nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
Merken Gemerkt
07.02.2013

Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand

Compliance

Der Mittelstand ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen. Das sind Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl von bis zu 499 Mitarbeitern und mit einem Umsatzvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Der deutsche Mittelstand in seiner traditionellen Rolle als Zulieferer von oft international operierenden Konzernen muss zur langfristigen Existenzsicherung den unzähligen Anforderungen der Hersteller gerecht werden. Heutzutage müssen sich viele mittelständische Zulieferer zunehmend einem Supplier Code of Conduct der Hersteller unterwerfen. In diesem Zusammenhang führt Rechtsanwalt Eric Mayer zur Prüfung von Geschäftspartnern Folgendes an: „Viele Unternehmen sind in ihrer Geschäftstätigkeit auf dritte Parteien wie etwa Zulieferer, Handelsvertreter, Zollagenten und Konsortialpartner angewiesen. Das birgt Risiken in sich, da nicht nur die eigenen Unternehmensangehörigen korruptive Handlungen begehen können, sondern auch Geschäftspartner, deren Handlungen unter Umständen auch mittelständischen Auftraggebern zugerechnet werden können.“ Gerade in der Zuliefererbranche der Automobilindustrie sei es schon seit Langem üblich, in vertikaler Dimension von oben beginnend beim Automobil- bzw.Markenhersteller oder Original Equipment Manufacturer (OEM) bis hinunter zu kleineren Zulieferern auf der Ebene „Tier 4“ Verantwortung und insbesondere Haftung durchzuleiten. Mithin müssen also mittelständische Unternehmen als Lieferanten Mittel und Wege finden, „Compliance-Kontaminationsrisiken ihrer eigenen Zulieferer transparent und beherrschbar zu machen“. Die wachsende Bedeutung der Überprüfung von Zulieferern und insbesondere die Übertragung von Haftung verdeutliche, dass sich Compliance und Mittelstand nicht wechselseitig aus­schließen.

Rechtsanwalt und DGQ-Trainer Eric Mayer zitiert die Literatur zum Thema Compliance.

Rechtsanwalt und DGQ-Trainer Eric Mayer zitiert die Literatur zum Thema Compliance.

Die DGQ versteht unter Compliance die „Einhaltung von Regeln“. Rechtsanwalt Mayer zitiert ergänzend die Literatur, nach der Compliance als „Regeltreue und Normbefolgung“ sowie als das „Einhalten von allen Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes“ umschrieben wird. Immer häufiger werde allerdings die systematische Prävention von Fehlverhalten mit Blick auf die Zukunft verlangt. Compliance müsse demnach als Führungsaufgabe eines jeden Unternehmers und Unternehmens verstanden und gelebt werden.

Gerade der deutsche Mittelstand darf sich nicht allein von der Vermeidung potenzieller rechtlicher Haftungsrisiken leiten lassen. Und genau hier wird aus der Herausforderung Compliance eine Chance für international tätige Mittelständler. Denn ein effektives und effizientes Compliance Management sichert auf Dauer die Fähigkeit, auch in kritischen Regionen und Märkten oder mit anspruchsvollen Konzernen als Kunden weiterhin erfolgreiche Geschäfte zu machen. Davon ist Mayer überzeugt. Der Partner der WTS Group AG leitet dort den Kompetenzbereich Governance & Compliance. Er und Dr. Mark Zimmer, Rechtsanwalt und Partner von Gibson, Dunn & Crutcher LLP, München (siehe QZ 2/2013, S.  58 f.), bilden das DGQ-Trainerteam.

Compliance professionalisieren

Um eine größtmögliche Wirksamkeit zu erzielen und unnötige Bürokratie zu vermeiden, ist Mayer zufolge eine konsequente Professionalisierung des Compliance Managements unabdingbar. „2007 waren in den Stäben der Dax-30-Unternehmen insgesamt bereits 1753 Mitarbeiter im Bereich Compliance beschäftigt. Im Vergleich dazu ist die Zahl 2012 auf 2978 Mitarbeiter gestiegen. Das sind rund 70 Prozent mehr. Mit diesen Mitarbeitern ist bei den deutschen Großkonzernen offensichtlich ausreichend Manpower vorhanden, um ihre Zulieferer durch Supplier-Audits gründlich kontrollieren zu können.“ Aufgrund dieser kontinuierlich wachsenden Compliance-Anforderungen empfiehlt Mayer vor allem mittelständischen Unternehmen, die vorhandene Professionalisierung des Themas in der eigenen Organisation kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Diesbezüglich gelte es auch zu kontrollieren, ob beispielsweise die vorhandenen Schutz- und Abwehrmaßnahmen angemessen sind und ob das gegenwärtig implementierte interne Kontrollsystem (IKS) robust genug ist.

