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02.04.2012

Das Label muss unangetastet bleiben

Made in Germany

Es ging um drei Worte: Made in Germany. Das seien allerdings drei gewichtige, schreibt Caroline Ischinger am 17. Januar 2012 in der Süddeutschen Zeitung (SZ). Wie sehr die Aufschrift auf Autos oder Maschinen dazu beiträgt, dass Deutschland so viele davon ins Ausland verkauft, konnte Dr. Jürgen Varwig der Journalistin zwar nicht genau beziffern. Den psychologischen Effekt des Gütesiegels dürfe man jedoch nicht unterschätzen, warnte der DGQ-Präsident. Im Ausland sei man durchaus bereit, für ein deutsches Qualitätsprodukt auch ein bisschen mehr Geld auszugeben. Aus diesem Grund stand Deutschland im vergangenen Jahr auf Rang zwei der Weltrangliste aller Exporteure mit Ausfuhren im Wert von mehr als einer Billion Euro.

DGQ-Präsident Dr. Jürgen Varwig fordert, dass das Label "Made in germany" unangetastet bleiben muss.

Doch nun sieht die deutsche Industrie – und mit ihr die DGQ – diesen Verkaufsturbo durch Pläne der EU-Kommission bedroht, wie in derselben Ausgabe der SZ zu lesen war. Die Pläne der Kommission, nur noch solche Produkte mit dem Label "Made in Germany" zu kennzeichnen, die mindestens zu 45 Prozent aus deutschen Wertstoffen bestehen, können nach Ansicht von Varwig einen immensen Schaden für die deutsche Wirtschaft bedeuten. "Als Faustregel gilt, dass neben der Endproduktion eines Herstellprozesses auch die Verantwortung für ein Produkt oder eine Dienstleistung in Deutschland liegt. Die Produktverantwortung und -haftung ist wichtiger als die Definition eines Prozentsatzes", sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Zur Produktverantwortung zählt Varwig neben der Konzeption vor allem die Entwicklung und das Design, welche die Qualität eines Produkts im Sinne von Verbrauchertauglichkeit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit beeinflussen. Entscheidend für die Bezeichnung "Made in Germany" ist auch der geografische Ursprungsort der Herstellung der Produkte, nicht aber der Sitz des Unternehmens. Auf Basis dieser Kriterien nimmt der Hersteller die entsprechende Kennzeichnung eigenverantwortlich vor. "Das Label ,Made in Germany‘ muss unangetastet bleiben", sagt Varwig und zitiert
einen Gerichtsentscheid des Oberlandesgerichts Stuttgart von 1995, der besagt, dass Verbraucher verbotenerweise irregeführt werden, wenn trotz des Labels "Made in Germany" wesentliche, für ein Produkt eigenschaftsbestimmende Prozessschritte nicht in Deutschland erbracht wurden.

Darüber hinaus wird das Label im in- und ausländischen Markt grundsätzlich als Qualitätssiegel für in Deutschland gefertigte Produkte angesehen. Denn der Kunde verbindet damit nachhaltig gute Qualität und einen hohen technischen Standard, insbesondere in den Branchen Automotive, Elektro, Maschinen- und Anlagenbau. Was eine eventuelle Umsetzung der EU-Pläne betrifft, ist Varwig optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass der EU-Vorstoß in absehbarer Zeit nicht umgesetzt wird, weil die deutschen Politiker in Brüssel sehr genau wissen, dass sich dessen Umsetzung vor allem nachteilig auf den Export unserer Schlüsselindustrien auswirken kann. Das gilt es zu verhindern."

Neben dem Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHK) und diversen Branchenverbänden schaltete sich auch die Bundesregierung in die Debatte ein. "Erfolgreiche Markenzeichen europäischer Exporte, wie etwa Made in Germany, sollten nicht ausgehöhlt, sondern müssen weiter in der jetzigen Form genutzt werden", schrieb Wirtschaftsminister Philipp Rösler an den zuständigen EU-Kommissar Algiras Semeta. Dessen Sprecherin sprach von einer "Fehlinterpretation". "Made in Germany" stehe unter keiner Bedrohung durch die EU, meinte sie, es gehe lediglich um den Import in die EU aus Drittstaaten. Hier verfolge die Kommission einheitliche Kriterien, da in den Häfen von Athen bis Antwerpen über den Ursprung importierter Waren oft unterschiedlich entschieden werde.

Hinsichtlich der Produktkennzeichnung "Made in Germany" warnte der stellvertretende DGQ-Regionalkreisleiter Halle Jörg Lehmann vor einem neuen "Zertifizierungswahn". "Nunmehr haben die ersten Zertifizierer erkannt, dass es sich nach selbst geschaffenen Regularien zu lohnen scheint zu bewerten, ob ein Produkt das ,Made in Germany‘ verdient, und dafür ein Zertifikat ohne Wert auszustellen. Das ist, wie so vieles im Zertifizierungsgeschäft, leider nichts mehr als Abzocke! Hoffentlich schließt sich die DQS diesem Prozess nicht an", so Lehmann in einer E-Mail an die Redaktion. Die Produktkennzeichnung sei, wie dargestellt, freiwillig, und die Kennzeichner seien dafür verantwortlich, diese bewusst und verantwortungsvoll durchzuführen.

Unternehmensinformation

DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität

August-Schanz-Str. 21a
DE 60433 Frankfurt
Tel.: 069 95424-0
Fax: 069 95424-133

Internet:www.dgq.de
E-Mail: info <AT> dgq.de



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