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20.08.2018

So verändern Arbeitgeberbewertungen die Arbeitswelt

Yelp, Jameda, kununu – Bewertungsportale sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Auch auf Arbeitgeberseite gewinnt die Meinung der eigenen Mitarbeiter zunehmend an Wert. Wie viel Bedeutung messen Bewerber negativen Mitarbeiter-Bewertungen auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen bei und wie sehr schaden diese der Unternehmensreputation? Die Karriereberatung von Rundstedt hat dies in ihrer jüngsten Befragung ermittelt.

Negative Ergebnisse auf Bewertungsportalen sollten Unternehmen längst nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Denn 43 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass der derzeitige oder zukünftige Arbeitgeber möglichst positiv bewertet ist.

Positive Unternehmensbewertungen vor allem bei jungen Talenten gefragt

Unter den 18- bis 29-Jährigen bestätigen sogar mehr als die Hälfte (54 Prozent) diese Aussage. Fast ein Drittel der Befragten ist es peinlich, für ein Unternehmen mit überwiegend schlechten Arbeitgeber-Bewertungen zu arbeiten.

Trotzdem geben rund 66 Prozent an, sich darüber im Klaren zu sein, dass sich vor allem unzufriedene Mitarbeiter zu Wort melden, während zufriedene dazu neigen, keine Bewertung abzugeben. Sie sind sich demnach bewusst, dass das Ergebnis durch bewertungsfreudige, frustrierte (Ex-) Mirarbeiter verzerrt werden könnte. 35 Prozent geben an, ihren Arbeitgeber selbst zu bewerten, um potenziellen neuen Kollegen die Chance zu geben, sich ein realistisches Bild vom eigenen Unternehmen machen zu können.

Negative Arbeitgeber-Bewertungen: Stolperstein bei der Mitarbeitergewinnung

Ob Kollegenzusammenhalt, Sozialleistungen oder Gleichberechtigung: Die Online-Bewertung eines Arbeitgebers spielt vor allem bei der Mitarbeitergewinnung eine wichtige Rolle. Ganze 41 Prozent der Befragten geben an, Arbeitgeber-Bewertungsportale wie kununu oder meinChef.de zu Rate ziehen, bevor sie sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben.

Vor allem junge Menschen (52 Prozent) sind hier gemeinsam mit höher gebildeten Befragten (46 Prozent) Vorreiter. Vor einer Initiativ-Bewerbung informieren sich immerhin 29 Prozent über Bewertungsportale, um ersteinmal positiv bewertete Unternehmen herauszufiltern. Bei den 18- bis 29-Jährigen wird schon bei über 40 Prozent vorabselektiert. Sogar jeder Zweite von ihnen (11 Prozent mehr als der Durchschnitt) würde aufgrund von schlechten Unternehmensbewertungen ganz auf eine Bewerbung verzichten.

Im Vorstellungsgespräch können Personaler noch punkten: Nur 22 Prozent gaben an, die Informationen aus Arbeitgeberportalen als relevanter einzustufen, als die, die ihr Gegenüber im Gespräch äußert. Doch auch hier sind es junge Talente mit 33 Prozent deutlich kritischer.

Unzufriedenheiten beseitigen, um gute Mitarbeiter zu locken

Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Wer neue Mitarbeiter locken möchte – vor allem die begehrte Gruppe der Young Professionals – für den ist die Präsenz auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen unerlässlich. Besonders authentische und positive Mitarbeiterbewertungen können das Interesse von Bewerbern wecken.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • 66,0 Prozent: Mir ist bewusst, dass die Bewertungen auch das Gesamtergebnis verfälschen können, wenn sie von frustrierten, eventuell gekündigten Mitarbeitern stammen.
  • 43,3 Prozent: Mir ist es wichtig, dass mein derzeitiger/zukünftiger Arbeitgeber möglichst positive Bewertungen aufweist.
  • 40,5 Prozent: Bevor ich mich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerbe, schaue ich mir die Bewertungen des Unternehmens an.
  • 38,5 Prozent: Überwiegend negative Mitarbeiter-Bewertungen halten mich von einer Bewerbung ab.
  • 34,9 Prozent: Ich bewerte meinen derzeitigen Arbeitgeber selbst, um potenziellen neuen Kollegen die Chance zu geben, sich ein realistisches Bild von meinem Arbeitgeber zu machen.
  • 32,4 Prozent: Ich würde mich dafür schämen, in einem Unternehmen zu arbeiten, das überwiegend schlechte Bewertungen vorweist.
  • 29,2 Prozent: Wenn ich mich aus eigener Initiative bewerbe, nutze ich Bewertungsportale, um erst einmal nur positiv bewertete Unternehmen zu finden.
  • 22,4 Prozent: Ich lege mehr Wert darauf, was auf Bewertungsportalen steht, als auf das, was mir Mitarbeiter/Personaler im Vorstellungsgespräch über das Unternehmen berichten.
  • 18,1 Prozent: Ich würde in meinem derzeitigen/zukünftigem Unternehmen eine Kündigung in Betracht ziehen, wenn die Bewertungen überwiegend schlecht sind/oder immer schlechter werden.
  • 17,0 Prozent: Ich schaue regelmäßig nach, wie mein derzeitiger Arbeitgeber bewertet ist.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Rundstedt

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Hans Weber

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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