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05.09.2016

VDE: 100.000 Elektroingenieure fehlen

Deutschland benötigt im Zeitraum von 2016 bis 2026 rund 100.000 Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik mehr, als hierzulande ausgebildet werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Wirtschaft in Köln, die der VDE in Auftrag gegeben hat.

Die Metastudie zeichnet damit ein erheblich differenzierteres Gesamtbild als bisherige Studien. Demnach stieg die Anzahl der in Deutschland beschäftigten Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik in den vergangenen Jahren – bis auf das konjunkturschwache Jahr 2009 – stetig an, wobei das mittlere Beschäftigungswachstum zwischen 2005 und 2013 bei 10.500 Elektroingenieuren jährlich lag. Zugleich bewegt sich die Arbeitslosenquote für Elektroingenieure seit Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau von unter 2,5 Prozent. Das bedeutet aus volkswirtschaftlicher Sicht Vollbeschäftigung.

Die Zahl der in Deutschland neu ausgebildeten Elektroingenieure konnte in den vergangenen Jahren höchstens den Ersatzbedarf für die aus dem Berufsleben ausgeschiedenen decken. Der wachstums- und technologiebedingte Zusatzbedarf wurde offensichtlich im Wesentlichen von Ingenieuren aus dem Ausland (z.B. aus Südeuropa) kompensiert. Im Jahre 2013 machten sie 10,6 Prozent der 381.200 erwerbstätigen E-Ingenieure in Deutschland aus.

'Double Gap' befürchtet

Da für die Zukunft von einem konstant wachsenden Bedarf auszugehen ist, müssen Unternehmen in der nächsten Dekade über 100.000 E-Ingenieure zusätzlich gewinnen. Dabei stehen sie im Wettbewerb mit anderen Industriestandorten in Amerika, Asien und Europa. „Unternehmen, Hochschulen und Verbände sollten also nicht nachlassen in ihrem Bemühen, mehr Jugendliche für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik zu gewinnen und internationale Studierende, Ingenieurinnen und Ingenieure zu integrieren.

Der Bedarf an jungen Menschen in den elektrotechnischen Lehrberufen sollte nicht in Konkurrenz zur akademischen Ausbildung gedeckt werden. Denn es gibt eindeutig keine ‚Überakademisierung‘ in der Elektro- und Informationstechnik, sondern vielmehr einen ‚Double Gap‘, der Elektroingenieure und Elektrofachkräfte gleichermaßen betrifft“, so die Einschätzung von VDE-Vorstandsvorsitzendem Ansgar Hinz.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

VDE

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