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05.01.2012

Gesundheit ist Führungsaufgabe

DGQ-Unternehmerabend

Burn-out gilt längst als Volkskrankheit. Die Zahl der Gestressten und psychisch Erkrankten hat in den letzten zehn Jahren in Deutschland um sechs Prozent zugenommen. Allein von 2005 bis 2010 sind die Ausgaben für Krankengeld von 6 auf 7,8 Milliarden Euro angestiegen. Darin nahmen Männer und Frauen mit psychischen und Verhaltensstörungen gleichermaßen den größten Anteil ein. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Online-Stellenbörse Jobware würde bereits mehr als jede dritte Fach- und Führungskraft (37 Prozent) ihren aktuellen Job aufgeben. 13 Prozent streben das sogar inne halb der nächsten Monate an. "Dennoch genießt Burn-out als gesellschaftliches Phänomen oft noch eine viel zu hohe Wertschätzung, weil der Erkrankte in seinem Umfeld als tougher Schaffer gilt", sagte Albert Pietzko beim Unternehmerabend der DGQ Beratung. "Gesundheit für Führungskräfte" war denn auch am 27. Oktober 2011 im Hessischen Rundfunk in Frankfurt das Thema.

Beratungsgeschäftsführer Dr. Stefan Kloos (l.) und Seniorberater Benedikt Sommerhoff (r.) stellten mit Albert Pietzko einen Experten für ganzheitliches Gesundheitsmanagement vor.

Der Psychotherapeut weiß, wovon er spricht. Denn in der Fachklinik Heiligenfeld, Bad Kissingen, deren strategischen Leitung er angehört, machen derzeit Manager aus Industrie und Wirtschaft zu 30 Prozent, Beamte zu 40 Prozent und Selbstständige zu weiteren 30 Prozent den Burn-out-Patientenkreis aus. Als Krankheitsgründe nannte Pietzko "Dynamixität, eine Kombination aus Dynamik und Komplexität" sowie einen Erreichbarkeitswahn der Betroffenen. Ab einem bestimmten Rang innerhalb einer Hierarchie stelle sich bei den meisten ein Gefühl der Unentbehrlichkeit ein, verbunden mit der Auflösung von Zeitgrenzen. "Beim Burn-out ist der Bezug zum Leben, zur Seele und zum Herz verloren. Die Folge ist oft ein Herzinfarkt", warnte der Therapeut. Insofern gehe es bei der Therapie nicht um eine Reparatur, sondern um eine völlige Neuausrichtung. Betroffene Führungskräfte wollten jedoch in den seltensten Fällen ihre Lebenssituation reflektieren und bereits nach wenigen Wochen wieder so "funktionieren" wie zuvor. Dabei bestehe die akute Gefahr, sich sofort wieder "auf die Jagd nach den vorgeschriebenen Laufbahnen" zu begeben. Denn die meisten Unternehmen verfügten über Modelle für den Aufstieg, nicht aber für den "Abstieg", so Pietzko. Als individuelle Strategie zur Heilung empfahl er, die Krankheit anzuerkennen, statt sie zu leugnen. Dazu gehöre die selbstkritische Reflexion über ein Leben nach der Arbeit, die Fähigkeit zur inneren Sammlung mit Rückbesinnung auf die eigenen Grundwerte, die Akzeptanz eigener Grenzen sowie Vertrauen und die Bereitschaft, sich anderen anzuvertrauen. "Es gibt keine Work-Life-Balance, es gibt nur eine Life-Balance, und das ist Lebenskunst", sagte Pietzko. Demnach sollte sich jeder täglich fragen, ob er noch in der Balance mit sich selbst, seiner Arbeit und Gesundheit ist und über ausreichend Selbstachtung verfügt. Um zu verhindern, dass alle immer nur noch "durchmachen", in die gleiche Richtung rennen – und das möglichst schneller als die Konkurrenz –, riet er Burn-out-Betroffenen zu einer Pause, "einem Sabbat zur Rückbesinnung".

Auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann zur Ausgeglichenheit von Führungskräften beitragen. Mit Yogakursen oder Raucherentwöhnung allein ist es Pietzko zufolge jedoch nicht getan. Hingegen könnten etwa geregelte Arbeitszeiten, funktionale Arbeitsplätze, eine Teamkultur und ein durchdachtes Qualitätsmanagement vorbeugend wirken. Es komme aber darauf an, dass ein solches Gesundheitsmanagement top-down eingeführt werde, mehrperspektivisch und ganzheitlich zum Tragen komme und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sei. "Mitarbeiter-Gesundheit ist Führungsaufgabe", schloss Albert Pietzko und gab den gut 30 Teilnehmern den Rat: "Lieben Sie Ihre Arbeit." Einige der Teilnehmer gehören inzwischen zu den regelmäßigen Gästen des Unternehmerabends. Seit 35 Jahren ist auch Werner Reinke regelmäßig als Moderator beim Hessischen Rundfunk tätig, früher beim hr3, heute beim hr1. Die Teilnehmer des Unternehmerabends erlebten ihn anschließend während eines Rundgangs durch die TV und Hörfunkstudios des Senders in seiner eigenen Art, die ihn als Moderator weit über die hessischen Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Von Burnout war bei ihm keine Spur zu bemerken.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Unternehmensinformation

DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität

August-Schanz-Str. 21a
DE 60433 Frankfurt
Tel.: 069 95424-0
Fax: 069 95424-133

Internet:www.dgq.de
E-Mail: info <AT> dgq.de



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