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03.09.2007

Führungskompetenz

Qualifikation mit Zukunft

Management ist nicht Führung und Führung nicht Management. Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens ist beides notwendig.
Aber gerade im Qualitätswesen sind echte Führungskräfte Mangelware. Was sind eigentlich Führungskompetenzen? Und wie erwirbt man sie?

Immer häufiger fallen in Führungsetagen die Schlagworte Ethik, Moral und vor allem Nachhaltigkeit. Die sogenannten weichen Faktoren sind auf dem Vormarsch. Die Unternehmensleitungen beginnen zu verstehen, dass neben Gewinnstreben, Kostenreduktion oder Restrukturierungen auch Fragen der menschenbezogenen Führung von Bedeutung sind. So geht die Entwicklung immer deutlicher fort vom Führungsinstrument Management hin zum Leadership. Ganz deutlich wird das auf dem Arbeitsmarkt, wo Qualitätsmanager mit Führungseigenschaften besonders gefragt sind. Was aber unterscheidet Führung und Management im Qualitätswesen?

Im Management werden Ziele, Wege und Methoden systematisiert (Tabelle 1).

Tabelle 1. Management und Führung im Vergleich

Strategien zur Zielerreichung anhand von Managementsystemen bergen jedoch das Risiko, falsche oder unrealistische Ziele umzusetzen. Ein Manager kann planen, delegieren, moderieren, Entscheidungen treffen. Zu den fachlichen Kompetenzen zählen Branchenwissen, Normenkenntnisse und die Vertrautheit mit den gängigen QM-Systemen. Ein Qualitätsmanager hat Ingenieurwissenschaften studiert oder ist ausgebildeter Techniker, hat Fortbildungen absolviert, ist vertraut mit TPS, EFQM oder Six Sigma. Doch selbst höchste Fachkompetenzen allein machen noch keine gute Führungskraft aus.

Eine Führungspersönlichkeit stellt heute andere Fragen als ein reiner Manager: Geht es nur um Gewinnstreben, Kostenreduktion, Restrukturierungen und Arbeitsplatzverlagerungen? Es hat sich gezeigt, dass die bisherigen Managementmethoden zu kurz gedacht waren. Für langfristigen Erfolg ist Vertrauen wichtig, das nur entstehen kann, wenn Themen wie Werte, Sinn und Verantwortung mehr Gewicht erhalten. Der Manager handelt ökonomisch, die Führungspersönlichkeit ethisch. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird die in Hochphasen oftmals außer Acht gelassene Führung gebraucht. Dabei sind Führungseigenschaften gerade im Qualitätswesen unerlässlich. So hat denn auch die Persönlichkeit von Bewerbern bei Unternehmen, die nach Qualitätsmanagern suchen, neben Fach- und Branchenkenntnissen höchste Priorität.

Immer mehr Menschen im Unternehmen und außerhalb sind an der Sicherstellung der Qualität beteiligt. Die Qualitätsabteilungen haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich personell aufgestockt, und auch die externen Kontakte von Qualitätsmanagern nehmen zu. Viele Unternehmen verringern ihre Fertigungstiefen, immer mehr Lieferanten sind am Produktionsprozess beteiligt – auch im Ausland, was die zusätzliche Fähigkeit erfordert, auf andere Kulturen offen zuzugehen. Qualitätsmanager müssen also intern wie extern die verschiedensten Interessen auf einen Nenner bringen und koordinieren. Ob die eigenen Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten – im Umgang mit all diesen Personengruppen sind Fingerspitzengefühl und soziale Kompetenz gefragt: Kommunikationsstärke, Konfliktlösungspotenzial und die Fähigkeit, andere zu begeistern.

Eine Führungspersönlichkeit wird im Allgemeinen über die unterschiedlichsten Eigenschaften definiert. Kein Mensch bringt in gleichem Maße all diese Eigenschaften mit. Auch sind die Anforderungen an eine Führungskraft von Unternehmen zu Unternehmen und von Situation zu Situation unterschiedlich. Es gibt also nicht "den besten Führungsstil" oder "die Persönlichkeit", die für Führungsaufgaben am besten geeignet ist. Es geht bei Führungseigenschaften nicht um die Erfüllung festgelegter Anforderungen, sondern vielmehr um eine Grundhaltung.

Das enorme Potenzial von richtig angewendeten Führungseigenschaften bedeutet natürlich nicht, dass auf Management vollkommen verzichtet werden kann. Das Qualitätsmanagement braucht beides: Manager und Führungskräfte.

Literaturhinweis

Buchtipps

Hinterhuber, H.H.; Krauthammer, E.: Leadership – mehr als Management. Gabler Verlag, Wiesbaden 1999

Rosenstiel, L.; v. Regnet, E.; Domsch, M.E.: Führung von Mitarbeitern. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 1999

Bennis, W., et al.: The Future of Leadership. Wiley & Sons, San Francisco 2001

Kell, T.: Die Kunst der Führung. Gabler Verlag, Wiesbaden 2005.

Kellner, H.: Soziale Kompetenz für Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler. Carl Hanser Verlag, München 2006

v. Fournier, C.: Der perfekte Chef. Führung, Mitarbeiterauswahl, Motivation für den Mittelstand. Campus Verlag, Frankfurt/M. 2006

Hinz, W.: Prozessorientiert führen. Carl Hanser Verlag, München 2007

NEU, ab Oktober 2007: Voss, J.: Die Führungsstrategien des Alphawolfs – Ideenpool für Manager. Carl Hanser Verlag, München 2007

Erschienen in QZ 09/2007, Seite 92-94

Karriereberatung

Hans Weber

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Über den Experten

Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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