Bestehende Regularien für Compliance

2011 wurde der UK Bribery Act eingeführt, der explizit das Vorhandensein angemessener Prozesse zur Prävention von Fehlverhalten auch für Externe beziehungsweise mit dem Unternehmen verbundene Drittparteien und -personen fordert. Auch der deutsche Gesetzgeber habe mit der Geldwäschegesetz-Novelle 2011 eine weitere Anstrengung unternommen, das Problem der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen, betont der Rechtswissenschaftler. Danach müssen immer mehr Unternehmen verdächtige Kunden melden: Neben Banken und Versicherungen komme nun auch auf Rechtsanwaltskanzleien, Treuhandgesellschaften, Immobilienmakler oder Juweliere ein zusätzlicher Compliance-Aufwand zu. So verlange etwa der Prozess der Kundenidentifikation zur Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten eine systematische Befolgung des „Know-your-Customer-Prinzips“ und die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehungen.

Deutsche Finanzbehörden seien gesetzlich zu Mitteilungen an die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften oder Verwaltungsbehörden verpflichtet, wenn eine Zuwendung von Vorteilen den Verdacht einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit begründet.

Und schließlich gelte es auch zu beobachten, wie sich unzufriedene Mitarbeiter in laufenden Kündigungsauseinandersetzungen verhalten. „Reichte früher noch ein anonymer Anruf bei Journalisten, so setzen sich Informanten heute häufig direkt mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung“, warnt Mayer. Im Ergebnis resultiere daraus ein bisher ungeahnter Verfolgungsdruck mit enorm erhöhter Entdeckungswahrscheinlichkeit von Fehlverhalten für eine immer größer werdende Zahl von Unternehmen und Unternehmern.

Compliance-Vorgänge beherrschen

Neben der Verdeutlichung des Themas und dem Aufbau eines Compliance-Managementsystems müssen moderne, integrierte Tool-Lösungen eingesetzt werden. Sie zielen darauf ab, regelgetreues Verhalten im Unternehmen zuverlässig durchzusetzen und interne Compliance-Beauftragte wie externe Berater in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten. Denn basierend auf einer sorgfältigen spezifischen Risikoanalyse, bleiben IT-basierte Tool-Lösungen oft der einzige Ausweg, um eine Vielzahl von Compliance-Vorgängen im Unternehmen beherrschbar zu machen. Zwar hätten deutsche Unternehmenzu Beginn des 21. Jahrhunderts vor dem Hintergrund verschiedener schwerwiegender Korruptionsaffären damit begonnen, Compliance auf die Agenda ihrer Vorstände und Geschäftsführer zu setzen und erste Compliance-Präsenzschulungen durchzuführen. In der Praxis hätten sich die initiierten Compliance-Maßnahmen jedoch „oft nur in einer reinen Schriftlichkeit erschöpft“.

Das soll sich mit Einführung des neuen DGQ-Compliance-Trainings „Compliance Management in der Praxis“ ändern. Das Trainingfindet erstmals am
22. April 2013 in Frankfurt am Main statt.

Weitere Informationen zum Thema geben:

DGQ-Produktmanager
Torsten Klanitz
T 069 95424-189
tk@dgq.de

Eric Mayer
T 089 28646-2719
eric.mayer@wts.de

Unternehmensinformation

DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität

August-Schanz-Str. 21a
DE 60433 Frankfurt
Tel.: 069 95424-0
Fax: 069 95424-133

Internet:www.dgq.de
E-Mail: info <AT> dgq.de



QZ Online-Archiv-Zugang für DGQ-Mitglieder

Bestellen Sie Ihren Zugang für das komplette Onlinearchiv der QZ - Qualität und Zuverlässigkeit für 12 Monate.

Online-Zugang bestellen

DNV GL Business Assurance [Anzeige]

Kostenloser Download

  • 5 Schritte zu einem nachhaltigen Prozessmanagement

  • Prozessreifegrad Assessments

  • Self-Assessment BPM

Jetzt kostenlos downloaden!