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19.06.2018

Studie: Unternehmen sehen in IT-Freiberuflern auch ein Risiko

Aktuell besteht die Hälfte aller IT-Abteilungen aus externen Fachkräften. Sie sind besonders wegen ihrer Kompetenz gefragt. Der hohe Anteil an nicht fest angestellten IT-Experten stellt die Unternehmen jedoch vor eine große Herausforderung: Wissen im Haus zu halten, wenn die externe Fachkraft wieder geht.

Von allen IT-Fachkräften eines Unternehmens sind knapp 14 Prozent über eine Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt. Fast genauso viele wurden über einen Outsourcing-Dienstleister rekrutiert. Den größten Anteil aller externen IT-Fachkräfte, nämlich knapp die Hälfte, machen klassische Selbstständige aus. as sind die Ergebnisse der aktuellen IT-Freiberuflerstudie, die IDG Research Services in Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister Experis, einem Unternehmen der ManpowerGroup,durchgeführt hat. „Einsatzunternehmen profitieren von der Flexibilität externer IT-Fachkräfte“, sagt Sonja Pierer, Geschäftsführerin von Experis. „Außerdem können sie auf diesem Wege genau die Kompetenzen einkaufen, die sie für die Umsetzung bestimmter Projekte benötigen. Aktuell besteht besonders hoher Bedarf an Software-Programmierern und IT-Beratern.“

IT-Sicherheit und Cloud-Computing

Für mehr als die Hälfte der Unternehmen haben externe IT-Fachkräfte eine große oder sogar sehr große Bedeutung hinsichtlich der Sicherstellung von Kompetenz und Wissen. Ebenso viele schätzen, dass freie IT-Experten in den kommenden zwei Jahren für ihr Unternehmen wichtig sein werden. Den größten Bedarf sehen sie zukünftig in den Bereichen IT-Sicherheit (54,1 Prozent), Cloud Computing (37,8 Prozent) und Digitalisierung allgemein (36,0 Prozent). Auch Experten für Künstliche Intelligenz werden laut Studie in den nächsten zwei Jahren gefragt sein.

Mitarbeiterüberlassungsgesetz setzt Grenzen

Dass mittlerweile viele Arbeitgeber freie IT-Fachkräfte beschäftigen, birgt auch ein Risiko: Wissensverlust. Endet der Einsatz, beispielsweise durch den Abschluss eines Projektes, sind die externen Mitarbeiter weg – und mit ihnen wertvolles Know-how. Um dem vorzubeugen, setzen knapp zwei Drittel der Unternehmen auf eine langfristige Zusammenarbeit.

„Für Mitarbeiter in der Arbeitnehmerüberlassung ist diese Möglichkeit durch die Änderungen am Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sehr eingeschränkt worden“, sagt Pierer. „Aufgrund der Höchstüberlassungsdauer muss in vielen Fällen nach 18 Monaten bei ein- und demselben Arbeitgeber Schluss sein.“ Rund ein Drittel der Unternehmen beschäftigt in geschäftskritischen Feldern erst gar keine externen IT-Fachkräfte.

Wenig Drang zur Festanstellung

Knapp ein weiteres Drittel ergreift Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Wissen im Unternehmen bleibt, beispielsweise durch Schulungen der Festangestellten. Denn die Studie zeigt auch: Wer einmal freiberuflich gearbeitet hat, für den kommt eine Festanstellung nicht mehr in Frage. Knapp zwei Drittel der befragten Freelancer würden auch heute eindeutig die Selbstständigkeit wählen, eine Festanstellung hingegen nur 0,8 Prozent.

„Von unseren IT-Fachkräften arbeiten tatsächlich die meisten als Freiberufler, die wir auf Projektbasis vermitteln“, stellt auch Pierer fest. „So bewahren sie ihre Unabhängigkeit, ersparen sich viel Bürokratie und haben Zugang zu spannenden Unternehmen.“

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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