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30.04.2014

„Unternehmensbewohner“ lähmen die Wirtschaft

Weniger als die Hälfte (40 Prozent) der Beschäftigten in Deutschland zählen zu den „Erfolgsgaranten" - sind also zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und zahlen dies auch mit einer hohen Motivation und Leistungsbereitschaft zurück. Das ist nicht selbstverständlich, wie der Blick auf die Gruppe der „Unternehmensbewohner" zeigt: Diese Mitarbeiter sind genauso zufrieden wie die Erfolgsgaranten, aber wesentlich weniger motiviert.

„Der Blick auf die Mitarbeiterzufriedenheit greift eindeutig zu kurz", sagt Anita Saathoff von forum! Die maßgebliche Größe sei in dieser Hinsicht die Mitarbeitermotivation, die beispielsweise auch darüber entscheide, wie ein Mitarbeiter einem Kunden gegenüber auftrete.

Kunden erleben motivierte Mitarbeiter als kundenorientierter. Nach einem Kontakt mit einem solchen Mitarbeiter sind Kunden deutlich zufriedener und gebundener an den Anbieter als nach einem Kontakt mit einem sogenannten "Unternehmensbewohner". 28 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland – mehr als jeder Vierte – gehören der Studie zufolge dieser Gruppe an.

Zwei weitere Gruppen komplettieren das Bild: Die Frustrierten, die sowohl unzufrieden als auch unmotiviert sind und mit 27 Prozent ebenfalls einen erheblichen Teil der Arbeitnehmer ausmachen. Und die Enttäuschten, die zwar unzufrieden sind, aber dennoch eine hohe Motivation vorweisen.

Dass nur jeder zwanzigste Arbeitnehmer (5 Prozent) zu den Enttäuschten zählt, erklärt Saathoff mit dem hohen Leidensdruck, den Mitarbeiter in solch einer Situation erleben: „Diese Mitarbeiter verlassen entweder das Unternehmen oder verlieren schließlich Ihre Motivation und werden dann auch zu Frustrierten.“

Schuld liegt bei den Unternehmen

Die Ursachen für mangelnde Motivation sehen die Marktforscher bei den Unternehmen selbst. Unternehmen könnten die Motivation ihrer Mitarbeiter steigern und ein Umfeld schaffen, in dem Motivation frei gesetzt werden kann. Die zentrale Rolle dabei spielten die Führungskräfte. Die Unternehmen müssten die Qualität von Führung verbessern.

Wenn Mitarbeiter merken, dass sie im Unternehmen nicht vorankommen, ihre Leistung nicht anerkannt wird, ihr Chef sie nicht wertschätzt, wirke das demotivierend. Viele von ihnen suchen sich dann einen anderen Wirkungsraum für ihre Motivation – zum Beispiel bei Hobbies oder Ehrenämtern.

Das Institut befragte 2.400 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer in Deutschland zu verschiedenen Aspekten ihrer Tätigkeit. Vor allem interessierte die Marktforscher dabei der Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit dem Arbeitsverhältnis und der Motivation der Arbeitnehmer.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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