nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
Merken Gemerkt
19.07.2019

Sturz im Home Office kann Arbeitsunfall sein

Wer sich auf dem Weg ins Büro oder bei der Arbeit verletzt, ist gesetzlich unfallversichert. Doch wie sieht es bei einem Unfall im Home Office aus? Das hat jetzt das Bundessozialgericht entschieden.

Ein Sturz auf der Kellertreppe auf dem Weg ins Home Office kann ein Arbeitsunfall sein. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) entschieden (B 2 U 28/17 R).

Home Office im Keller via Treppe erreichbar

Der Fall: Eine Sales-Managerin, die ihre komplette Arbeitszeit im Home Office arbeitet, hatte geklagt. Ihr Büro befand sich im Keller ihrer Wohnung, zu dem eine Kellertreppe führt.

Am Tag des Unfalls hatte die Klägerin um 16:30 Uhr einen Telefontermin, den sie von ihrem Schreibtisch im Keller-Office wahrnehmen wollte.
Auf dem Weg dorthin rutschte sie auf der Treppe aus und zog sich eine Wirbelsäulenverletzung zu.

Berufsgenossenschaft lehnt Arbeitsunfall ab

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) erkannte den Unfall jedoch nicht als Arbeitsunfall an. Ihre Begründung: Auf der Treppe zwischen privaten und geschäftlich genutzten Räumen bestehe kein Versicherungsschutz.

Das Sozialgericht gab jedoch der Klägerin Recht. Das Landessozialgericht (LSG) hob dieses Urteil allerdings auf und sah keinen Arbeitsunfall: Das Betreten der Kellertreppe zu Hause gehöre nicht unmittelbar zu den Hauptpflichten und sei bloß "Vorbereitungshandlung" gewesen. Auch einen Wegeunfall sah das LSG nicht, denn dafür hätte die Klägerin das Haus verlassen bzw. die Haustür durchschreiten müssen.

Bundessozialgericht sieht Arbeitsunfall

Das sah das Bundessozialgericht ganz anders: Die Klägerin habe sehr wohl einen Arbeitsunfall gehabt: "Sie stieg nach den bindenden Feststellungen des LSG (§ 163 SGG) die Treppe mit der Handlungstendenz hinab, in ihrem Büro ('Home-Office'), das sich im Kellergeschoss befand, den mitgeführten Laptop anzuschließen und über diesen um 16.30 Uhr auf eine vorherige dienstliche Weisung hin mit dem Geschäftsführer der Unternehmerin zu telefonieren.Der Versicherungsschutz scheitert vorliegend nicht daran, dass der Unfall sich innerhalb der Wohnung der Klägerin ereignete."

Die Außentür als Grenzziehung für Betriebswege gilt hier also nicht. Auch die "durch die objektiven Umstände des Einzelfalls bestätigte Handlungstendenz der Klägerin, eine dem Unternehmen dienende Tätigkeit ausüben zu wollen", sah das Gericht als Indiz für einen Arbeitsunfall an. "Das Telefonat mit dem Geschäftsführer gehörte zu den Aufgaben, die im Interesse des Unternehmens standen."

Weitere Home-Office-Urteile

Ein frühreres BSG-Urteil vom Juli 2016 besagt: übrigens, dass im im Home Office der Weg zum Kühlschrank kein Arbeitsweg ist. Wer sich hier verletzt, kann nicht damit rechnen, dass das als Arbeitsunfall gilt.


Auch der Weg zur Toilette kann gefährlich werden, denn ein Arbeitsunfall ist ein eventueller Stolperer auch hier nicht.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Bundessozialgericht

Weiterführende Information
Karriereberatung

Hans Weber

Hans Weber

beantwortet Ihre Fragen zum Thema Karriere und Qualitätsmanagement.


Stellen Sie Herrn Weber Ihre Frage!


Über den Experten

Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


Interview mit Hans Weber

Tiefgreifender Wandel für Qualitätsmanager

Die QZ befragte den auf QM spezialisierten Personalberater auf der Fachmesse Control 2016 in Stuttgart, auf der sie gemeinsam mit ihm den Karrieretag veranstaltete.

Zum Video