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09.10.2012

Erste Ländervergleichsstudie des IQB

Bildungsstandards in Deutsch und Mathematik

Kompetenzen von Schülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch und Mathematik evaluiert.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ist eine wissenschaftliche Einrichtung aller 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Es steht für die gemeinsamen Aktivitäten der Länder im Bereich der Qualitätssicherung und -entwicklung im allgemeinbildenden Schulsystem. Kernanliegen des IQB sind die Weiterentwicklung, Operationalisierung, Normierung und Überprüfung von Bildungsstandards.

LV2011 Bericht

Am 5. Oktober 2012 wurde nun der Bericht der ersten Ländervergleichsstudie des IQB im Grundschulbereich veröffentlicht.

Am IQB-Ländervergleich 2011 nahmen in Deutschland insgesamt 27 081 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus 1.349 Schulen teil, die anhand eines Zufallsverfahrens ausgewählt wurden. Dies entspricht einer gewichteten Testteilnahmequote von 98.3 Prozent.

Im Zentrum der Studie stehen Schlüsselkompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen und Zuhören sowie Mathematik. Diese Kompetenzen wurden innerhalb der Länder in ausreichend großen Stichproben erfasst, so dass es möglich ist, die Ergebnisse im Ländervergleich auszuwerten.

In allen getesteten Breichen dominieren in der Spitzengruppe überwiegend süddeutsche Bundesländer. Im Bereich Lesen und Mathematik schnitten die Schülerinnen und Schüler in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Leistungsvergleich am besten ab. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Kompetenzvorsprung der Mädchen im Lesen und der Orthografie und einen Vorsprung der Jungen in der Mathematik. In allen Ländern wurde – in unterschiedlicher Größenordnung – ein substanzieller Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den erreichten Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern festgestellt: Je niedriger der soziale Status der Eltern, desto schwächer ausgeprägt sind die erreichten Kompetenzen.

Probleme in allen getesteten Bereichen haben vor allem die Schüler in den Stadtstaaten. Berlin und Bremen schneiden leider nur schlecht ab. In der Hauptstadt verfehlten beim Lesen 22 Prozent der getesteten Schüler die Mindeststandards, im Fach Mathematik waren es sogar 27 Prozent. Weiterhin ist auffällig, dass in Berlin nicht nur Schüler aus bildungsfernen Familien im nationalen Vergleich schlechter abschnitten, sondern auch in den höheren sozialen Schichten deutlich schwächere Ergebnisse erzielt wurden als im Bundesdurchschnitt.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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