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03.07.2013

Qualitäts- und Prozessmanager

Berufsbild mit Zukunft

Foto: iStockphoto © Urilux

Foto: iStockphoto © Urilux

Mit der zunehmenden Komplexität von Qualitätssicherung (QS) und Qualitätsmanagement (QM) wachsen die Anforderungen an die Qualitätsmanager beständig an. So wird es für rekrutierende Unternehmen immer schwerer, das Multitalent "Qualitätsmanager" zu finden, das Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement gleichermaßen perfekt beherrscht. Personalberater Hans Weber plädiert deshalb für ein neues Berufsbild: den Qualitäts- und Prozessmanager.

„Im Qualitätswesen vollzieht sich derzeit ein eklatanter Wandel“, so Hans Weber, Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Immer mehr Unternehmen im Wirkungskreis der auf das Qualitätswesen spezialisierten Managementberatung lösen sich von den bisher kombinierten QS/QM-Abteilungen und bauen zwei klar gegliederte, unabhängige Bereiche auf, die zukünftig eigenständig ihre jeweiligen Kernaufgaben erfüllen sollen. Weber: „Dieser Wandel bringt ein neues Berufsbild mit sich, das des „Qualitäts- und Prozessmanagers“.

In den meisten Unternehmen sieht Weber bis heute die klassische enge Verflechtung der Bereiche QS und QM. Das so wichtige Qualitätsmanagement komme dabei oftmals viel zu kurz: Oft werde erst das Dringende (QS) erledigt, für das Wichtige (QM) fehle dann die Zeit – so komme QS letztlich vor QM. Dass dies nicht dem Qualitätsgedanken entspricht, nämlich „Qualität zu produzieren und nicht zu prüfen“, müssten nun immer mehr Unternehmen feststellen. Was sich eigentlich hinter dem Qualitätsgedanken verberge, so Weber, sei schließlich die „optimale Unternehmensorganisation“.

Zuständig für optimale 
Unternehmensorganisation

Nun liegt heute das größte Verbesserungspotenzial kaum mehr in der Produktion, sondern vielmehr in Unternehmensbereichen wie Entwicklung, Einkauf, Logistik, Materialwirtschaft, Vertrieb, IT, Verwaltung und Personal. Laut Weber kommen diese derzeit zu kurz. Die heutige Qualitätsorganisation sei auf die Optimierung aller in einem Unternehmen vorhandenen Geschäftsprozesse nicht ausgerichtet. Der klassische QM-Beauftragte, der eigentlich für die Umsetzung des Qualitätsmanagements zuständig sei, decke heute oftmals nur die Anforderungen der Normen ab und verwalte in der Regel nur das vorhandene QM-System. Für die Organisation bzw. die Abläufe innerhalb der Unternehmen bedeute dies, dass ein ganzheitlicher Qualitätsansatz, der wirklich Nutzen bringe, nicht aktiv gelebt werde. Manche Unternehmen hätten dies bereits erkannt und nähmen eine Neuorganisation des Qualitätswesens vor. Diese Maßnahmen brächten ein neues Berufsbild hervor. Hans Weber: „Der Qualitäts- und Prozessmanager bekommt Aufgaben, die sich wesentlich von denen des klassischen QM-Beauftragten unterscheiden.“

Die Kernaufgaben des Qualitäts- und Prozessmanagers sieht Weber in der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Sicherheit, Energie etc. und in der Koordination und Durchführung der Audits, daneben vor allem aber in der Analyse und Optimierung aller im Unternehmen vorhandenen Geschäftsprozesse und in deren praxisorientierter Dokumentation. Dazu zählen auch das stetige Schulen und Coachen der entsprechenden Mitarbeiter sowie die Sicherstellung einer nachhaltigen Implementierung im Unternehmen. Außerdem überprüft der Qualitäts- und Prozessmanager sämtliche Anforderungen – sowohl jene, die von Kunden und Lieferanten gestellt werden, als auch die relevanten rechtlichen Anforderungen. Dazu zählen auch Projekte zu Risiko- und Compliance-Management sowie Corporate Social Responsibility. Der Zuständigkeitsbereich umfasst also alle unternehmerischen Prozesse und Einheiten. Hans Weber: „Im Großen und Ganzen ist die Position mit der eines internen Unternehmensberaters vergleichbar.“

Persönliche Fähigkeiten 
essenziell wichtig

Um seine umfassenden Aufgaben bewältigen zu können, seien für den Qualitäts- und Prozessmanager gut ausgeprägte Soft Skills essenziell wichtig. Vor allem müsse er imstande sein, Schwachpunkte zu erkennen und gemeinsam mit den betroffenen Abteilungen oder Personen zu beheben. Dies erfordere einen anderen Menschentyp als den technikorientierten Praktiker. Eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie eine ausgeprägte soziale Kompetenz stünden ganz vorn. Weiterhin wichtig seien ein betriebswirtschaftlicher Background, das Talent, Menschen für eine Idee zu begeistern, gutes Fingerspitzen- und Taktgefühl sowie eine Neigung zur Organisation.

