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04.10.2006

Experte für Toyota-Produktionssystem (TPS)

Qualifikation mit Zukunft

Zum vierten Mal in Folge liegt Toyota in der Kundenzufriedenheit deutlich vor den deutschen Autobauern. Laut jüngster Umfrage des amerikanischen Marktforschungsinstituts J. D. Power gehören dabei Qualität und Zuverlässigkeit zu den Hauptkriterien. Das Erfolgsrezept des japanischen Konzerns heißt Toyota-Produktionssystem (TPS). Bei zahlreichen deutschen Unternehmen verzeichnet Hans Weber, Spezialist für den QM-Arbeitsmarkt, wachsenden Bedarf an Mitarbeitern mit TPS-Kenntnissen.

Immer mehr Unternehmen, insbesondere Großkonzerne, suchen nach Mitarbeitern mit Kenntnissen und praktischen Erfahrungen mit dem Toyota-Produktionssystem. Bei der Weber Consulting GmbH Managementberatung, München, gehen in jüngster Zeit viele Anfragen von Unternehmen ein, in denen ganz konkret nach Qualitätsmanagern mit entsprechenden Zusatzqualifikationen gefragt wird. "TPS gilt gerade in der Automobilindustrie als Erfolgsgarant, um Qualitätsdefizite auszugleichen", so Weber.

Das Toyota-Produktionssystem (TPS) gilt als das bekannteste ganzheitliche Produktionssystem. Nach Angaben von Hans Weber schätzen heute auch deutsche Unternehmen TPS als die beste Methodik zur Optimierung der Produktions- und Arbeitsorganisation ein. Die Strategie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Taiichi Ohno und Shigeo Shingeo für Toyota entwickelt. Taiichi Ohno, in den 50er Jahren Toyota-Vizepräsident, machte aus der Not eine Tugend. Denn in der Nachkriegszeit sah sich die japanische Wirtschaft vor allem mit zwei Problemen konfrontiert: Raumknappheit und Kapitalmangel. Der Ausweg lag in der Reduzierung der Materialbestände. So wurde zur Rationalisierung des Materialflusses innerhalb des Fertigungsbereichs sowie zwischen Betrieben das Just-in-time-Prinzip entwickelt. Dies bildet zusammen mit Konzepten wie Waste Reduction und dem Pull-System sowie weiteren Materialflusstechniken das Toyota-Produktionssystem. TPS hat sich, so Hans Weber, zu einem ausgeklügelten System entwickelt, das auf verschiedenen Ebenen greift. Es enthält unter anderem Führungsgrundsätze, Kanban-Systeme, Total Productive Maintenance (TPM) und Gruppenarbeit. Mit den im TPS zusammengefassten Regeln und Handlungshilfen wird die Erreichung aller Ziele eines Total Quality Managements angestrebt.

Siegeszug auch im Westen

Seit der Begründung durch die japanischen Pioniere wurde TPS kontinuierlich weiterentwickelt. Die aus der Praxis heraus entstandenen erfolgversprechenden Techniken und Methoden werden mittlerweile auch in der westlichen Welt zunehmend angewandt. Nach Angaben von Hans Weber setzen viele deutsche Automobilhersteller und -zulieferer auf TPS, da mit diesem System enorme Verbesserungen der Produktqualität erreicht werden können. Auf dem Arbeitsmarkt werden deshalb verstärkt Qualitätsmanager mit Spezialkenntnissen in den verschiedenen Bereichen des TPS nachgefragt.

Ein Beispiel für eines der zahlreichen TPS-Einzelmodule ist die 5S-Strategie. Ihr Ziel ist es, im Unternehmen Sauberkeit und Ordnung herzustellen und dauerhaft zu sichern, um Such- und Wartezeiten nach Materialien, Vorrichtungen oder Werkzeugen zu verkürzen und somit Kosten zu senken. Die fünf "S" stehen für die Anfangsbuchstaben japanischer Begriffe für Ordnung, Sauberkeit und Disziplin. Sie werden beispielsweise in die Kaizen-Strategie einbezogen – jener Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung, nach der in einem unternehmensweiten Programm unter Einbeziehung der Mitarbeiter die Qualitätsleistung eines jeden einzelnen Arbeitsplatzes verbessert wird.

Das Toyota-Produktionssystem gilt bei deutschen Konzernen, von denen einige im vergangenen Jahr aufgrund mangelhafter Qualität mit schweren Imageproblemen zu kämpfen hatten, als äußerst viel versprechend. Doch auch wenn TPS eine exzellente Methode zur Optimierung von Produktions- und Arbeitsabläufen ist, warnt Hans Weber vor unflexibler Realisierung. "Das System wurde in Japan entwickelt und ist in Deutschland nicht eins zu eins umsetzbar", so Hans Weber. Trotzdem rät der Spezialist für die Vermittlung von QM-Führungspositionen im Bereich Automotive und Maschinenbau zu Weiterbildungen, in denen TPS-Kenntnisse vermittelt werden. Qualitätsmanager mit solchen Zusatzausbildungen sollten allerdings versuchen, ihre theoretischen Erkenntnisse nicht stur in die Praxis umzusetzen. TPS sollte als Leitfaden angesehen werden, der zwar die Richtung vorgibt, im Einzelfall jedoch den Gegebenheiten vor Ort anzupassen ist.

Literaturhinweis

Buchtipps

Ohno, Taiichi: Das Toyota-Produktions-System. Campus, Frankfurt/M. 1993

Imai, M.: Kaizen. Der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb. Econ, München 2001

Radtke, Ph.; Abele, E.; Zielke, A.E.: Die smarte Revolution in der Automobilindustrie. Redline, Frankfurt/M. 2004

Drew, J.; McCallum, B.; Roggenhofer, S.: Unternehmen Lean. Schritte zu einer neuen Organisation. Campus, Frankfurt/M. 2005

Liker, J.K.: The Toyota Way Fieldbook. McGraw-Hill, New York 2006

Takeda, H.: Das synchrone Produktionssystem. Just-in-time für das ganze Unternehmen. Verlag Moderne Industrie, München 2006

Kostka, C.; Kostka, S.: Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess – Methoden des KVP. Pocket Power Band 22, 3. Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2006

Erschienen in QZ 10/2006, Seite 108-109

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Hans Weber

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Über den Experten

Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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