen haben nur wenige Unternehmen geschafft.   mehr

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