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19.12.2012

Soft Skills mangelhaft vorhanden

Vakante Positionen schwer zu besetzten

Aus Sicht von Unternehmensvertretern mangelt es Bewerbern weniger an Fachkenntnissen, sondern vielmehr an teils ganz grundlegenden Fähigkeiten im Bereich der Soft Skills

Zahlreichen Betrieben fällt es aktuell schwer, vakante Positionen bedarfsgerecht zu besetzen. Um mehr über die Gründe hierfür zu erfahren, wurden mehr als 250 Unternehmensvertreter aus verschiedenen Branchen gezielt um ihre Einschätzung gebeten, welche Anforderungen Bewerber nur unzureichend erfüllen. Die Ergebnisse fallen überraschend aus: Über alle Branchen hinweg machen Unternehmensvertreter die größten Defizite im Bereich der sogenannten Soft Skills aus.

Schwachstellen: Sprachsicherheit, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit

Im "DIS AG Fachkräftekompass", den der Personaldienstleister DIS AG gemeinsam mit TNS Infratest erstellt hat, gaben 45 Prozent der Befragten an, bei Bewerbern im gewerblichen / handwerklichen Bereich Defizite hinsichtlich der Sicherheit in deutscher Sprache und Rechtschreibung zu erkennen - ein erstaunlicher Wert, da die Frage direkt auf Bewerber im Bereich der Fach- und Führungskräfte abzielte (vgl. Abbildung 1). Daneben schneiden die Bewerber bei den Faktoren englische Sprachkenntnisse (37 Prozent), logisches Denken (35 Prozent) und Kommunikationsfähigkeit (35 Prozent) schlecht ab. Im kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Bereich stellen ebenfalls etwa ein Drittel der Befragten Schwächen in der deutschen Sprache und Rechtschreibung sowie in Bezug auf die englischen Sprachkenntnisse von Bewerbern fest. Im IT-Bereich werden die größten Defizite dagegen in den Bereichen soziale Kompetenz (37 Prozent) und Teamfähigkeit (34 Prozent) ausgemacht.

Dass viele Betriebe den Qualifizierungsbedarf im Bereich sozialer Kompetenz erkannt haben, bestätigt ein weiteres Ergebnis des "DIS AG Fachkräftekompass": 44 Prozent der Befragten sehen hier den größten Bedarf, gefolgt von Qualifizierungen im Bereich Führung/Mitarbeiterführung (39 Prozent). Erst danach folgen mit jeweils 37 Prozent fachliche Qualifizierungen (IT/Software und aufgabenbezogene Qualifizierung).

Große Unternehmen leiden mehr unter dem Fachkräftemangel

Wie schon bei der ersten Auflage der Befragung zeigen die Ergebnisse darüber hinaus, dass die Befragten insbesondere in den Bereichen der technischen Berufe und der Informatik einen deutlichen Mangel an Fachkräften ausmachen. Gesucht werden dabei nicht nur Beschäftigte mit einem abgeschlossenen Ingenieur- oder Informatik-Studium, sondern auch Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung in IT-Berufen sowie im gewerblichen/handwerklichen Bereich (vgl. Abbildung 2). Vor allem große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verspüren den Ergebnissen der Umfrage zufolge einen deutlichen Fachkräftemangel, während kleinere Betriebe bislang weniger betroffen sind.

Ein weiteres Ergebnis der Befragungsrunde überrascht daher weniger: Viele vakante Stellen konnten in den vergangenen Monaten nicht bedarfsgerecht besetzt werden, vor allem im IT-Bereich (42 Prozent) und im kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Bereich (38 Prozent). Im gewerblichen/handwerklichen Bereich fällt die Anzahl der nicht besetzten Stellen zwar geringer aus, betrifft aber auch hier immer noch fast ein Drittel (31 Prozent) der vakanten Positionen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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