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02.04.2012

Kundenanforderungen schon bei der Entwicklung ins Produkt integrieren

Interview mit Alexander Schloske über Quality Function Deployment

Erfindungen, innovative Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland sind in der ganzen Welt bekannt und stärken die deutsche Wirtschaft. Unter den Tisch gekehrt wird gern, dass ein Großteil der entwickelten Produkte und Dienstleistungen einen Flop hinlegt – es wurde kreativ am Kunden vorbei entwickelt. Das kostet Zeit und Geld, und auch das Unternehmensimage bekommt einen Knacks. "Umso wichtiger ist es, Kundenanforderungen systematisch in den Produktentstehungsprozess zu integrieren", sagt Dr. Alexander Schloske, führender Experte für Quality Function Deployment (QFD), DGQ-Trainer und Abteilungsleiter für Produkt- und Qualitätsmanagement am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Die Redaktion sprach mit ihm über Einsatzmöglichkeiten von QFD als wirksamer Methode für den Markterfolg.

QZ Herr Schloske, woran liegt es, dass so viele Produkte auf dem Markt scheitern? Werden die Kunden immer anspruchsvoller?

Alexander Schloske Gern werden Entwicklungen unter dem Blickwinkel "Was ist technisch machbar?" vorangetrieben. Technisch interessant bedeutet aber noch lange nicht interessant für den Kunden und dessen Bedarf, vor allem nicht dann, wenn ihm kein nennenswerter Mehrwert geboten wird. Ein weiterer Punkt ist die alleinige Fokussierung der Entwicklungen auf die primäre Funktion des Produkts. Die Potenziale, die durch entsprechende Komfortfunktionen in den der Anwendung vor- und nachgelagerten Schritten liegen, werden oftmals zu wenig berücksichtigt. Auch werden teilweise Kundenanforderungen entlang der Vertriebswege nicht erkannt. So kann selbst das beste Produkt zu einem Flop werden. Stellen Sie sich etwa ein beratungsintensives Produkt im Einzelhandel vor. Dort wird der Händler natürlich versuchen, das mit dem geringsten Beratungsaufwand pro Zeiteinheit verbundene Produkt zu verkaufen.

QZ Was genau bedeutet QFD?

Schloske Eigentlich bedeutet QFD etwas ganz Selbstverständliches, nämlich seinen Produktentwicklungsprozess systematisch am Kundenwunsch auszurichten – auch entlang von dessen Vertriebsorganisationen. "Happy Engineering"-Entwicklungen, bei denen sich die Entwickler selbst verwirklichen und den Kunden außen vor lassen, verhindern dieses Ziel leider wirkungsvoll. Nebenbei zwingt QFD Unternehmen, sich systematisch mit den Lösungen der Mitbewerber auseinanderzusetzen und so gezielt Marktvorteile für das eigene Produkt herauszuarbeiten.

Dr. Alexander Schloske (l.) und Dr. Yoji Akao, der Erfinder der Qoder „der QFD-Methode“?FD, auf dem 17. Internationalen QFD-Symposium in Stuttgart 2011

QZ Wo wird diese Methode überhaupt eingesetzt? Und wirkt sie branchenspezifisch oder branchenunabhängig?

Schloske Im Prinzip lässt sich QFD branchenunabhängig einsetzen. Je weiter aber die Entwickler von der Nutzung des Produkts entfernt sind, desto größer sind im Allgemeinen die Erfolge durch QFD. Ich gebe Ihnen zwei Beispiele: Ein Entwickler für Traktoren wird wahrscheinlich nur selten nebenberuflich Äcker pflügen. Ihm wird QFD voraussichtlich sehr gute Anregungen für seine Arbeit liefern. Ein Entwickler von Lenkrädern in der Automobilindustrie, der jeden Tag bei seiner Fahrt zur Arbeit mit dem Produkt in Berührung kommt, wird über QFD eher weniger neue Aspekte erfahren.

QZ Was muss der Anwender bei der Einführung von QFD grundsätzlich beachten, welche Voraussetzungen muss er schaffen?

Schloske Wir von Fraunhofer kommen in den meisten Fällen in Unternehmen, in denen die erste QFD in Eigenregie schiefging. Wir kennen einen Fall, in dem ein Entwicklungsleiter jedem seiner Mitarbeiter ein Buch zur QFD auf den Tisch gelegt hat mit der Aufforderung, künftig danach zu arbeiten. So etwas klappt in den seltensten Fällen. Idealerweise lässt man sich von einem erfahrenen QFD-Experten in der Methodik schulen und führt anschließend zusammen mit ihm ein Pilotprojekt durch. Die weitere Moderation sollte dann ein interner Methodenexperte vorantreiben.

QZ Worin liegt der Nutzen für den Anwender – und der für dessen Kunden?

Schloske Im Allgemeinen bestätigen unsere Kunden, dass durch die Anwendung von QFD der Entwicklungsprozess sehr viel zielgerichteter und vor allen Dingen stressfreier, das heißt mit weniger Änderungsschleifen abläuft. Auch die Ergebnisse können sich im Allgemeinen sehen lassen. Teilweise konnten mit gezielt am Kundenwunsch ausgerichteten Produkten über Jahre hinweg Wachstumsraten in zweistelliger Höhe erreicht werden.

QZ Wie kann ein Unternehmen lernen, QFD gezielt einzusetzen?

Schloske Naja, da würde ich jetzt natürlich gern auf unser Leistungsangebot am Fraunhofer IPA oder auf das der DGQ, bei der ich auch als QFD-Trainer tätig bin, verweisen. Hier werden in einer zweitägigen Schulung die Grundlagen, Tipps und Tricks aus der Praxis sowie die praktische Anwendung von QFD anhand eines für jedermann leicht nachvollziehbaren Beispiels geschult.

QZ Sie sagen jedermann. Ist diese Methode also auch für kleine Unternehmen geeignet, obwohl sie recht aufwendig klingt?

Schloske Der Aufwand für die Produktdefinition – also vom Lastenheft bis zum Pflichtenheft – liegt sicherlich um rund 10 Prozent höher. Dem stehen aber später drastische Einsparungen im Rahmen der eigentlichen Produktentwicklung gegenüber. Literaturquellen verweisen auf eine gesamte Aufwandsreduzierung von bis zu 40 Prozent. Teilweise wenden Unternehmen die QFD auch nur auszugsweise an. Des Weiteren gibt es abgespeckte Vorgehensweisen – ich gebrauche hier gerne den Begriff "Bonsai-QFD". Ein solches Excel-Werkzeug stellen wir übrigens den Teilnehmern in den Schulungen auch zur Verfügung.

QZ Ist der Einsatz von QFD auch in Dienstleistungsbranchen sinnvoll?

Schloske Auch hier lassen sich enorme Potenziale erzielen. Zusammen mit einer Studentin der Universität Stuttgart habe ich beispielsweise eine QFD im Bereich der ambulanten medizinischen Versorgung vor und nach einer Augenoperation durchgeführt. Ausgangspunkt war, dass ich mich selbst vor zwei Jahren dieser Operation unterziehen musste und anschließend dachte, dass man die Vor- und Nachphase eines solchen Eingriffs auch angenehmer für den Patienten gestalten kann. Wir haben die QFD um einige Elemente erweitert, mit denen sich mögliche Dienstleistungspotenziale gezielt aufspüren lassen.

Unternehmensinformation

DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität

August-Schanz-Str. 21a
DE 60433 Frankfurt
Tel.: 069 95424-0
Fax: 069 95424-133

Internet:www.dgq.de
E-Mail: info <AT> dgq.de



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