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30.01.2015

Auszeichnungen für Miriam Jacobs und Nadine Schlüter

Walter-Masing-Preis vergeben

Auszeichnungen für Miriam Jacobs und Nadine Schlüter

Zwei Wissenschaftlerinnen teilen sich den Walter-Masing-Preis 2014: Miriam Jacobs von der Deutschlandvertretung des US-Unternehmens Gilead Sciences, Foster City, und Dr. Nadine Schlüter von der Bergischen Universität Wuppertal sind die Gewinnerinnen 2014.

Der nach dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Qualität benannte Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der DGQ vergeben. Er soll wissenschaftlichen und unternehmerischen Nachwuchs motivieren, neue Ideen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements zu entwickeln. Der Förderpreis ist die einzige Auszeichnung für personenbezogene Spitzenleistungen im deutschen Qualitätsmanagement.

Die beiden Preisträgerinnen 2014 präsentierten ihre Arbeiten in einem Workshop. "Es handelt sich um zwei herausragende Arbeiten, die sich in Theorie und Praxis mit neuesten Erkenntnissen aus dem Qualitätsmanagement auseinandersetzen", sagte DGQ-Präsident Udo Hansen als erster offizieller Gratulant.

Führungsstil und Unternehmenskultur

Der "Einfluss von Kultur und Führung auf Lean Six Sigma und Unternehmenserfolg" war Thema der Arbeit von Miriam Jacobs. Zwar setzen immer mehr Unternehmen weltweit das Qualitätsmanagementkonzept Lean Six Sigma ein mit dem Ziel fehlerfreier und schlanker Prozesse. "Dennoch gibt es bisher keine Analyse, wie der volle Nutzen mit diesem Konzept erreicht werden kann", sagte die Preisträgerin. Genau an dieser Stelle setzte sie an.

Danach beeinflussen menschliche Wünsche und Aktivitäten sowie die drei Variablen Landes-, Unternehmenskultur und Führungsstil die Einführung und Verankerung von Six Sigma im Unternehmen. "Somit wirken sie auf den Unternehmenserfolg als nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt", sagt Jacobs.

Vor diesem Hintergrund hatte sie weltweit mit einem webbasierten elektronischen Fragebogen Lean-Six-Sigma-Experten in ihrem Berufsumfeld befragt, um die Einflüsse und Wirkungen zwischen Landes- und Unternehmenskultur, Führungsstil, Lean Six Sigma und Unternehmenserfolg zu analysieren. Die Antworten setzte Jacobs auf der Basis eines mathematisch-statistischen Modells rechnerisch miteinander in Beziehung: einerseits die Antworten zu den beobachtbaren Variablen Lean Six Sigma und Unternehmenserfolg, andererseits die Antworten zu den nicht direkt messbaren Variablen Landes- und Unternehmenskultur sowie Führungsstil. Diese Methode der Ursache-Wirkungs-Beziehung beeindruckte die Jury. Ebenso die daraus resultierenden Ergebnisse. Diese zeigen, dass von allen betrachteten Variablen der Führungsstil und die Unternehmenskultur den Unternehmenserfolg am stärksten beeinflussen – positiv wie negativ. Der geringste Einfluss auf Lean Six Sigma und den Unternehmenserfolg geht Jacobs zufolge von der Landeskultur aus, sodass die davon ausgehenden Wirkungsbeziehungen für die Praxis eine untergeordnete Rolle spielen.

Kundenzufriedenheit und Unternehmensnetzwerke

Dr. Nadine Schlüter erhielt die Auszeichnung für ihren Beitrag "KuWiss-Netz – Forderungsgerechte Kundenzufriedenheitsmessungen in Unternehmensnetzwerken systematisch implementieren". "Unternehmensnetzwerke werden derzeit als die wichtigste Organisationsform des 21. Jahrhunderts betrachtet", so die Preisträgerin. Aus Sicht sowohl der technischen als auch der wirtschaftlichen Wissenschaft sei heute die optimale Anpassung zwischen Kundenerwartungen und Wertschöpfungskonfiguration in Unternehmensnetzwerken eine der größten Herausforderungen.

Vor allem bei Unternehmensnetzwerken, in denen Wertschöpfungen von mehreren Netzwerkpartnern generiert werden, sei die Handhabung kundenrelevanter Prozesse schwierig. So ist es beispielsweise schwer nachzuvollziehen, wer beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) konkret für welche Leistungen hinsichtlich der Sicherheit von Fahrgästen verantwortlich ist: Wer sorgt für die Sicherheitskräfte in Bussen und an U-Bahnsteigen? Die Methodik zur Handhabung, Überwachung und Kontrolle kundenrelevanter Leistungsprozesse in Unternehmensnetzwerken ist in jedem Fall zwingend erforderlich. Und das war das Ziel von Schlüters Dissertation.

"Die in meiner Arbeit neu entwickelte KuWiss-Netz-Methode ermöglicht das Zuordnen der Kundenzufriedenheit zu einzelnen Aspekten der Leistungserbringung im Unternehmensnetzwerk", erläutert Schlüter. Dazu musste sie die Anforderungen eruieren und berücksichtigen, die Unternehmensnetzwerke an eine prozessorientierte Kundenzufriedenheitsmessung stellen. Da es verschiedene Arten von Unternehmensnetzwerken gibt, neben dem ÖPNV etwa das Gesundheitswesen oder Einkaufszentren, musste sie diese typisieren, um die neue Methode effizienter anwenden zu können. Trotz der hohen Anzahl der zu betrachtenden Aspekte bietet diese Methode eine einfache, systematische Vorgehensweise, die sich an die Bedürfnisse des konkret vorliegenden Unternehmensnetzwerks und dessen Rahmenbedingungen flexibel anpasst, so die Jury.

Unternehmensinformation

DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität

August-Schanz-Str. 21a
DE 60433 Frankfurt
Tel.: 069 95424-0
Fax: 069 95424-133

Internet:www.dgq.de
E-Mail: info <AT> dgq.de



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