Wegen der Bedeutung der Soft Skills ermögliche die Funktion des Qualitäts- und Prozessmanagers auch solchen Interessenten den Einstieg in das Qualitätswesen – männlichen und gerade auch weiblichen, wie Hans Weber betont –, denen er wegen einer nicht technischen Ausbildung und/oder des bisherigen beruflichen Werdegangs verwehrt war. Die fachliche Qualifikation rücke erst einmal in den Hintergrund, denn Mitarbeiter mit den notwendigen Fachkenntnissen gebe es in den Unternehmen in der Regel genügend.

Nach Webers Ansicht entwickelt sich hier ein äußerst interessantes und zukunftsorientiertes Berufsbild, das in allen Branchen von den großen produzierenden Industrieunternehmen über Dienstleistungsunternehmen bis hin zu den Unternehmen des Gesundheitswesens starken Anklang finden wird. Schon jetzt sieht Weber, dass die Nachfrage nach Qualitäts- und Prozessmanagern kontinuierlich zunimmt. Für Bewerber bietet die Position neben einem interessanten Tätigkeitsbereich zudem attraktive Einkommensmöglichkeiten.

Entscheidung gefragt:
Technik oder Strategie?

Derzeitigen Qualitätsmanagern empfiehlt Hans Weber, die eigenen Stärken zu analysieren, diese auf die Aufgaben im Qualitätswesen zu übertragen und so herauszufinden, für welchen Tätigkeitsbereich sie geeignet seien: die technikorientierte Qualitätssicherung oder das strategisch ausgerichtete Qualitätsmanagement. Bei der Bewertung sei darauf zu achten, dass Stärken nicht mit Präferenzen verwechselt werden: Man erledige Aufgaben, die man gerne wahrnimmt, ja nicht immer automatisch auch gut. Habe man dann die persönlichen Stärken analysiert und wisse man, in welche Richtung man sich entwickeln möchte, so sollte man dies auch umsetzen und die dafür notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Gleiches gelte übrigens auch für Persönlichkeiten, die planen, im Qualitätsbereich ihre berufliche Erfüllung zu finden, so Hans Weber: „Definieren Sie zunächst Ihre Stärken, und richten Sie Ihr Streben ganz darauf aus, im gewählten Berufsbild erfolgreich werden zu können!“ Nur wer seine Stärken ganz genau kenne, werde später im Berufsleben motiviert und leidenschaftlich Qualität leben können.

Qualitäts- und Prozessmanager

Qualifiziert für modernes Qualitätsmanagement

Hauptaufgaben:

  • Analyse und Optimierung aller Prozesse und Strukturen im gesamten Unternehmen,
  • Schulen und Coachen der Mitarbeiter,
  • praxisorientierte Dokumentation,
  • Sicherstellung der Nachhaltigkeit,
  • Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Managementsystems für Qualität/Umwelt/Energie/Sicherheit,
  • Durchführung und Koordination von Audits,
  • Überprüfen der an das Unternehmen gestellten gesetzlichen Forderungen (z. B. Datenschutz),
  • Erstellung und kontinuierliche Überprüfung von QS-Vereinbarungen mit Kunden und Lieferanten,
  • Betreuung von Projekten in den Bereichen Risikomanagement, Compliance, Corporate Social Responsibility etc.

Persönliche Fähigkeiten:

  • ganzheitliche Denk- und Arbeitsweise,
  • Begeisterungs- / Motivationsfähigkeit,
  • Moderations- / Präsentationsfähigkeit,
  • hoher Grad an sozialer Kompetenz,
  • Eigenschaften, die eine vermittelnde Person auszeichnen,
  • kommunikative, ruhige und besonnene Art,
  • Fingerspitzengefühl und das Talent,sich schnell auf unterschiedliche Persönlichkeiten einzustellen,
  • Hang zu klaren, deutlichen Strukturen.

Fachliche Anforderungen:

  • Kenntnis der einschlägigen Normen,
  • gute Sprachkenntnisse,
  • Kenntnisse der jeweiligen Branchenanforderungen,
  • gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
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Über den Experten

Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


Interview mit Hans Weber

Tiefgreifender Wandel für Qualitätsmanager

Die QZ befragte den auf QM spezialisierten Personalberater auf der Fachmesse Control 2016 in Stuttgart, auf der sie gemeinsam mit ihm den Karrieretag veranstaltete.

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